Freiluftausstellung

Figuren in der Stadt: Alltagsmenschen rücken in Rheinberg an

Ab Juli 2020 wird die Ausstellung „Alltagsmenschen“ in Rheinberg zu sehen sein.

Ab Juli 2020 wird die Ausstellung „Alltagsmenschen“ in Rheinberg zu sehen sein.

Foto: Stadtmarketing / NRZ

Rheinberg.  Das Stadtmarketing holt die Ausstellung „Alltagsmenschen“ 2020 nach Rheinberg. An 13 Standorten werden 30 Figuren aufgestellt.

Sie sitzen an einer gedeckten Kaffeetafel, lesen ein Buch oder hocken auf einer Parkbank und schauen in die Weite. Sie sind Teil des öffentlichen Lebens – so, wie eben richtige Alltagsmenschen. Ein kleines Detail unterscheidet sie dann aber doch von den „richtigen“ Menschen: Sie bestehen nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Beton und Farbe. Dem Stadtmarketing ist es gelungen, die temporäre Ausstellung „Alltagsmenschen“ der Künstlerin Christel Lechner nach Rheinberg zu holen. „Wir freuen uns sehr über den Zuschlag. Die Ausstellung ist bundesweit sehr begehrt“, sagt Norbert Nienhaus, Vorsitzender des Fördervereins des Stadtmarketings.

Sponsoren gesucht

Ab Sommer 2020 stehen die Figuren für vier Monate unter anderem auf dem Großen Markt, am Vallan oder am Orsoyer Tor. Rund 30 Figuren werden definitiv in Rheinberg ausgestellt, 40 sollen es aber noch werden. „Dafür suchen wir aktuell noch nach Sponsoren, weil der finanzielle Aufwand und die Versicherungskosten hoch sind.“Lechners Kunst ist weder abstrakt, noch politisch oder sozialkritisch. „Der Betrachter kann sich ganz einfach mit den Betonfiguren identifizieren. So ging es mir direkt, als ich vor den Skulpturen stand“, erzählt Nienhaus. Die Figuren entsprechen fast der menschlichen Lebensgröße, sind zwischen 2 und 2,20 Meter groß.

Ganz ohne Eigennutz hat der Vorsitzende die Ausstellung übrigens nicht nach Rheinberg geholt, wie er grinsend verrät. „Ich wollte vor Jahren schon privat gerne solch eine Figur haben, aber sie sind ganz schön teuer. Dann habe ich erfahren, dass es diese Ausstellungen im öffentlichen Raum gibt und wusste, das passt perfekt zu unserer Stadt.“ Das Stadtmarketing verspricht sich einiges von der Ausstellung. Die Stadt soll dadurch mehr belebt, Touristen angezogen werden. „In Rees hat das gut geklappt. Da kamen rund 150.000 Besucher nur wegen der Alltagsmenschen“, berichtet Nienhaus. Mit der Künstlerin suchte das Team des Stadtmarketings nun nach geeigneten Orten.

Für 13 Standorte in der Innenstadt haben sie sich schließlich entschieden. Die Gruppe „Ernst des Lebens“ – Herren in Anzügen mit bunten Papphütchen auf – wird zum Beispiel auf dem Großen Markt aufgebaut. Dort finden sich auch die meisten Skulpturen. Auf der Empore des Stadthauses steht eine, die zu einer anderen vor dem Stadthaus hinunterblickt. „Oben/Unten“ heißt dieses Duo. Auf dem Lindenplatz nehmen vier Figuren an einer gedeckten Kaffeetafel Platz. Auch die dazu passenden Utensilien, Tischdecke und Torten hat die Künstlerin geschaffen. Weiter in Richtung Gelderstraße werden eine Nonne und ein Bauarbeiter aufgestellt. „Die Gelderstraße wird zwar im nächsten Jahr aufgerissen, aber mit den Figuren wollen wir den Händlern helfen, dass trotzdem potenzielle Kundschaft vorbeikommt.“

Echte Schwergewichte

XXL-Figuren sind im Underberg-Bad zu finden. Zwei drei Meter große Skulpturen wird es dort geben. Die Figuren werden im Boden oder auf Eisenplatten verankert, damit sich auch besser gegen Vandalismus geschützt sind. „Das haben wir schon mit dem Tiefbauamt abgesprochen. Es gibt keine Bedenken“, sagt Nienhaus zufrieden. Einfach wegtragen würde aber sowieso schwierig werden: Rund 130 Kilogramm wiegt eine einzige Figur.

Geplant sind außerdem Stadtführungen, bei denen es einen Rundgang zu den Figuren gibt. „Wir erklären die Skulpturen, aber auch den Ort, wo sie stehen und wollen so auch ein bisschen Rheinberger Geschichte zeigen“, sagt Norbert Nienhaus.

>>> AB JULI 2020

Die Ausstellung „Alltagsmenschen“ wird vom 8. Juli bis 9. November 2020 in Rheinberg an 13 Standorten in der Innenstadt zu sehen sein. Das Stadtmarketing hat die Nachbarkommunen ebenfalls mit ins Boot geholt.

Drei Figuren werden auf der Kamp-Lintforter Landesgartenschau zu sehen sein. Weitere 20 Skulpturen sollen in der Moerser Innenstadt einen Platz finden. Dazu laufen aktuell Gespräche, sagt Norbert Nienhaus.

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