Kunst

Aloys Cremers - der Mann, der Kunst ist

Aloys Cremers macht wieder mit, beim Tag der Begegnung.  Foto: Volker Herold / WAZ FotoPool

Aloys Cremers macht wieder mit, beim Tag der Begegnung. Foto: Volker Herold / WAZ FotoPool

Foto: Waz FotoPool

Rheinberg/Xanten.   Beim Tag der Begegnung gibt es Bilder von Aloys Cremers - für einen guten Zweck.

Mit Kunst lässt sich nichts mehr bewegen. Davon ist Aloys Cremers überzeugt. Kunst, sagt er, werde nur noch nach ihren Chancen beim Verkauf bewertet, mehr nicht. „Was war denn früher ein Künstler? Ein Getriebener, um seine Emotionen zu zeigen, ein Kämpfer gegen das Unrecht, der auf die Barrikaden gegangen ist.“ Halt, die Künstler, die etwas bewegen wollen, sind noch nicht ganz ausgestorben. Aloys Cremers dürfte einer der letzten dieser Art sein. Denn der gebürtige Niederländer, der am Niederrhein und im Ruhrgebiet bekannt ist wie ein bunter Hund, möchte nach wie vor Menschen und Dinge bewegen. Das nächste Mal am 2. Juni. Dann gehört Aloys Cremers wieder zum Team der NRZ beim „Tag der Begegnung“. Er malt seine bekannten Bilder auf Zuruf. Und damit tut er etwas. Für zwei Menschen mit Behinderung, die jetzt den mutigen Schritt getan und eine Wohngemeinschaft gegründet haben. Bei der Einrichtung fehlt es noch an vielem, dafür wird in diesem Jahr beim großen Familienfest für Menschen mit und ohne Behinderung gesammelt.

Benefizaktion für eine Wohngemeinschaft

Das Erstaunliche ist: Auch wenn bestimmt jeder Niederrheiner bereits mindestens einen echten Cremers zu Hause hängen hat - die Begeisterung für seine Bilder reißt nicht ab. Die Schlangen vor dem Tisch, an dem Cremers mit seinen Schwämmchen die Bilder auf die Leinwand zaubert, sind endlos. Und keiner wird ungeduldig. Denn Cremers ist durchaus auch Aktionskünstler, seine Art, zu malen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ist spannend und besser als jede Fernsehunterhaltung. Das Prinzip ist ganz einfach. Wer ihm einen Begriff nennt, bekommt den kurze Zeit später als kleines Kunstwerk. Mit fünf Euro ist jeder dabei. Da es sich um eine Aktion für einen guten Zweck handelt, darf natürlich jeder gerne mehr geben. Das Paar in der Wohngemeinschaft wird von den Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein betreut, dort wird auch das Geld verwaltet.

Seit vielen Jahren ist Cremers Stammgast, wenn die NRZ und der Landschaftsverband Rheinland zum „Tag der Begegnung“ einladen. Das Engagement für Menschen mit Handicap liegt ihm am Herzen, auch für andere Aktionen sammelt er Gelder, die dann in die verschiedensten Einrichtungen fließen.

Cremers ist am ganzen Niederrhein unterwegs und aktiv, er wirbt für Feste, Events und Gemeinden, arbeitet mit Menschen aus allen Schichten, Alters- und Berufsgruppen. So malt er in Rheinberg und in Ginderich mit anderen Menschen, die seine Begeisterung und seine Einstellung in Sachen Kunst teilen. Jeder kann malen, hat er einmal gesagt, und das ist es auch, worauf es ihm ankommt: „Das Eigenpotenzial. Authentizität kann man nicht lernen, die hast du.“ Was seine Schüler und Schülerinnen machen, müsse er nicht mögen, wichtig sei, „dass es gut ist“. Sein Credo ist: „Mache nicht etwas, was dir vorschwebt, sondern das, was du kannst.“

Römer, Siegfried und vieles mehr

In Xanten hat Cremers viele Spuren hinterlassen. Zum Beispiel „KleinMontmartre“, das weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist. Wer durch die Orkstraße geht, bleibt garantiert vor dem Hotel Neumaier stehen. Dort hat Cremers eine ganze Wand gestaltet - Xantens Geschichte meterhoch und in Farbe. Da sind die Römer zu sehen, der Siegfried und vieles mehr.

Wer Cremers’ Werk verstehen will, sollte sich auf den Weg nach Duisburg machen. Dort läuft eine, wie Kritiker geschrieben haben, schon fast museale Ausstellung über sein Kunstwerk Niederrhein, in dem er seit rund 20 Jahren „on the road“ ist.

Geplant war die Schau bis zum 17. Juni, sie wird aber verlängert, kündigt der Künstler an. Der Katalog zur Ausstellung bietet einen sehr persönlichen Blick auf den Künstler, der unter anderem einmal gesagt hat: „Kunst macht man nicht, Kunst ist man.“

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