Soziales

Auch in Rheinberg fehlen Kita-Plätze

 Auch in Rheinberg fehlen Plätze in Kindergärten.

 Auch in Rheinberg fehlen Plätze in Kindergärten.

Foto: Volker Herold

Rheinberg.   Rat entschied sich kurzfristig für eine Container-Lösung. Nötige Sitzung des Jugendhilfeausschusses folgt am Montag.

Nein, Berliner Verhältnisse gibt es in Rheinberg nicht. In der Bundeshauptstadt sind Eltern nämlich momentan bereit, anderen Eltern bis zu 5000 Euro für das Überlassen eines Kita-Platzes zu zahlen. Solche Szenarien drohen Reinberg glücklicherweise nicht, doch auch hier sind derzeit mindestens 34 Kinder nicht versorgt, wie die Sozialdezernentin Rosemarie Kaltenbach in der Ratssitzung am Dienstagabend mitteilen musste. Zudem verzögert sich der Baubeginn für die neue Kita an der Akazienstraße um weitere zwei Monate. „Wir müssen eine Übergangslösung finden“, so Kaltenbach, „auch um möglichen Schadensersatzforderungen von Eltern vorzugreifen.“ Im Gegensatz zu einer Containerübernahme in Kamp-Lintfort und dem Bezug der alten Schule in Ossenberg erwies sich das Angebot einer Firma zum Kauf einer gebrauchten Containeranlage für 23 Kinder in Bonn als das günstigste. Die Kosten in Höhe von rund 130.000 Euro für Kauf, Betrieb und Ausstattung würde die Verwaltung durch Zuschüsse vom Land (72.000 Euro) und Auszahlungseinsparungen für den Kinderspielplatz Weidenweg (58.000 Euro) decken. Am Ende bliebe ein überplanmäßiger Mehraufwand von rund 65.000 Euro, der wiederum durch Elternbeiträge, Zuschüsse und sonstige Erträge ausgeglichen würde. Als Standort favorisiert die Verwaltung den Schulhof in Ossenberg, das DRK würde die Betreuung übernehmen. „Es ist eine kostengünstige Lösung, aber wir müssen uns schnell entscheiden, denn die Firma hat uns den Container nur bis Mittwoch reserviert“, räumte Rosemarie Kaltenbach ein. Das den Kindern in Rheinberg geholfen werden muss, stand für die Fraktionen außer Frage. Allerdings störte Erich Weisser (CDU), dass der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Markus Geßmann, im Vorfeld nicht informiert worden sei. „Das war in der Kürze nicht möglich“, so Kaltenbach. Was Markus Geßmann anders sah. „Ich hätte doch erwartet, dass Sie mir das sagen. Es wurden bei der letzten Sitzung keinerlei Andeutungen in dieser Richtung gemacht.“ Das Angebot über den Container habe sie aber erst am Mittwoch bekommen, erklärte Rosemarie Kaltenbach. Jürgen Madry (SPD) wunderte sich über die „Empfindlichkeiten der CDU“. Es gäbe doch einen Stellvertreter im Ausschuss. „Wir stellen Geld zur Verfügung, und das sollten wir kurzfristig tun.“ Wie der technische Beigeordnete Dieter Paus erklärte, gäbe es auch zeitlich bedingt keine Alternativen. „Für alles andere brauchen wir Baugenehmigungen mit allen erforderlichen Unterlagen.“

Eine schnelle Entscheidung tat also Not – und die trafen die Mitglieder auch. Der Beschluss für die Anschaffung der Containeranlage erfolgte einstimmig – am Montag, 15. April, um 17 Uhr folgt die Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben