Tankstelle

Alpener Tankstellenbesitzer ist zurück auf der Überholspur

Hans Josef Steffens mit seiner Tochter Sabrina an der modernisierten Zapfanlage mit einem Transporter aus dem eigenen Fuhrpark.

Hans Josef Steffens mit seiner Tochter Sabrina an der modernisierten Zapfanlage mit einem Transporter aus dem eigenen Fuhrpark.

Foto: oo

Alpen.  Hans Josef Steffens, Inhaber der Tankstelle an der Weseler Straße, hatte mit der Konkurrenz zu kämpfen. Mit einem neuem Angebot ist er zurück.

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Mehr als ein halbes Jahrhundert hat Hans Josef Steffens an der Weseler Straße Autofahrern seine Dienste angeboten und damit gute Geschäfte gemacht. Es ging von recht bescheidenen Anfängen stetig bergauf. Bis sich vor zwei Jahren an der Ecke B 58/ Rathausstraße der Jet-Konzern mit einer Tankstelle niederließ – mit spürbaren Folgen für die Servicestationen an der Weseler Straße. Um gut ein Fünftel sei der Umsatz eingebrochen, berichtet Junior-Chefin Sabrina Steffens. Auch wenn zahlreiche Kunden, auch wegen der angeschlossenen Werkstatt, der freien Tankstelle die Treue gehalten hätten. Eine ernsthafte Krise.

Doch Vater und Tochter haben nicht die Hände resigniert in den Schoß gelegt und abgewartet. Sie haben auch Chancen gesehen und gehandelt. Mit Erfolg. „Wir waren immer ganz gut aufgestellt und konnten so die Delle ganz gut abfangen“, sagt die 37-jährige Junior-Chefin. Das Personal sei komplett erhalten worden. Vater und Tochter haben trotz oder auch wegen der Konkurrenz in die Zukunft investiert. Einen höheren sechsstelligen Betrag. „Wir konnten ja nicht einfach unsere Zapfsäulen nehmen und Richtung B 58 marschieren“, sagt Hans Josef Steffens. Für den Umzug Richtung Bundesstraße rund 1,5 Millionen Euro in die Hand zu nehmen, sei nicht nur höchst riskant gewesen, sondern „hätte einfach keinen Sinn ergeben“, so der erfahrene Geschäftsmann. Eine Tankstelle im Schatten des Lärmschutzwalls vor der angrenzenden Wohnsiedlung am Drüpter Weg hätte immer noch abseits des Verkehrsstroms gelegen.

So haben sich die Steffens’ auf den Standort konzentriert. Um den zukunftsfest zu machen, hat sich der Familienbetrieb einen Partner gesucht und ihn im Kraftstofflieferanten aus dem westlichen Münsterland auch gefunden. Vater und Tochter Steffens behalten das Tankstellen-Geschäft komplett in der eigenen Hand, sind nur beim Bezug des Kraftstoffs vertraglich an den Lieferanten gebunden.

Der habe die Stärke des Standortes unweit großer Gewerbebetriebe wie Lemken und IMI Norgren erkannt. Die haben eigene große Fuhrparks und brächten auch erheblichen Werkverkehr an die Säulen, unterstützt durc den westfälischen Partners. Dessen Platzvorteil kann Steffens nun voll ausspielen. Die Tankstelle ist inzwischen ins Netz namhafter Flottenkarten-Anbieter eingebunden. Lkw-Fahrer und Besitzer von Firmenwagen können hier volltanken. Vorher wurden die wegen des üppigen Raumangebotes auch für Lastzüge gut anzusteuernden zwei Zapfsäulen mit insgesamt 16 Zapfpunkten auf den Stand der Technik gebracht. Per Knopfdruck kann man von Pkw- auf Lkw-Betrieb umschalten und die Füllmenge verdoppeln, damit der Tankvorgang für Großabnehmer keine kleine Ewigkeit dauert. Geplant ist auch ein Tankautomat, der rund um die Uhr Dienst tut.

Umsätze wie früher

Die Flottenkarten hätten für mächtig Auftrieb gesorgt, berichtet Sabrina Steffens. „Wir sind inzwischen wieder bei den alten Umsätzen angelangt“, sagt die 37-Jährige. Und sie sieht die Station weiter auf Wachstumskurs, weil das digitale Netz über Navigation Flottenkapitäne gezielt an die Zapfsäulen führt. Sie machen, so die Tankstellenbetreiber, inzwischen mehr als die Hälfte der Kundschaft aus.

Auch für den „normalen“ Autofahrer hat die Station gewonnen. Durch die neue, Lack schonende textile Waschstraße. Komplett wird das Angebot durch die Vermietung von Anhängern und Kleintransportern – beispielsweise für den Umzug. Insgesamt, so Steffens, kämen inzwischen zahlreiche neue Kunden, die sie vorher noch nie gesehen habe. Ein gutes Zeichen. Da passt es ins Bild, dass auch die Imbissstation optisch nachzieht.

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