Silvesterkonzert

Besondere Einstimmung auf den Jahreswechsel

Der Kammerchor Westfalen und das Barockensemble Durante gestalteten in diesem Jahr das Silvesterkonzert im Xantener Dom unter der Gesamtleitung von Lucius Rühl

Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Der Kammerchor Westfalen und das Barockensemble Durante gestalteten in diesem Jahr das Silvesterkonzert im Xantener Dom unter der Gesamtleitung von Lucius Rühl Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Beim Silvesterkonzert im Xantener Viktor-Dom hörte das begeisterte Publikum Werke von Bach, Mozart und Zelenka.

Xanten. Der Xantener Dom war am Silvesterabend das Ziel vieler Besucher. Sie verabschiedeten mit dem Silvesterkonzert das alte Jahr, um festlich gestimmt 2018 zu begrüßen. Das Domkonzert erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit, wie auch der Blick in den dicht besetzten Kirchenraum bestätigte. Langjährige Konzertbesucher erlebten, teilweise in warme Decken gefüllt, einen klassisch-barocken Musikabend. Die Tourist Information Xanten als Veranstalter hatte ein besonderes Musikerlebnis versprochen.

Viertes Konzert

Lucius Rühl, der die Gesamtleitung innehatte, setzte mit Carl Philipp Emanuel Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Jan Dismas Zelenka den Klangraum Xantener Dom in Szene. Während im vergangenen Jahr die h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach begeisterte, hatte Rühl beim seinem vierten Konzert in Xanten mit dem Kammerchor Westfalen und dem Barockensemble Durante unter Leitung der Konzertmeisterin Ulla Bundies drei Bach-Zeitgenossen ausgewählt.

Zu dem konzertanten Genuss begrüßte Propst Klaus Wittke die Besucher und merkte an, die jeweiligen Werke komplett ausklingen zu lassen und mit dem Applaus bis zum Schluss zu warten. So jubilierte zunächst der stimmgewaltige Kammerchor mit seinen Sängerinnen und Sängern. Mit einem Gotteslob stimmte er das Publikum ein. „Die neue Litanei“ aus dem Holsteinischen Gesangbuch (1780) stammt aus der Feder von Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel Bach (1714 bis 1788) und gilt als musikalische Besonderheit.

Von Harmonie geprägt

Geschrieben für Privatandachten setzte Rühl die „neue Litanei“ an den Beginn des Konzertes und entführte das Publikum in das von Harmonie geprägte Werk Bachs. Ein eindringliches Fragen, Rufen und Bitten wie „Erbarme dich“ und „Hilf uns, Herr!“ erfüllte mit dem zwanzigminütigen Stück den Dom. Raum und Gesang verschmolzen. Ausstrahlung und Stimmvolumen des Chores in gekonnter Ausführung begeisterten, so auch bei der geistlichen Ode „Bitten“. Mit Mozarts Psalmen der Sonntagsvesper sollte die festliche Stimmung im Dom eine Fortsetzung erfahren.

Die Vesperae solennes de Dominica entstand um 1780 in seiner Salzburger Zeit und gilt als musikalisches Kleinod, das die Vokalsolisten förmlich erstrahlen lassen. Dorothee Mields, Mirjam Hardenberg (beide Sopran) und Elisabeth Popien (Alt), Andreas Post (Tenor) und Harald Martini (Bass) brillierten. Mit dem böhmischen Barockkomponisten Zelenka (1679 bis 1745) bewies Rühl erneut viel Geschick bei der Auswahl des abschließenden Programmpunktes „Te Deum“, das in einen virtuos-barocken Jubel mündete. Ein begeistertes und perfekt auf den Jahreswechsel eingestimmtes Publikum verließ den Dom.

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