Wohnen

Bauen im Innenbereich in Rheinbergs Innenstadt

Im Innenbereich von Orsoyer Straße und Eyck-Stege will Zahnarzt Frank van Straelen Häuser errichten lassen.

Foto: ast

Im Innenbereich von Orsoyer Straße und Eyck-Stege will Zahnarzt Frank van Straelen Häuser errichten lassen. Foto: ast

Rheinberg.   Zahnarzt Frank van Straelen will in der Nähe von Orsoyer Straße und Eyck-Stege bis zu sechs Häuser errichten. Die Denkmalbehörde muss zustimmen.

Mit Quartiersentwicklung kennt er sich aus. Jochem Bellinger, Architekt und Gründer des Architekturzentrums Grafschaft Moers, hat sich in Rheinberg schon mit diesem Thema befasst, die Ansiedlung von Edeka und Lidl in der Nähe des Bahnhofs auf den Weg gebracht, die 57 Einfamilienhäuser zwischen Xantener Straße und Moersbach rund um die Straße Am Altrhein verantwortet, die Sparkassengeschäftsstelle an der Römerstraße gebaut. Und jetzt hat er für Zahnarzt Frank van Straelen die geplante Innenraumverdichtung an der Orsoyer Straße 13 bis 15 unter seinen Fittichen.

„Dieses Projekt macht mir Freude“, erzählt er im Gespräch mit der NRZ. „Es wahrt die kleinräumliche Struktur der Rheinberger Innenstadt.“ Doch vor der Umsetzung steht erst einmal die Genehmigung. Nach Bellingers Einschätzung zeigt sich die Stadtverwaltung dem Projekt gegenüber nicht abgeneigt. Die Politik kennt das Projekt bereits. Allerdings müsse „die Denkmalbehörde noch gehört werden“, so der Architekt.

Er sieht das Projekt als eine Stärkung der Rheinberger Innenstadt an. „Die innerstädtischen Bereiche dürfen nicht untergehen“, fordert Bellinger. „Dazu braucht man eine Verdichtung des Innenbereichs. Und mit der Planung wird die Kleinteiligkeit der städtebaulichen Altsubstanz aufgenommen, eine Anbindung zur Eickstege geschaffen.“

Geplant sind bis zu sechs Häuser über zweieinhalb Etagen mit um die 100 Quadratmeter Wohnfläche. Bellinger: „Das soll für junge Familien innerstädtisches Wohnen möglich und bezahlbar machen.“ Die Giebelständigkeit der Architektur passe sich der Umgebung an. Die Gärten hätten zwar nur eine minimale Größe, aber dafür gebe es auf den Häusern begrünbare Dachterrassen.

Was seiner Einschätzung nach für eine Umsetzung des Projekts spricht, ist die Nutzung der bereits vorhandenen Infrastruktur. „Dort gibt es schon Straßen, Kanäle, eine Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr“, erläutert Bellinger.

Anders als bei Baumaßnahmen auf der grünen Wiese müsste keine neue Infrastruktur mit Ver- und Entsorgung, mit Straßen geschaffen werden. „An der Orsoyer Straße kommt es zu einer harmonischen Verdichtung mit Rücksichtnahme auf die Nachbarn. Die Kosten pro Haus schätzt er auf ungefähr 300 000 Euro.

Gebraucht werde noch die Genehmigung der Denkmalbehörde. Bellinger: „Und das Einvernehmen der Politik fehlt noch“, so Bellinger. „Die muss die Entscheidung treffen.“

Eine erste Vorstellung des Projekts gab es bereits im September im Bau- und Planungsausschuss. „Er will sich nach einer Stellungnahme der Denkmalpflege, mit der wir dann noch einmal auf die Politik gehen, eine abschließende Meinung bilden“, sagte Baudezernent Dieter Paus gegenüber der NRZ. Bei der ersten Vorstellungsrunde habe es noch Fragen gegeben.

Die Idee, zusätzliche Wohneinheiten in die Innenstadt zu bringen, könnte mit diesem Projekt umgesetzt werden, sagte Paus. „Das würde in diese Vorgehensweise passen. Allerdings könnte sich auch durch die Planung eine Riegel ergeben, der die gesamte weitere Blockinnenbebauung verhindert“, gab er zu bedenken. Aber zunächst einmal müsse ohnehin die Stellungnahme der Denkmalbehörde abgewartet werden.

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