Rheinberg-Ossenberg.

Aus Jung wird Alt, aus Klein wird Groß...

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Rheinberg-Ossenberg. Die närrische Stimmung schlug Wellen. Unüberhörbar war im Vereinsheim von Concordia Ossenberg, dass Ossenbergs Karnevalisten bereits fest in der fünften Jahreszeit, dem Karneval, stecken. Zum zweiten Mal regiert eine Frau das närrische kleine Dorf. Ihre Lieblichkeit, Prinzessin Caroline I. wurde Samstagabend inthronisiert. Umfallen war für die Gäste unmöglich, alle drängten sich dicht an dicht. Für die Tanzgarde musste noch enger zusammengerückt werden.

Neumann neuer Präsident

Mit Carolines Inthronisierung kehrte man wieder zurück zu den karnevalistischen Wurzeln. Denn einst begann man hier die närrische Jahreszeit, später wurde der Dorfkrug die Heimat der „Karneval Abteilung Gemütlichkeit“ (KAG) wie sich die Karnevalisten im Ossenberger Verein Gemütlichkeit nannten. 2005 wurde daraus ein eigenständiger Verein, der Karneval Ausschuss Gemütlichkeit. Eins hat man gemeinsam: Die Abkürzung KAG. Da inzwischen aus dem Dorfkrug das Restaurant Pepperpot wurde, ist der Verein wie der in die Herberge der Fußballer im Ort zurückgekommen.

„Seit Aschermittwoch gingen wir zum Lachen in den Keller“, so Ludger Opgenorth, Sitzungspräsident des Ossenberger Karnevals, der durch den Abend führte. „Wir sind die KAG aus Ossenberg“ tönte es aus vielen Kehlen, als der scheidende Prinz Horst I. mit Kinderprinzessin Celina I. mit der Tanzgarde einzog. Celina, das wurde in ihrer Abschiedsrede deutlich, fiel es schwer, zu gehen. Ihre Insignien, Krönchen und Zepter, gingen diesmal nicht weiter. Denn in Ossenberg hatte sich kein Kind gefunden, das Prinz oder Prinzessin werden wollte.

„Mit einem lachenden und einem weinenden Auge scheide ich“, gestand Prinz Horst I.. Doch ganz so schlimm war es für ihn nicht. Kaum hatte er seine Insignien, Zepter, Mütze und Kette an KAG-Vizepräsidentin Gudrun Lehmann überreicht, bekam er eine neue Mütze und eine andere Kette. Denn von jetzt an ist Horst Neumann der neue Präsident der Ossenberger Karnevalisten, als Nachfolger von Karl Caniels. „Ihr müsst nur zweimal Prinz werden, dann werdet ihr auch noch Präsident“, ulkte er. Denn er war tatsächlich zweimal Ossenberger Karnevalsprinz.

Prinzliche Erfahrung hat auch Caroline I., die neue Lieblichkeit der Session 2013/2014. Die 21-Jährige ist Vollblutkarnevalistin, war bereits 2008/09 Ossenbergs Jugendprinzessin. Seit Jahren führt sie durch die Kindersitzungen der KAG. Anders als ihre Vorgänger hat sie keine zwei Männer als Adjudanten an ihrer Seite. Ihr Bruder Tobias, der einst 2006/07 erster Kinderprinz der JKAG, der Jugendgruppe der KAG war, ist ihr Adjudant. Schon im Sommer war Caroline Lehmann als neue Regentin gewählt worden. Neumann, gerade erst fünf Minuten neuer Präsident der KAG, nahm seinen Vorgänger auf die Schüppe. „Hättest Du geahnt, dass eine so hübsche junge Frau zur Prinzessin inthronisiert wird, hättest Du sicher noch ein Jahr länger gemacht.“ Sprach’s und überreichte der neuen Prinzessin als Zeichen der Würde die Amtskette, die vor ihr nur eine andere Frau getragen hatte: Angelika Glanz.

Für Caroline war die männliche Kette doch ein wenig zu groß. „Da müssen wir mal im Vorstand nachdenken, für eine Prinzessin eine zierlichere Kette zu schaffen.“ Caroline I. nickte. Als Beinamen wählte sie „die Vielseitige“. Passend zu ihren vielen Aktivitäten im Ossenberger Karneval. Es wurde für sie gleich ein langer Abend. Ihr zu Ehren tanzte Alina, eine Neunjährige. Sie ist das erste Tanzmariechen der KAG, stammt aus der Tanzgruppe La Luna, die sich am kommenden Wochenende bei den Rheinberger Meisterschaften im Gardetanz präsentieren wird. Ein Karnevalsmotto hat Lieblichkeit Caroline I. auch: „Aus Jung wird Alt, aus Klein wird Groß, mit Prinzessin Caroline feiern wir ganz groß.“ Was sie ihrem Volk fest versprach.

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