Karneval

Alpen-Veen: Ein ganzes Dorf im Karnevalsfieber

Die Gäste aus Sonsbeck feierten den Straßenkarneval im Schafskostüm.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Die Gäste aus Sonsbeck feierten den Straßenkarneval im Schafskostüm. Foto: Jasmin Ohneszeit

Alpen-Veen.   Der 49. Rosenmontagszug in Alpen-Veen lockte tausende Besucher in den kleinen Ortsteil. Mit 40 Gruppen war der Zug länger als im letzten Jahr.

Knatternde Traktoren warteten auf das Startzeichen, tausende Besucher standen gespannt am Straßenrand: Wenn gefühlt ganz Veen auf den Beinen ist, dann kann nur Karneval sein. Und so herrschte in dem kleinen Örtchen am gestrigen Rosenmontag der Ausnahmezustand: Pünktlich um 11.11 Uhr setzte sich der 49. Rosenmontagszug in Gang.

Unter anderem Kegelclubs, Nachbarschaften, Sportvereine, Schützenvereine, Freundeskreise und befreundete Karnevalsvereine aus der Umgebung machten mit und zogen die knapp zweieinhalb Kilometer lange Strecke von der Dorfstraße über die Kirchstraße bis hin zur Straße An der Ley. Getreu des Sessionsmottos der Veenze Kräje, die den Umzug organisierten – „Wild-West Karneval im Veener Krähental – , waren viele Wagen zum Saloon umgebaut. Cowboys warfen Kamelle ins närrische Volk: Bonbons, Gummibärchen, Schokolade. Besonders die vielen kleinen Besucher stürzten sich auf die Süßigkeiten. Der Junggesellen Schützenverein Alpen begab sich auf die „Alpensafari“. Die Mitglieder tarnten sich dafür als Zebras. Ebenfalls mit dabei die Borther Klapskallis, die Nachbarschaft am Huferend und die Spielmannszüge aus Birten und Veen.

Mit dem Flieger nach Veen

Traditionell hatten sich die teilnehmenden Gruppen viel Mühe bei der Gestaltung ihrer Wagen gegeben. Die Karnevalsfreunde Bönninghardt kamen mit ihrem eigenen Flugzeug der „Böing (Hardt)“ nach Veen. Ihr Wagen sah aus wie ein echtes Flugzeug mit richtigem Cockpit. Die Besatzung, alias Mitglieder des Karnevalsvereins, versorgte dann die Besucher am Straßenrand.

Das Kinderprinzenpaar der Veenze Kräje, Henrik und Leonie, ließ sich von Pharaonen begleiten. Das Motto des Wagens: „Eselsmilch und Hirsebrei, vom Nil bis an die Alpsche Ley“. Gefahr bahnte sich aus Xanten an: Die Piraten aus Birten kamen mit ihrem Schiff und dem Motto „Wild Wild West, die Piraten aus Birten plündern das Krähennest!“, nach Veen. Doch statt zu plündern, warfen auch sie ordentlich Kamelle.

„Die Stimmung ist wie immer einfach klasse und locker. Jeder Wagen ist sehr individuell gestaltet und man sieht, dass sich alle Gruppen extrem viel Mühe gegeben haben“, sagte Hilla, die an der Dorfkirche das bunte Treiben feierte. Ein paar Meter weiter an der Kirchstraße war eine ganze Schafherde unterwegs. 20 Mitglieder des Sonsbecker Freundeskreises Karneval jubelten zum einen ihrer eigenen Gruppe, die mitlief zu, zum anderen feierten sie den Straßenkarneval selbst. „Die Stimmung ist sehr, sehr gut“, sagte Bodo Rademacher.

Knapp zwei Stunden dauerte es, bis alle Wagen durch das Dorf gezogen waren. Insgesamt 40 Einheiten, darunter 25 große Wagen, sechs Fußgruppen sieben kleinere Wagen und zwei Spielmannszüge waren dabei. Damit war der Zug noch ein ganzes Stückchen länger als im vergangenen Jahr, als 33 Gruppen dabei waren.

„Es lief alles nach Plan. Das Wetter hat mitgespielt und die Stimmung unter den Feierenden war super“, erklärte Karl-Heinz Kamps, der gemeinsam mit Heinz-Gerd Conrad den Zug moderierte. 15 000 Besucher, so schätzt Kamps, seien gestern durch Veen mitgezogen. Zum krönenden Abschluss des Zuges, ließ sich dann noch der Elferrat der Veenze Kräje auf dem letzten Wagen feiern – auch sie hatten noch jede Menge Kamelle mit im Gepäck.

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