Gesundheit

Ausgezeichneter Rheinberger Diabetes-Experte

Rheinberg - Altes Rathaus - Bundesverdienstkreuz für Friedhelm Woch hier Friedhelm Woch im Gepräch

Rheinberg - Altes Rathaus - Bundesverdienstkreuz für Friedhelm Woch hier Friedhelm Woch im Gepräch

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Rheinberg. Es gibt Ärzte, vor allem Diabetologen, die zucken zusammen, wenn sie Friedhelm Woch begegnen oder seinen Namen hören. Das wird seit langem geunkt, weil Woch durch sein jahrzehntelanges Engagement so viel Fachkenntnis besitzt, dass mancher Mediziner noch von ihm lernen kann, das aber nicht so gerne zugibt. Zu Anfang, auch das ist überliefert, hat mancher Arzt das Näschen gerümpft, wenn der inzwischen 77-Jährige im Dienste der Gesundheitsförderung mit Nachdruck auftrat. Inzwischen genießt Woch Anerkennung. Weil es sich weithin herumgesprochen hat, dass er weiß, wovon er spricht.

Nun hat Landrat Ansgar Müller Woch das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Im Alten Rathaus und im Beisein von Familie, Freunden und Weggefährten des Geehrten, der Urkunde und Verdienstorden mit großer Freude entgegennahm. Ihm sei es immer um die Sache gegangen, versicherte Woch, der sich inzwischen aus der ersten Reihe seines ehrenamtlichen Engagements zurückgezogen hat.

Woch stammt aus Homberg, lebte lange in Rheinberg und hat inzwischen seinen Alterssitz mit seiner Ehefrau Gisela in Moers bezogen. Er ist gelernter Schlosser, bildete sich in der Abendschule zum Maschinenbautechniker weiter, war aktiv bei dem SPD-Jugendverband Die Falken und den Jungsozialisten und später auch in der „großen“ SPD. Früh erkannte er sein Organisationstalent. Das kam ihm später zugute.

1987 hatte Woch ein einschneidendes Erlebnis. Bei seinem damals sechsjährigen Sohn wurde Diabetes Typ I diagnostiziert. Für das Ehepaar Woch zunächst ein schwerer Schlag. Doch schnell machten die beiden aus der Not eine Tugend und gründeten den Gesprächskreis diabetischer Kinder und deren Eltern. Woch engagierte sich im Deutschen Diabetikerbund, organisierte den ersten NRW Kinder- und Jugenddiabetestag in Mülheim mit, zu dem 1993 rund 400 Teilnehmer kamen.

1997 gründete Woch dann die Selbsthilfegruppe, für die man ihn seit vielen Jahren schätzt: den Diabetiker-Treff für Rheinberg und Umgebung. Da brachte er Betroffene zusammen, organisierte Vorträge, schaffte Netzwerke, klärte auf. 2003 war er der Motor, als die bis heute bestehende Schulungsgemeinschaft Linker Niederrhein gegründet wurde. Gemeinsam mit Ärzten und Apothekern werden Patienten in einem sogenannten Disease-Management-Programm geschult und erhalten Fachwissen über ihre Krankheit.

Ganz nebenbei engagierte sich Woch zwischen 2001 und 2005 als Projektleiter beim Bau des Sport- und Gesundheitscenters von Concordia Ossenberg. Für das alles dankte Landrat Müller dem 77-Jährigen: „Ich bin stolz darauf, dass wir mit Dir einen so kompetenten Ansprechpartner in Sachen Diabetes im Kreis Wesel haben.“

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