Bauausschuss

Alpener sagen Ja zum Wohnzimmer

Die Alpener konnten sich für die wuchtigen Blumenkübel nicht begeistern.  

Foto: Felixx

Die Alpener konnten sich für die wuchtigen Blumenkübel nicht begeistern.   Foto: Felixx

Alpen.   Das Planungsbüro Felixx stellte jetzt im Bauausschuss seine überarbeiteten Ergebnisse vor – und freute sich über die Beteiligung der Bürger.

Wer ein schönes Haus hat, der möchte sich natürlich auch sein Wohnzimmer gemütlich einrichten. Jedenfalls scheinen sich die Alpener Bürger sehr dafür zu interessieren, wie ihr Zuhause künftig aussehen soll: Rund 500 Feedback-Karten sind rund um den Blumen- und Spargelmarkt am 29. April ausgefüllt worden. Mit einer insgesamt äußerst positiven Gesamtbewertung der dort vom Büro Felixx vorgestellten Möbelmodelle im neuen Alpener Wohnzimmer. Für Sitzbänke, Stehlampen, Fahrradständer und Poller gaben die Bürger nämlich durchweg grünes Licht – lediglich die als zu wuchtig empfundenen Blumenkübel und die Abfalleimer wurden bei der Befragung von den Bürgern abgelehnt. Zudem identifizierte sich eine Mehrheit mit dem Wappen der Gemeinde, noch deutlich vor dem Logo „Alpen begeistert“ – wie Planer Martin Lyhme gestern eingangs der Sitzung des Bauausschusses berichtete.

Vertreter des Planungsbüros Felixx erläuterten die Ergebnisse noch einmal im Detail – und lobten die gute Resonanz. „Wir freuen uns, dass wir unsere Möbel in diesem Rahmen präsentieren konnten“, sagte Landschaftsarchitekt Michiel Van Driessche. „Gefreut hat uns auch, dass so viele Menschen gekommen sind und aufgeschrieben haben, was sie über die Möbel denken. Eine überwältigende Beteiligung.“ Die Planer hätten die Ideen ernst genommen und in ihre Überlegungen eingebracht. Herausgekommen sind zwei neue – verkleinerte und elegantere -- Varianten für Blumenkübel und Abfalleimer.

Eine Einheit

Drei Gebiete – der Rathausplatz, der Rathausvorplatz und die „Neue Mitte“ in Richtung Burgstraße und Sparkasse sollen künftig zu einer Einheit verschmelzen. Was können wir erhalten, was müssen wir erneuern – diese Frage stand bei der Analyse im Mittelpunkt. So sollen die Ecken des Rathausplatzes neu begrünt werden, die Fläche im Allgemeinen multifunktional nutzbar sein. Die Parkplätze sollen indes erhalten bleiben, ebenfalls die Pflasterung. In der Mitte werden Pflanzenkübel Platz finden. Der Rathausvorplatz soll quasi als kommunikativer Treffpunkt für die Nachbarschaft dienen, mit verschiedenen Blumenkübeln und einem integrativen Wasserelement in Form der Motte versehen werden. Die „Neue Mitte“ basiert auf dem Prinzip der Shared Spaces. Hier teilen sich Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer die Räume, gekennzeichnet durch gelbe und rote Pflastersteine in Anlehnung an die Farben des Alpener Wappens. Die gelbe und rote Pflasterung soll auch rund ums Rathaus und seinen Vorplatz zu finden sein – gelb gilt hier für Fußgänger und Radfahrer, rot für Autos. „Wir wollen einen Teppich ins Zentrum legen, wie in ein Wohnzimmer“, erklärte Michiel Van Driessche. Die Burgstraße wird beispielsweise mit einer roten Pflasterung markiert, für Parkplätze gilt das Gleiche. Die Alpsche Ley soll im gleichen Atemzug prominenter verkauft werden.

Die Ideen stießen nicht nur bei Bürgermeister Thomas Ahls auf offene Ohren. „Wir wollen aber nicht so sehr über Details sprechen, sondern vor allem das Gesamtkonzept sehen.“ Abfalleimer und Blumenkübel könne man später noch dazustellen. In diesem Jahr stünden sowieso erst Rathaus und Vorplatz auf der Agenda. Ab etwa Oktober könnten die Aufträge vergeben werden. Auch aus den Fraktionen gab es viel Lob – selbst von der SPD, die in der Vergangenheit immer wieder die mangelnde Bürgerbeteiligung angemahnt hatte. „Ingesamt scheinen die Möbel bei den Bürgern gut angekommen zu sein – auch was das Gesamtdesign betrifft“, sagte Armin Lövenich. „Das Wohnzimmer Alpens ist mittlerweile in den Köpfen, die Leute können sich etwas darunter vorstellen“, betonte Günter Helbig (CDU). Auch Stephan Gesthuysen (FDP) und Willi Schellen (Grüne) erklärten unisono: „Die Bürger sind bei diesem Prozess mitgenommen worden.“ Was die Blumenkübel und Abfalleimer betrifft, ist allerdings noch nicht das letzte Wort gesprochen...

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik