Finanzen

Alpens Bürgermeister Thomas Ahls verteidigt Ausgaben

Der sechs Millionen Euro teure Neubau des Feuerwehrgerätehauses soll Ende des Jahres fertig sein.

Foto: bp

Der sechs Millionen Euro teure Neubau des Feuerwehrgerätehauses soll Ende des Jahres fertig sein. Foto: bp

Ende 2018 steht Alpen mit 23 Millionen Euro in der Kreide. Ahls hält die Investitionen wie für den Bau des Feuerwehrgerätehauses für notwendig.

Alpen. Bürgermeister Thomas Ahls hat sich Kritikern des aktuellen Schuldenberges entgegengestellt und fremdfinanzierte Investitionen verteidigt. Niedrigzinsen auf der einen und galoppierende Baupreise auf der anderen Seite ließen es als Gebot der Stunde erscheinen, sich Geld von den Banken zu leihen, um zweifellos notwendige Dinge zur Entwicklung der Gemeinde zu bezahlen. Insbesondere die FDP hatte sich mehrfach dafür eingesetzt, den Schuldenberg nicht weiter wachsen zu lassen. Zuletzt hatten die Liberalen noch einmal bekräftigt, fremdfinanzierte Investitionen nicht mehr mitzutragen.

Bürgermeister Ahls nutzte sein Treffen mit der Senioren Union um „plakative“ Kritik am wachsenden Schuldenberg zu relativieren. Ganz zurückweisen wollte er sie nicht. „Irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem es schmerzhaft ist“, sagte Ahls. Aber an dem sei man in Alpen noch nicht angelangt, obwohl die Gemeinde nach derzeitige Planung am Ende des Jahres mit 23 Millionen Euro in der Kreide steht – so tief wie noch nie.

Als er 2004 ins Amt gekommen sei, habe die Verschuldung laut Ahls bei rund 15 Millionen Euro gelegen. Das sei damals wesentlich schmerzhafter gewesen, weil die Zinslast die Leistungsfähigkeit spürbar eingeschränkt habe. Das sei aktuell in Zeiten von Tiefstzinsen deutlich anders. So sei der sechs Millionen teure Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses, obwohl komplett mit Krediten finanziert, ohne Risiko zu stemmen. Der Neubau sei für die kommenden drei Jahrzehnte mit einer Verzinsung von 1,24 Prozent komplett ausfinanziert und belaste die Haushalte der kommenden Jahre nur unwesentlich. Gleichzeitig seien die Baupreise rasant angestiegen, und keiner wisse, wo es ende. Die Frage sei bei unabweisbaren Infrastrukturprojekten nicht ob, sondern wie schnell man sie anpacken müsse. Die Devise laute, so der Bürgermeister: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Jede Verzögerung könne viel Geld kosten.

Ahls bekräftigte noch einmal. dass das neue Feuerwehrgerätehaus kein kostspieliger Wunsch der Verantwortlichen im Rathaus sei, sondern durch den Brandschutzbedarfsplan als verpflichtende Aufgabe ausgewiesen werde. Die FDP hatte auf ihrem Ortsparteitag von einem „Schmuckkästchen im Designerformat“ gesprochen, das sich die Gemeinde schlichtweg nicht leisten könne. Ahls verteidigte die ambitionierte Architektur, die nicht teurer sei als herkömmliche Planungen: „Es geht dabei auch um Wertschätzung für den unverzichtbaren Dienst der Freiwilligen Feuerwehr.“ Ein angemessenes Domizil sei auch ein gutes Argument Nachwuchs langfristig für den Helferjob begeistern zu können.

Das neue Haus an der Ecke von-Dornik-Straße/Burgstraße soll Ende des Jahres fertig sein. Dann zieht die Feuerwehr am heutigen Standort Willy-Brandt-Platz aus. Hier laufen inzwischen intensive Überlegungen an, wie die Gemeinde die frei werdenden Kapazitäten in attraktiver Lage möglichst gewinnbringend nutzen kann. Da stehen in Kürze spannende Entscheidungen im Rathaus an.

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