Maschinenbau

Alpen: IMI Norgren baut Stellen ab – Lösungen gesucht

Bei IMI Norgren an der Bruckstraße in Alpen sollen einige Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Bei IMI Norgren an der Bruckstraße in Alpen sollen einige Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Foto: Armin Fischer

Alpen.  Stand­ort­lei­ter Tors­ten Norff be­grün­det die Maß­nah­men mit Auf­trags- und Um­satz­rück­gän­gen. So soll es nun in Alpen weiter gehen.

Die weltweite Flaute im Maschinenbau macht auch vor dem niederrheinischen Alpen nicht halt. Nachdem Landtechnik-Hersteller Lemken im Herbst geschwächelt und die Belegschaft auf Kurzarbeit eingestellt hatte – die Karte wurde letztlich nicht gezogen –, dringen jetzt von IMI Norgren besorgniserregende Meldungen nach draußen. Standortleiter Torsten Norff hat am Donnerstag auf Anfrage der Redaktion bestätigt, dass Personalabbau aktuell ein großes Thema im Unternehmen sei.

Man befinde sich in intensiven Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern, „um mit möglichst sozialverträglichen Lösungen“ die aufgrund der wirtschaftlichen Lage gebotenen unternehmerischen Ziele zu erreichen. Fest steht, dass Leute gehen müssen. Zahlen nannte weder der Werksleiter noch Betriebsratschef Jürgen Rogowski.

Stellenabbau in Alpen: Schlechte Auftragslage

Als Grund für den Personalabbau nannte Norff die negative Auftrags- und damit Umsatzentwicklung, die sich auch mittel- und langfristig nicht bessern werde. Daher sei das Unternehmen, nachdem in der zweiten Jahreshälfte 2019 bereits mehrere Monate kurz gearbeitet worden sei, gezwungen, zu reagieren und „die Kostenstruktur anzupassen“.

Das heißt im Klartext Entlassungen. Derzeit arbeiten noch rund 560, meist gut qualifizierte Beschäftigte am Standort. Nach unbestätigten Informationen soll anfänglich von 80 Arbeitsplätzen die Rede gewesen sein, die in Gefahr seien.

Entlassungen in Alpen: „Standort für Wettbewerb fit machen“

Rogowski geht davon aus, dass diese Zahl am Ende deutlich unterschritten werden könne. Grundlage seiner Einschätzung ist der inzwischen vorliegende Entwurf eines Sozialplans, der auf der Ebene des Konzernbetriebsrates ausgehandelt werde. „Wir streben an, dass jeder, der betroffen ist, nicht in ein Loch fällt, sondern gut abgefedert wird“, so der Betriebsratschef. „Aber natürlich kann man die Lage für die, die gehen müssen, am Ende nicht schönreden.“

Norff erklärte, dass zunächst wohl mit denjenigen gesprochen werde, deren Arbeitsverhältnisse befristet seien, und mit denen, die sich der Rente nähern. Welche Bereiche betroffen sind, sagte Norff nicht. Für den Standort Alpen gehe es darum, sich sicher und fit zu machen für den nationalen und internationalen Wettbewerb, damit hier auch die nächste Generation noch erfolgreich anspruchsvolle Antriebstechnik fertigen kann.

Norgren in Alpen: „Kein Zusammenhang mit dem Brexit“

Norgren ist seit 1986 eine Tochter der Imperial Metal Industries (IMI) mit Sitz bei Birmingham in England. Der Standortleiter tritt Spekulationen entgegen, dass der Personalabbau in Zusammenhang mit dem Brexit steht. „Produziert wird fast ausschließlich in Kontinental-Europa“, sagte Norff. Auch eine Verlagerung von Kapazitäten auf andere Konzern-Standorte schloss er aus.

Besorgt über die Nachrichten aus dem Hause IMI zeigt sich auch Bürgermeister Thomas Ahls: „Wir nehmen wahr, dass es im Betrieb nicht rundläuft.“ Im tue es um jeden leid, „der seine Arbeit verliert“. Alpen sei in doppelter Hinsicht betroffen. Es gingen Jobs verloren. Und IMI sei ein wichtiger Steuerzahler.

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