Stadtentwicklung

Altes Rathaus Rheinberg: Die Probleme kann man auslagern

Ein Glasvorbau am Alten Rathaus könnte Probleme wie Rettungsweg und Aufzug elegant lösen.

Ein Glasvorbau am Alten Rathaus könnte Probleme wie Rettungsweg und Aufzug elegant lösen.

Foto: Fischer Architekten

Rheinberg.   In einem Glasvorbau zum Lindenplatz hin könnten Aufzug und ein zweites Treppenhaus Platz finden – sie sind nötig, um das Haus nutzen zu können.

Dass alte Gebäude mit den modernen – und unbedingt notwendigen – Anforderungen an Sicherheit nicht unbedingt mithalten können, liegt auf der Hand. Wenn man sie aber erhalten und weiter nutzen will, muss diese Situation verbessert werden. Und das hat das Büro Fischer Architekten aus Aachen im Fall Altes Rathaus Rheinberg auf eine verblüffende Art gelöst: Die zur weiteren Nutzung des historischen Gebäudes notwendigen Ertüchtigungen wie zum Beispiel ein zweiter Rettungsweg oder ein Aufzug könnten, um die im Gebäude vorhandenen Geschossflächen nicht über Gebühr zu beschränken einfach außerhalb des Rathauses verwirklicht werden, indem die zum Lindenplatz hin liegende Fassade einen Glasvorbau bekommt. Diese im Bau- und Planungsausschuss präsentierte Idee stieß auf allgemeines Wohlwollen.

Schlucken mussten die Ausschussmitglieder allerdings an der Stelle, als die Zahlen präsentiert wurden. Die notwendigen Sanierungsarbeiten alleine dafür, dass das Gebäude wieder betreten werden kann, sind mit gut 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Sollte es im Sinne des Konzepts vom Trägerverein genutzt werden, stiegen diese Kosten auf über 3,9 Millionen Euro.

Notwendige Sofortmaßnahmen für das Alte Rathaus sind die Erneuerung der kompletten Dacheindeckung, die Sanierung geschädigter Holzkonstruktionen und der kompletten technischen Infrastruktur sowie eine Schadstoffsanierung. Wünschenswert für eine sichere Zukunft wären laut Architekturbüro eine Abdichtung am Fuß des Gebäudes, eine statische und brandtechnische Erneuerung von Bauteilen wie zum Beispiel der Decke über dem Ratssaal, die Sanierung der Fassade, der Ausbau und die Erneuerung aller Decken, der Boden- und Wandbeläge sowie ein Aufzug für eine barrierefreie Nutzung des Gebäudes.

Suche nach Fördermöglichkeiten

Der technische Beigeordnete Dieter Paus erklärte, dass die Stadt in engem Kontakt mit dem Trägerverein und dem Denkmalschutz stehe. Aber er stellte eins ganz klar: „In Verbindung mit dem Brandschutz ist eine Nutzung ab dem 1. Obergeschoss nur möglich, wenn es einen Aufzug gibt!“ Auch zu den Kosten äußerte er sich – auf Kosten von rund 680 000 Euro gebe es eine Zusage, 60 Prozent davon zu fördern. Allerdings kümmere sich sowohl der Trägerverein als auch das Architekturbüro um weitere Fördermöglichkeiten. „Wir wollen den finanziellen Anteil der Stadt so weit wie möglich reduzieren. Aber wir werden als Stadt einen Anteil, vielleicht in erheblicher Höhe, tragen.“

Zusätzlich werde es auch ein Gespräch mit der Bezirksregierung geben, so Paus. Ziel: die Erhöhung des Förderrahmens.

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