Schulausschuss

Bauarbeiten sind im Zeitplan

Die Bauarbeiten an der Europaschule gehen zügig voran.

Die Bauarbeiten an der Europaschule gehen zügig voran.

Foto: crei

Rheinberg.   Die Erweiterung der Europaschule geht voran – Im Schulausschuss machte Schulleiter Norbert Giesen seinem Ärger über die Sekundarschule Alpen Luft

Eigentlich ist Norbert Giesen kein Freund von lauten Worten. Gestern im Rheinberger Schulausschuss machte der Leiter der Europaschule seinem Ärger allerdings gehörig Luft – als das Thema Anmeldezahlen auf den Tisch kam. Lediglich vier Schüler – von 35 möglichen – haben sich vom Kooperationspartner, der Sekundarschule Alpen, für die Sekundarstufe II an der Europaschule angemeldet. Im vergangenen Jahr waren es noch 14. „Das ist enttäuschend“, ärgerte sich Norbert Giesen. „Auf der einen Seite reißen wir uns hier ein Bein aus, dass die Sekundarschule weiter bestehen kann, aber werden in unserer Oberstufe im Regen stehen gelassen.“ Zudem sei, so Giesen, wohl auch das Informationsmaterial über die Europaschule nicht in der Sekundarschule in Alpen verteilt worden.

97 Anmeldungen liegen für die Sekundarstufe I vor, immerhin noch 90 für die Sekundarstufe II. „Für die Oberstufe kann sich das sehen lassen“, so Giesen. Bei den Anmeldezahlen zur 5. Klasse allerdings sind die Zahlen rückläufig. „Im Spiegel der öffentlichen Wahrnehmung steht das Gymnasium immer noch im Vordergrund. Es hat gute Zahlen, wir aber nicht.“

Drei Gründe glaubt Giesen für diese Schieflage auszumachen. Die Bewertung ohne Noten – wobei eine Veränderung des Konzepts bereits in der Fachschaft diskutiert wird –, das Fehlen eines Infoabend s in den Grundschulen sowie die derzeitigen Bauarbeiten für die Erweiterung der Europaschule. „Das hat vielleicht einige Eltern abgeschreckt“, glaubt Norbert Giesen. Sollte das Noten-System verändert werden und der Ausbau beendet sein, würden die Zahlen wohl auch wieder anders aussehen. Giesens Unmut teilten die Mitglieder im Ausschuss. „Schade, dass so wenig Schüler nach Rheinberg kommen“, sagte Herbert Becker (FDP). „Alpen first hieß das wohl das Motto – die Schule denkt erst einmal an sich selbst.“

Tolle Schullandschaft

Wenn die Europaschule aber am Feintuning arbeite, ihr Noten-Konzept überarbeite, sei sie auf einem guten Weg. Letztendlich sieht auch Norbert Giesen nicht die Gefahr, dass die Oberstufe künftig die Sollzahl verfehle. „Wir sind jetzt vierzügig“, so Giesen, „aber laut der Prognosen war klar, dass wir irgendwann dreizügig werden.“ Gleichzeitig verteilte der Pädagoge ein Lob an die Rheinberger Schullandschaft: „Wir haben hier tolle Grundschulen und zwei tolle weiterführende Schulen.“

Was die Erweiterung der Europaschule betrifft, konnte Stadt-Architekt Nils Bollen durchweg Positives berichten: „Wir sind im Zeitplan, es gibt keinen Stillstand. Der Schulbetrieb ist nicht beeinträchtigt. Zwischendurch gibt es mal Lärm, das ist aber nicht zu vermeiden.“ Dem von Karin Winkel (SPD) und Katharina Hötte (CDU) geäußerte Wunsch einer Ortsbesichtigung und einer Infoveranstaltung gab Bürgermeister Frank Tatzel grünes Licht. „Das organisieren wir.“ So könnte es vor der Sitzung im Mai eine Begehung geben.

Rosig sieht es für das Amplonius-Gymnasium aus, das mit 133 Anmeldungen zwar nicht an das Vorjahr anknüpfen konnte, aber dennoch seine Beliebtheit einmal mehr unterstreichen konnte. Neun externe Anmeldungen gibt es zudem für die Oberstufe. „Ich weiß nicht, aus welchen Kommunen sie kommen“, sagte Schulleiter Marcus Padtberg im Ausschuss, „aber die Zahl ist sehr erfreulich.“

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