Stadtplanung

„Bäume gehören in den Boden“

Bürger Ernst Berns, Peter Nienhaus, Willi Schellen und Peter Rüsing (alle von den Grünen) hinten von links und Inge Berns sowie Ursula Arens (Grüne) (vorne von links) diskutieren über den Brunnen und die geplante Bepflanzung.

Bürger Ernst Berns, Peter Nienhaus, Willi Schellen und Peter Rüsing (alle von den Grünen) hinten von links und Inge Berns sowie Ursula Arens (Grüne) (vorne von links) diskutieren über den Brunnen und die geplante Bepflanzung.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Alpen.  Grüne üben Kritik an der Springbrunnenanlage gegenüber des Rathauses. Besonders stören sie, dass dort Bäume in Kübel gepflanzt werden sollen.

Die Kritik am kleinen „Alpener Wohnzimmer“ gegenüber des Rathauses, ebbt nicht ab. Nachdem die SPD die Optik der Springbrunnenanlage als nicht gelungen betrachtet (wir berichteten), ziehen nun die Alpener Grünen nach. „Uns haben einige Bürger schon mehrfach gefragt, was diese Berge hier sollen. Niemand kann sie als die drei Burgen von Alpen identifizieren“, sagt Grünen-Ratsmitglied Willi Schellen. „Eigentlich sollten es doch bodenebene Brunnen werden, mit einer maximalen Höhe wie der jetzige Außenring sie hat. So haben es zumindest alle Mitglieder im Rat gesehen.“

An der Gestaltung werde man jetzt voraussichtlich nichts mehr ändern können, so Schellen. Aber: Es gibt noch ein paar Maßnahmen im Zuge der Ortskerngestaltung, über die das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Im kommenden Bau-, Planungs- und Umweltausschuss am Donnerstag, 29. August, (17 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses), soll über das Design der Abfalleimer, Poller und Blumenkübel abgestimmt und der Auftrag vergeben werden. Ein besonderer Dorn im Auge der Alpener Grünen: In den elf Töpfen, die auf dem Rathausplatz, vor der Sparkasse und am Brunnen aufgestellt werden sollen, sollen kleine Bäume angepflanzt werden. „Bäume gehören in den Boden. Gibt es in der Natur irgendwo einen Baum, der in einem Kübel wächst?“, merkt Ursula Arens, ebenfalls Ratsmitglied, kritisch an. Mit einem Stand direkt am Springbrunnen informierten die Grünen gestern über das weitere Bauvorhaben. Und wie es sich für ein Wohnzimmer gehört, brachten die Politiker auch gleich ein Sofa mit.

Planer wolle „Wohnzimmer-Atmosphäre“ schaffen

Den neugierigen Besuchern zeigte Peter Nienhaus, Fraktionsvorsitzender der Grünen, die Entwürfe für die weiteren Möbel und informierte auch über die kritischen Anmerkungen seiner Fraktion zum Thema Bäume in Kübeln. „Wir haben bei der Verwaltung schon mehrfach darauf gepocht, zu überprüfen, ob die Bäume nicht auch direkt in die Erde gepflanzt werden können“, erklärt Nienhaus. „Es wurde aber immer damit argumentiert, dass die Kübel zum Konzept des Planers gehören und er so eine Wohnzimmer-Atmosphäre schaffen wolle.“ Mit dieser Antwort wollten sich die Grünen aber nicht zufriedengeben, deshalb informierten sie nun noch einmal, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Willi Schellen sieht die Vorteile fürs Klima bei einer Erdbepflanzung: Zum einen sei die Überlebenschance eines Baumes bei hohen Temperaturen deutlich höher, denn im Boden könne er kräftigere Wurzeln ausschlagen als in einem Kübel. Und: „Jeder Baum würde das Mikroklima regulieren. Ein großer Baum spendet Schatten, damit erhitzen die Flächen nicht so schnell. Durch den Wassertransport innerhalb des Baumes findet ein Verdunstungsprozess statt, der den Ortskern um einige Temperaturen abkühlt.“ Die Bäume in den Kübeln könnten diese Funktion nicht übernehmen. „So ein richtiger Baum schafft ja auch Atmosphäre. Der Wochenmarkt bekommt mit ihnen eine höhere Aufenthaltsqualität, man müsste nur eine Bank unter sie stellen“, ergänzt Arens. Die Erfolgschancen, die Bäume doch noch in die Erde zu pflanzen, schätzt Fraktionsvorsitzender Nienhaus aber als eher gering ein. „Dafür müssten viele Bürger deutlich machen, dass sie ebenfalls gegen die Kübel sind. Dann werden wir als Fraktion auch besser gehört.“ Ein Anfang war gestern aber offensichtlich gemacht: Nach und nach kamen immer wieder Bürger, die das bisherige Konzept zur Ortskerngestaltung hinterfragten.

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