Auftritt

Bei „Sonsbeck unplugged“ gibt es Musik ganz ohne Elektrik

Die Band „Lapplaender“ trat bei Sonsbeck unplugged auf. 

Die Band „Lapplaender“ trat bei Sonsbeck unplugged auf. 

Foto: Jasmin Ohneszeit

Sonsbeck.   Deutsch-Pop, Irish Folk und Glam-Rock: Die Veranstaltung „Sonsbeck unplugged“ ging am Samstag in die vierte Runde und begeisterte die Besucher.

Lampen aus den 1970er Jahren, ein Sessel, Blumentöpfe – ja, sogar ein altes Gemälde hing an der Wand. Die Bühne im Sonsbecker Kastell verwandelte sich am Samstagabend in ein richtiges Wohnzimmer. Gut, mit 250 Zuschauern hatten im Kastell vermutlich deutlich mehr Menschen Platz, als in einem gewöhnlichen Wohnzimmer, doch das minderte nicht die gemütliche Atmosphäre. Die Kulturinitiative „Son’Kult!“ präsentierte an diesem Abend die vierte Auflage von Sonsbeck unplugged. Vier Bands unterschiedlichster Musikrichtungen traten nacheinander auf. Eines hatten sie allerdings gemeinsam: Ihre Musik war unplugged, also ohne die sonst übliche elektronische Verstärkung. „Unplugged-Musik ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer und meistens etwas langsamer und gefühlvoller aber definitiv nicht schlechter“, sagte Ludger van Bebber, Vorstandsmitglied von „Son’Kult!“.

Den Auftakt machte das Duo „Jezvs“ aus Emmerich. Lucas Ferreira de Jesus und Jannik Krach standen nur mit ihren Gitarren auf der Bühne. Sie bewiesen, dass Akustikmusik nicht nur ruhig, sondern genauso gut auch rockig sein kann. Zu ihrem Repertoire gehörten überwiegend selbstgeschriebene Lieder mit vielen Gitarrensoli. Rasend schnell glitten die Finger der beiden Musiker über die Saiten der Instrumente. Während ihres Auftritts mussten sie ihre Gitarren stimmen. Das Publikum schaute gespannt zu – auch das war eben Live-Musik. Für den letzten Song „The Edge“ brauchte Lucas Ferreira de Jesus dann keine Gitarre mehr. Er sang ausschließlich. Seine tiefe, kräftige Stimme kam so noch besser zur Geltung.

Eine ganz andere Musikrichtung präsentierte die vierköpfige Folkband „Lapplaender“. Ihre Musik war allerdings nicht zu 100 Prozent unplugged: Ein E-Piano kam zum Einsatz. Die Besucher störte das aber gar nicht. Im Gegenteil: Sie rockten ab dem ersten Lied sofort mit, klatschten und fingen an zu tanzen. „Lapplaender“ mischte irische Klänge mit skandinavischen Einflüssen. Dabei kamen Instrumente wie die irische Bouzouki, die Bodhrán, Gitarre und dreistimmiger Refrain zum Einsatz. Nach einer kurzen Umbauphase ging es mit der nächsten Band weiter. „Und wieder Oktober“ präsentierte Deutsch-Pop mit melancholischen Texten und Texten voller Lebensfreude. Sie bildeten einen deutlichen musikalischen Kontrast zu den vorherigen Bands, der aber mindestens genauso gut ankam.

Die Bühnenkulisse wurde den ganzen Abend über beibehalten. Bewusst habe man sich für dieses Wohnzimmer-Ambiente entschieden. „Die Möbel haben wir uns extra geliehen. Das wirkt einfach“, so van Bebber. Auch beim Publikum kam dieses Konzept an. „Es ist zwar sehr voll aber trotzdem sehr gemütlich“, sagte Anne Friedrich. Für sie war das Unpluggedkonzert an diesem Abend das erste, das sie überhaupt besuchte. „Die verschiedenen Bands sind super. Der erste Sänger hatte auch eine ganz tolle Stimme“, sagte Friedrich. Sie besuchte mit ihrer Freundin Babs Redmann die Veranstaltung und hatte direkt vor der Bühne einen sehr guten Platz ergattert. Auf „Glam Bam“ waren die Freundinnen besonders gespannt. „Wir kennen die Musik der Gruppe, aber eben nicht unplugged gespielt“, so Redmann. Enttäuscht wurden sie sicher nicht. Die Glam-Rock-Band nahm die Besucher mit auf eine akustische musikalische Reise in die 70er Jahre. Ihre schrillen Outfits – das Markenzeichen der Gruppe – behielten sie natürlich bei.

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