Unglück

Alpener Schüler trauern nach Unfall um Klassenkameraden

An diesem Bahnübergang in Alpen passierte der schreckliche Unfall.

Foto: crei

An diesem Bahnübergang in Alpen passierte der schreckliche Unfall. Foto: crei

Alpen/Rheinberg.   Ein 15-Jähriger ist am Mittwoch in Alpen von einem Zug überrollt worden. Notfallseelsorger kümmern sich um Familie, Mitschüler und Lehrer.

Schüler, Eltern und Lehrer der Sekundarschule Alpen sind zutiefst bestürzt über den Tod ihres Freundes, Klassenkameraden und Schülers. „Aufgrund eines tragischen Todesfalls einer unserer Schüler findet am heutigen Donnerstag, 22 Juni, kein Unterricht statt. Die Schule steht für jeden offen! (...) Notfallseelsorger sind vor Ort.“ So steht es auf der Internetseite der Sekundarschule Alpen. Alle Beteiligten sind fassungslos und traumatisiert.

Der 15-Jährige, der am Mittwoch am unbeschrankten Bahnübergang an der Hucker Straße ums Leben gekommen ist, hinterlässt auch in der Schulgemeinschaft eine große Lücke. „Wir bieten den Kindern die Schule als Schutzraum, in der sie ihrer Trauer Ausdruck verleihen können“, sagt Schulleiter Tilman Latzel. „In intensiven Gesprächen mit den Notfallseelsorgern und mit Lehrern konnten sich die Schüler austauschen.“ Neben Seelsorgern der Polizei, kamen auch Notfallseelsorger aus Alpen und den umliegenden Gemeinden, unter ihnen auch Diakon Ludger Funke aus Alpen, um die Schüler und das Kollegium vor Ort zu unterstützen. Auch Schulleiter Latzel ist sehr betroffen, da er den verunglückten 15-Jährigen aus Rheinberg gut kannte und selbst unterrichtet hat. „Auch ich suche das Gespräch mit meiner Familie, Kollegen und Freunden — dieses fürchterliche Unglück geht an keinem spurlos vorbei.“

Kondolenzraum in der Schule

Ein paar Dutzend Jungen und Mädchen sind in der Schule, stehen zusammen, unterhalten sich leise, reichen sich die Hände. Der 15-Jährige ist bekannt, beliebt, begabt. In ihrem Klassenraum gedenken die Klassenkameraden ihrem Freund, weinen gemeinsam, stellen ein Foto von ihm auf, zünden Kerzen an und bringen Blumen mit. Heute wird ein Kondolenzraum in der Schule eingerichtet, den alle 420 Schüler nutzen können, um sich von ihrem Mitschüler zu verabschieden. In einem Buch dürfen sie ihm letzte Zeilen und Gedanken widmen.Als Verantwortlicher für die Familie des verstorbenen Schülers, für seine Mitschüler und für die Lehrer wünscht sich der Schulleiter zunächst einmal Ruhe. Ruhe, um das zu verarbeiten, was geschehen ist. „Wir brauchen einfach Zeit und Raum – Trauern ist eine ganz persönliche Angelegenheit.“

Eine Obduktion des Unfallopfers , die gestern Vormittag durchgeführt worden ist, hat ergeben, dass der Jugendliche aufgrund multipler, schwerer Verletzungen vor allem im Kopfbereich verstorben ist und wohl auf der Stelle tot war.

Die Kreispolizei Wesel bittet derweil, dass sich weitere Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, melden. Hinweise zum Verkehrsunfall nimmt die Verkehrspolizei in Kamp-Lintfort unter der Rufnummer 02842 /9340 entgegen.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik