Umweltschutz

Beschützer des Baerler Busches geben nicht auf

Lukas Rose, Gernot Fischer, Luzie Kalthoff und Thomas Balitzki-Schulze (von links) wollten dem Regionalverband Ruhr (RVR) mehr als 3500 Unterschriften für den Erhalt des Baerler Busches übergeben. Vom RVR kam allerdings kein Vertreter. 

Lukas Rose, Gernot Fischer, Luzie Kalthoff und Thomas Balitzki-Schulze (von links) wollten dem Regionalverband Ruhr (RVR) mehr als 3500 Unterschriften für den Erhalt des Baerler Busches übergeben. Vom RVR kam allerdings kein Vertreter. 

Foto: Jasmin Ohneszeit

Rheinberg.  3500 Unterschriften hat die Bürgerinitiative „Baerler Busch ist bedroht“ gesammelt. Sie sollten dem RVR gestern übergeben werden – eigentlich

Die vier reservierten Plätze für die Vertreter des Regionalverbandes Ruhr (RVR) im Schwarzen Adler blieben gestern leer. Die Bürgerinitiative „Baerler Busch ist bedroht“, die sich gegen die Abholzung großer Teile des Waldes, der auch an das Rheinberger und Moerser Stadtgebiet grenzt, einsetzt, hatte den RVR zu einem Gespräch eingeladen, um dabei die Unterschriftenlisten zu übergeben.

Und das waren einige: 3500 Unterschriften für den Erhalt des Waldes hatte die Initiative in rund zehn Wochen gesammelt. „Das zeigt, wie sehr dieses Thema die Menschen bewegt“, betonte Gernot Fischer, Sprecher der Bürgerinitiative. Warum niemand vom RVR der Einladung gefolgt war, konnte er sich nicht erklären. Es hemmte ihn und seine Mitstreiter aber nicht, den anwesenden Bürgern, Mitgliedern und Politikern ihr weiteres Vorhaben und die Forderungen an den RVR zu schildern. Bisher organisierte die Initiative Waldspaziergänge und bildete eine Menschenkette durch den Baerler Busch. Alle zwei Wochen treffen sich die Mitglieder zudem im Schwarzen Adler, um sich auszutauschen. Gut 70 bis 100 Bürger aus Orsoy, Vierbaum und natürlich aus Baerl sind das jedes Mal. „Wir wurden schon als ‚radikale Aktivisten‘ bezeichnet. Mit dieser Veranstaltung wollten wir dem RVR eigentlich auch zeigen, dass wir ganz normale Leute sind“, so Fischer. Sie fordern, die geplanten Rodungen zu stoppen und gemeinsam mit dem RVR geeignete Lösungen zu suchen. Denn die in den Wirtschaftsplänen angenommenen Erträge für 2019, 2020 und 2021 können nicht erwirtschaftet werden, sagte Gernot Fischer. Nur durch Abholzung von Laubholzsortimenten, wie sie im Baerler Busch vorhanden sind, würden sich derzeit noch Erträge erwirtschaften lassen. „Wir müssen den wirtschaftlichen Druck aus dem Wald nehmen, zugunsten des Klimas, zugunsten der Lebensqualität“, ergänzte Thomas Balitzki-Schulze von der Bürgerinitiative. Die Forstwirtschaft stelle man nicht gänzlich infrage, man wolle aber einen Kahlschlag verhindern und als Bürgerinitiative aktiv in die Planungen einbezogen werden. Das sei bisher kaum passiert, kritisierte Fischer.

Freitag geht’s nach Hünxe

Die Unterschriften sollen den RVR dennoch erreichen. Dafür machen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative am Freitag auf den Weg nach Hünxe. Dort kommen die Mitglieder des Betriebsausschusses des RVR Ruhr Grün zusammen. Udo Gabriel, Mitglied dieses Ausschusses für die Linken, lobte gestern den Einsatz der Bürger. „Ihr habt viel Druck gemacht, so dass nun nach einem Konsens mit euch gesucht wird“, erklärte er. Damit könnt ihr einen Punktsieg für euch verbuchen. Die Unterschriftenlisten werden Eindruck machen.“

Dieser Zuspruch spornt die Gruppe rund um Gernot Fischer nun noch mehr an, friedlich und sachlich für den Erhalt des Waldes zu kämpfen.

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