Bahnverkehr

Alpener CDU fordert Ausbau der Regionalbahn 31

Trafen sich in Alpen zu einem „Krisengespräch“: Günter Helbig, Frank Berger, Karl Hofmann und Kurt Verhülsdonk (von links). 

Trafen sich in Alpen zu einem „Krisengespräch“: Günter Helbig, Frank Berger, Karl Hofmann und Kurt Verhülsdonk (von links). 

Foto: Cdu

Politiker äußerten ihren Unmut über die vorhandenen Probleme beim „Niederrheiner“ – und wollen den Druck auf die Verantwortlichen erhöhen.

Alpen. Was Günter Helbig, CDU-Fraktionsvorsitzender im Alpener Gemeinderat, so griffig formuliert, ist wörtlich zu nehmen. „Die Regionalbahn 31 ist die Lebensader des Nahverkehrs in unserer Gemeinde. Deshalb können wir es nicht hinnehmen, dass unsere Leute durch den schlechten Standard auf der Strecke den Anschluss verpassen.“ Viel zu häufig sind die Züge zwischen Xanten und Duisburg mit so viel Verspätung unterwegs, dass sorgfältig ausgetüftelte Übergänge auf andere Linien platzen. Beileibe nicht nur am Bahnknotenpunkt Duisburg. Helbig: „Wir haben den Fahrplan unseres Alpener Bürgerbusses auf die Zeiten der RB 31 abgestimmt. Wenn das Umsteigen durch die Probleme bei der Bahn nicht klappt, dann können wir uns den Bürgerbus schenken.“

Die Sorgen in Alpen fußen auf konkreten Zahlen: „In den Zügen des ,Niederrheiners‘ sitzen hier immer weniger Fahrgäste“, berichtet Karl Hofmann. Der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) spricht von einem Fahrgastschwund in der Größenordnung von 20 Prozent. Ganz anders sei die Entwicklung im Streckenabschnitt zwischen Moers und Duisburg, so Hofmann: „Da gibt es Zuwächse von mehr als 50 Prozent“.

Denn während die Züge von Xanten bis Moers bis auf wenige Ausnahmen nur im Stunden-Takt über die Gleise zockeln, rollen sie von Moers bis Duisburg im 30-Minuten-Rhythmus. Und ab dem Winterfahrplan sind dort sogar noch mehr Fahrten geplant. Da lassen sich selbst ärgerliche Verspätungen leichter verkraften. Besonders empörend empfindet es Karl Hofmann, dass „unsere Probleme schon seit Jahren bekannt sind, dass man Lösungsmöglichkeiten kennt – und trotzdem nichts passiert, sondern die Lage immer noch schlechter geworden ist“.

Das will der MIT-Mann nicht länger hinnehmen und hat die Misere „ganz oben“ angesprochen: im Landesverkehrsministerium, bei Minister Hendrik Wüst. Sein Büro hat Hofmanns konkrete Wunschliste für eine zügige Verbesserung des Zugverkehrs bereits durchgearbeitet: den durchgehenden 30-Minuten-Takt, umweltfreundlichere Züge nach Elektrifizierung des letzten Streckenabschnitts von Millingen bis Xanten oder der Einsatz von Akku-Fahrzeugen und die technische Sicherung von Bahnübergängen – dann kämen die Züge schneller voran und müssten streckenweise nicht bis auf Tempo 30 abbremsen. Es müsste zusätzliche Kreuzungsmöglichkeiten geben, um die Anfälligkeit für Verspätungen zu verringern, damit eine Zugfahrt von Xanten oder Alpen nach Duisburg nicht länger ein unkalkulierbares Risiko ist.

Alle Punkte auf dieser Liste sind nach Einschätzung von Frank Berger absolut nachvollziehbar. Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion ist auch Mitglied der Verbandsversammlung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und hat die die Situation der RB 31 schon mehrfach zum Thema in der VRR-Chefetage gemacht. Berger: „Wir haben es immerhin geschafft, dass die Nordwestbahn mehr Personal ausbildet und einsetzt. Dadurch ist der Verkehr wieder zuverlässiger geworden.“

Das war das vielleicht wichtigste Ziel, denn „wenn wir die Verkehrswende schaffen und die Menschen zum Umsteigen vom Auto in die Bahn bewegen wollen, müssen wir ihnen eine zuverlässige Alternative bieten“.

Keine Planungskapazitäten

Der 30-Minuten-Takt auf der Strecke ist im Nahverkehrsplan des Kreises Wesel verankert – lässt sich aber nur umsetzen, wenn die Deutsche Bahn als Eigentümerin der Strecke an ihrer Infrastruktur arbeitet. Am Geld liegt es nicht, weiß Frank Berger: „Mittel sind da“.

Aber es gibt so gut wie keine Planungskapazitäten, und auch die einschlägigen Bauunternehmen sind auf Jahre ausgebucht. Das allerdings sieht die CDU sowohl im Kreistag als auch in der Gemeinde Alpen eher als Ansporn an: „Wir müssen Druck aufbauen“, sagt Kurt Verhülsdonk von der CDU Alpen. „Druck im Verkehrsministerium. Druck im VRR. Und Druck bei der Deutschen Bahn. Und das werden wir machen“.

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