Arbeitskampf

Amazon: Verdi ruft in Rheinberg zum Black-Friday-Streik auf

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Streik bei Amazon Rheinberg am heutigen Freitag.

Streik bei Amazon Rheinberg am heutigen Freitag.

Foto: Willi Haentjes

Rheinberg.  Die Gewerkschaft ruft auch am heutigen Freitag zum Streik beim Amazon-Standort in Rheinberg auf. Verdi fordert Anerkennung von Tarifverträgen.

Auch zum diesjährigen Black Friday ruft die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten des Amazon Standortes in Rheinberg zum Streik auf. Das teilte die Gewerkschaft gestern am Nachmittag mit. Verdi stellt für die Beschäftigten im Unternehmen die Forderung nach Anerkennung der Tarifverträge des Einzelhandels NRW und nach einem Tarifvertrag „Gute und Gesunde Arbeit“ auf.

Verdi fordert höhere Löhne

Amazon verweigere immer noch jegliche Gespräche mit der Gewerkschaft zu den Tarifverträgen des Einzelhandels NRW. Der Onlinehändler möchte auch weiterhin die Löhne und Gehälter seiner Beschäftigten einseitig bestimmen: „Nachdem in diesem Jahr erstmalig zwei Prime Days stattgefunden haben, versucht Amazon nun am Black Friday und am darauffolgenden Cyber Monday erneut Rekordumsätze zu generieren. Dabei gönnt der Versandriese seinen Beschäftigten selbst allerdings keine angemessenen Erhöhungen. Die Lohnanpassungen sind, wie bisher auch, einseitig und völlig willkürlich,“ erklärt der zuständige Gewerkschaftssekretär Tim Schmidt.

Zudem missachte Amazon bei seinen Lohnanpassungen Themen wie z.B. Inflation, immer weiter steigende Lebensmittelpreise und hohe Energiekostenvollständig. In Wirklichkeit handele es sich bei den allermeisten Beschäftigten um einen Reallohnverlust. Auch ein Weihnachtsgeld in angemessener Höhe würde nicht gezahlt. Auch hätten die Betriebsräte an den Standorten hierbei kein wirkliches Mitspracherecht. „Darum muss endlich ein Tarifvertrag her, mit dem die Beschäftigten ihre Mitbestimmung ausüben können,“ so Schmidtweiter.

Weiterer Druck auf den Internet-Riesen

Mit den Streiks wollten die Beschäftigten weiter den Druck auf das Unternehmen erhöhen, an den Verhandlungstisch zu kommen und über die Anerkennung der Tarifverträge für den Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen und einen Tarifvertrag „Gute und Gesunde Arbeit“ zu verhandeln. „Amazon muss sich seiner Verantwortung stellen und mit der Gewerkschaft, sprich mit seinen organisierten Beschäftigten an einen Tisch kommen. Die sture Haltung, sich Gesprächen zu verweigern, ist für ein Unternehmen wie Amazon schlichtweg unwürdig. Das sehen auch immer mehr Beschäftigte so“, so Schmidt abschließend.

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