Kommunalpolitik

Alpen: Warum das Interesse an grüner Politik wächst

Peter Rüsing ist seit Kurzem Ratsherr. Er versuchte Interessenten, die Scheu zu nehmen, sich aufs politische Parkett zu wagen.

Peter Rüsing ist seit Kurzem Ratsherr. Er versuchte Interessenten, die Scheu zu nehmen, sich aufs politische Parkett zu wagen.

Foto: Armin Fischer

Alpen.  Die Grünen in Alpen sind selbst ein wenig überrascht über die Resonanz beim Sympathisanten-Treffen. Sie wünschen sich eine Verjüngung der Partei.

Dass die Grünen im Land kräftigen Aufwind verspüren, macht sich auch in Alpen bemerkbar. Der Zulauf ist spätestens seit dem Interessenten-Treffen am Donnerstagabend im Gasthof Zum Dahlacker unübersehbar. Im Hinterzimmer verlieren sich bei Parteiversammlungen für gewöhnlich ein halbes Dutzend Mitglieder. Diesmal war’s fast zu klein.

Das macht zuversichtlich. „Das Ergebnis der letzten Kommunalwahl war mit 13,2 Prozent schon sehr gut. Ich denke, dass wir im September nochmal kräftig zulegen“, orakelte Grünen-Sprecher Peter Nienhaus. Mindestens zwei Sitze sollen zu den bisher vier dazukommen. Um die zu besetzen, braucht’s eben Personal. Nicht ganz leicht bei einem Ortsverband mit gerade mal 20 Mitgliedern, von denen sich fünf aktiv in die Rats- und Gremienarbeit einbringen.

Grüne in Alpen: Viel Aufwand in der Fraktionsarbeit

Um den Unterbau zu kräftigen, hatten die Grünen Sympathisanten eingeladen. Gut ein Dutzend Interessenten kam. Ihre Motivation deckt sich mit den Zielen der Partei. Klima-, Umwelt- und Naturschutz, aber auch Chancengleichheit und Basisdemokratie lauteten in einer Vorstellungsrunde die Stichworte der Gäste. Nienhaus erläuterte den Aufwand in der Fraktionsarbeit: „Die Teilnahme in Hauptausschuss und Rat sind Pflicht, dazu kommen wöchentliche Fraktionssitzungen. Der zeitliche Aufwand dafür beträgt rund 70 Stunden im Jahr.“ Mitgliedschaften in weiteren Gremien, wie etwa dem Bau-, Planungs- und Umweltausschuss, könnten je nach Kompetenz frei gewählt werden.

Die Scheu davor, sich als Anfänger aufs politische Parkett zu wagen, wollte der noch relativ neue Ratsherr Peter Rüsing nehmen: „Ich bin von Partei und Ortsverband sehr gut unterstützt worden, habe tolle Seminare besucht und viel gelernt. Alle Ratsmitglieder machen weiter und helfen gern mit ihrer Erfahrung.“ Neulinge im Rat könnten die Sitzungen erstmal zurückhaltend angehen. Das Reden übernähmen in der Regel die Fraktionssprecher. Ein Umstand, den Nienhaus aber gerne ändern würde: „Natürlich darf sich jeder einbringen, ich fände eine lebendige Diskussion sogar besser.“

Ziel der Grüne in Alpen: Die Partei verjüngen

Den Schwung der Klimaschutz-Bewegung „Fridays for Future“ will Nienhaus nutzen, eine Verjüngung der Partei herbeizuführen: „Wir brauchen junge Menschen, die sich für unsere Ziele einsetzen, wir brauchen ihren Input und ihr Know-how.“ Beides können Interessenten an grüner Politik vor Ort auch gleich einbringen. Zum Beispiel bei der Erstellung des Wahlprogramms. „Ich schicke allen das Protokoll. Wer möchte, darf gerne an der Ausarbeitung der einzelnen Themen mitwirken“, so Nienhaus.

Das sei gelebte Basisdemokratie von Beginn an. Dafür sei nicht mal eine Mitgliedschaft in der Partei erforderlich. „Wir wünschen uns natürlich neue Mitglieder. Aber wer sich parteipolitisch nicht binden möchte, ist ebenfalls willkommen. Und wer möchte, darf gerne unsere Fraktionssitzungen besuchen“, versicherte Nienhaus. Die finden dienstags von 18 bis 20 Uhr im Rathaus (Raum 306) statt.

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