Kindergärten

Bedarf an Kinderbetreuung in Rheinberg und Umgebung steigt

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Foto: VON BORN, Ulrich / WAZ FotoPool

Rheinberg/Kreis Wesel.  Kindergärten und Jugendamt bereiten sich auf Ansturm auf Kindergartenplätze im nächsten Sommer vor. Notfalls werde eine Tagespflege vermittelt.

Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren lässt hoffen, dass auch künftig alle Kinder mit einem Betreuungsplatz versorgt sind – zwar nicht immer in einer Kindertagesstätte und besonders nicht in der Wunscheinrichtung. Aber im Notfall werde eine Tagespflege vermittelt, sagt Anja Schulte, Pressesprecherin des Kreises Wesel. Das Jugendamt ist unter anderem für Alpen, Sonsbeck und Xanten zuständig.

Es wird immer schwieriger

Rheinberg hat ein eigenes Jugendamt. Dort ist Dezernentin Rosemarie Kaltenbach ebenfalls optimistisch, alle Wünsche erfüllen zu können. Sie sagt aber auch, besonders für Kinder unter drei Jahre: „Es wird immer schwieriger.“ Für diese Altersgruppen gilt seit August 2013 ein einklagbarer Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, für die älteren Kinder bereits seit 1996. Die erfreuliche Nachricht ist, dass in allen vier Kommunen bisher alle Eltern für ihre Kleinen auch einen Betreuungsplatz erhalten haben. „Klagen gab es keine“, sagen Schulte und Kaltenbach.

Nach den neuen Zahlen liegt das Angebot an Kita-Plätzen für Drei- bis Fünfjährige in Xanten und Alpen bei rund 100 Prozent, in Sonsbeck (97,1 Prozent) und Rheinberg (89,3 Prozent) ist es niedriger. Für die U3-Kinder liegen die Zahlen in allen vier Kommunen deutlich unter 100 Prozent: Hier beträgt die Versorgungsquote zwischen 23,5 Prozent (Sonsbeck) und 28 Prozent (Xanten). Das ist aber eher eine rechnerische Größe. In den meisten Fällen wird das Kind in diesem Alter auch tagsüber noch daheim betreut.

Kapazitäten sind so gut wie erschöpft

Die Nachfrage nach Kita-Plätzen steigt. Das hängt vor allem mit neu erschlossenen oder geplanten Baugebieten zusammen. Grund für diese Entwicklung sei zudem ein Generationenwechsel in den bestehenden Wohnhäusern, schreibt das Kreisjugendamt in seinem Bericht. Doch neue Plätze zu schaffen, gestalte sich schwieriger. „Die Kapazitäten in oder an den Kindertageseinrichtungen sind so gut wie erschöpft. Die vorhandenen Räume reichen zur Vorhaltung zusätzlicher Plätze nicht aus“, so der Kreis.

Eine Alternative ist die Tagespflege, also eine Betreuung von bis zu fünf Kindern durch eine Tagesmutter oder einen Tagesvater. Diese Betreuung erfolgt in enger Abstimmung mit den Eltern. Ohne dieses Angebot sähe es düster aus. In Rheinberg zum Beispiel gibt es neben 150 U3-Plätzen in Tagesstätten etwa die gleiche Anzahl in der Tagespflege.

Die Kindertagespflege kann auch im Haushalt der Eltern des Kindes oder in anderen geeigneten Räumen stattfinden. Stellt die Kommune nach der Antragsstellung keinen Platz in der Kita zur Verfügung, und der betreuende Elternteil hat deswegen einen Verdienstausfall, entsteht mitunter ein Anspruch auf Schadensersatz.

Containerlösungen sind teuer

Die Jugendämter bauen das Angebot weiter aus, da sie von einer weiter steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen ausgehen. Containerlösungen hätten sich zwar bewährt, seien aber teuer, heißt es. Träger für ein erweitertes Angebot zu gewinnen sowie die Akquise von Fördermitteln seien schwierig.

Dazu kommt eine geplante Änderung des Kinderbildungsgesetzes. „Bereits jetzt wird von den Kitas ein hohes Maß an Flexibilität erwartet“, sagt der Kreis. Bei der Umsetzung des neuen Gesetzes „kann davon ausgegangen werden, dass dies nicht ohne erheblichen Mehraufwand von allen Beteiligten möglich ist“.

Aber die Planungen laufen: In Rheinberg stehen ab Januar weitere 40 und ab 2021 noch einmal rund 35 Plätze zur Verfügung. Dazu kommen später rund 50 Plätze im Neubau der Kita Schützenstraße. Weitere Pläne sind in Arbeit. In Xanten hat der Ausbau an der Kita Rheinstraße begonnen. In Sonsbeck ist laut Bericht des Kreises eine weitere Großtagespflegestelle in Planung, in der jetzigen können schon bis zu neun U3-Kinder betreut werden.

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