Landesverdienstorden

Alpener Kinderarzt erhält den Landesverdienstorden

Kinderarzt Dr. Prof. Klaus Pistor erhält den Landesverdienstorden NRW

Kinderarzt Dr. Prof. Klaus Pistor erhält den Landesverdienstorden NRW

Foto: Mareike Kluck

Alpen.   Klaus Pistor kümmert sich heute ehrenamtlich um Kinder, die nicht krankenversichert sind und mit ihren Familien am Rande der Gesellschaft leben.

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Seit 30 Jahren wird in Nordrhein-Westfalen der Landesverdienstorden verliehen. In diesem Jahr ist auch ein Alpener unter den Preisträgern. „Ich war sehr überrascht, als mich die Staatskanzlei angerufen und mir mitgeteilt hat, dass ich mit dem Orden ausgezeichnet werden soll“, sagt Prof. Klaus Pistor. „Wofür ich ihn genau bekomme, hat man mir noch nicht mitgeteilt.“ Darüber wird sich die Staatskanzlei auch bis zum feierlichen Empfang am kommenden Donnnerstag, 17. November, ausschweigen.

Fest steht, dass Klaus Pistor von jemandem als potenzieller Preisträger vorgeschlagen worden sein muss, und, dass es mehrere Gründe gibt, warum der Alpener den Orden als Würdigung für außerordentliche Verdienste um die Allgemeinheit verdient hat.

Der ehemalige Chef der Kinderklinik am Krankenhaus Bethanien in Moers engagiert sich schon lange beim Deutschen Roten Kreuz, in einer Einrichtung für schwer behinderte Menschen in Alpen und war lange Presbyter der evangelischen Kirchengemeinde in Alpen. Seit fast drei Jahren kümmert er sich außerdem im „Petershof“ in Duisburg-Marxloh ehrenamtlich darum, dass auch Kinder medizinisch betreut werden, die mit ihren Familien außerhalb des Systems leben. Sprich: Kinder von Familien, die aus verschiedensten Gründen nicht krankenversichert sind. In den meisten Fällen sind es Roma aus Rumänien und Bulgarien, Flüchtlinge aus Syrien oder Afrika. „Im Petershof leistet ein Team von ehrenamtlichen Helfern rund um Pater Oliver Potschien wichtige Aufgaben in ganz verschiedenen Bereichen“, sagt der 75-jährige Alpener Kinderarzt. „Sei es die medizinische Versorgung, der integrative Kindergarten oder aber eine Sprechstunde für straffällig gewordene Jugendliche.“ Die Ehrenamtler des Petershofs setzen sich für Menschen ein, die am Rand der Gesellschaft leben und oft in Vergessenheit geraten. „Natürlich freut man sich über solch eine Auszeichnung – es ist eine Wertschätzung und stärkt das Selbstbewusstsein“, sagt Pistor, der sich trotz privater Schicksalsschläge in der letzten Zeit nicht davon abbringen lässt, sich um diejenigen zu kümmern, die ihm besonders am Herzen liegen: die Kinder. „Aber es gibt natürlich noch viele andere Menschen, die sich ebenso engagieren.“

Insgesamt scheint Klaus Pistor ein sehr bescheidener Mensch zu sein, wenn es um seine Person geht. Er betont, dass ohne die Unterstützung seiner Ehefrau und auch seiner Söhne vieles nicht möglich gewesen sei. Denn auch sie mussten häufig auf den Vater verzichten, wenn er als einer der ersten Experten in Sachen Nierentransplantation bei Kindern, immer wieder im Einsatz war.

Unterstützung von Ehefrau Anne

Anne Pistor hat ihrem Mann immer den Rücken frei gehalten – ihn in all seinen Tätigkeiten unterstützt. „Als er vor etwa zehn Jahren in den Ruhestand gegangen ist, habe ich ihn noch motiviert, sich weiter für kranke Menschen, insbesondere natürlich Kinder, einzusetzen“, sagt die gelernte medizinisch-technische Assistentin. „Wir haben uns beide immer gerne für andere eingesetzt.“ Seit 44 Jahren sind sie verheiratet – auch Anne Pistor engagiert sich ehrenamtlich in der LVR-Behinderten-Einrichtung in Alpen. Die zweifache Mutter und dreifache Großmutter ist stolz auf ihren Mann und freut sich auf die Verleihung des Verdienstordens nächste Woche in Düsseldorf. Insgesamt 17 Personen werden in diesem Jahr persönlich von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ausgezeichnet – darunter auch prominente Preisträger wie CDU-Politiker Karl-Josef Laumann, ZDF-Moderatorin Dunja Hayali oder Comedian Ingolf Lück.

Auch wenn Klaus Pistor sich freut, dass seine Arbeit, und wie er betont damit auch die seiner Kollegen in einem solchen Maße wertgeschätzt wird, gibt es für ihn kein größeres Geschenk „als die Dankbarkeit und das Lachen“ seiner kleinen Patienten.

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