Kurpark

Besser atmen mit dem Gradierwerk in Xanten

So soll das Gradierwerk einmal ausschauen. Der Entwurf des Architekten Heinrich Böll zeigt ein Gradierwerk in klassischer Bauweise.

Foto: Stadt

So soll das Gradierwerk einmal ausschauen. Der Entwurf des Architekten Heinrich Böll zeigt ein Gradierwerk in klassischer Bauweise. Foto: Stadt

Xanten.  Wenn die Arbeiten in den Wallanlagen abgeschlossen sind, kann Xanten mit einem Gradierwerk werben. Das Bauwerk ist ein Höhepunkt im Kurpark.

Xanten ist anerkannter Luftkurort. Um diesen Titel zu verteidigen, wird unter anderem der neue Kurpark in den Wallanlagen gebaut. Der erste Bauabschnitt – Bibelgarten, Süd- und Ostwall mit Themenspielplatz und Fitnessfläche – wurde im Dezember eröffnet.

Der zweite Bauabschnitt muss spätestens im Herbst fertiggestellt sein. Dann kann die Domstadt mit einem Gradierwerk samt Kneipp-Anlage aufwarten. „Gesundheitstourismus“ lautet das Zauberwort.

Das Bauwerk – fast neun Meter hoch und 25 Meter lang – gehört sicherlich zu den Höhepunkten des neuen Kurparks. Platz finden wird es im Westwall gegenüber dem evangelischen Altenzentrum, wo auch der neue Rosengarten gepflanzt wird. Direkt nebenan wird ein zehn Meter langes und vier Meter breites Kneippbecken mit Rampe gebaut, das auch Menschen mit Behinderungen nutzen können. „Im Kneipp-Becken steht das Wasser etwa 40 Zentimeter hoch, so dass man im Storchengang einmal im länglichen Rund laufen kann. Am Einstieg gibt es einen beidseitigen Handlauf, während im eigentlichen Becken nur ein Handlauf zur Verfügung steht“, erklärt Stadtplanerin Christina Kutschaty. Geplante Kosten: 90000 Euro.

Doch zurück zum Gradierwerk. Mit den Bauten wurden im 16. und 17. Jahrhundert Salz gewonnen, heute werden Gradierwerke in erster Linie zu gesundheitlichen Zwecken genutzt. Genauer gesagt, in den Holzbauten rieselt Sole über Schwarzdornreisig. Durch den Wind wird die Sole verstäubt und sorgt für eine hohe Luftfeuchtigkeit in der Umgebung. Maritime Seeluft mitten in Xanten. Davon profitieren Asthmatiker wie Allergiker gleichermaßen. Die Salzluft soll zudem desinfizierend, abschwellend und schleimlösend sein.

Wandelgang mit Sitzgelegenheiten

Das Gradierwerk in Xanten, das der Essener Architekt Heinrich Böll für die Stadt Xanten entworfen hat, ist ein klassisches Bauwerk. „Eine Holzkonstruktion mit einer umlaufenden Pergola. Recht streng, da es sich in der Formen- und Gestaltungssprache zurücknehmen soll“, sagt Niklas Franke, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und Technischer Dezernent im Rathaus. Und damit Bürger und Besucher im vollen Umfang die gute Luft genießen können, wird es einen etwa 2,70 Meter breiten Wandelgang mit Sitzgelegenheiten geben.

Was das Ganze kosten soll, ist noch ungewiss. Ursprünglich veranschlagt wurden einmal 370.000 Euro. Da das Gradierwerk jedoch kleiner ausfällt als anfangs geplant, gehen Franke und Kutschaty von niedrigeren Kosten aus. „Wir hoffen auf gute Ausschreibungsergebnisse“, sagt Kutschaty.

Weil es Schwarzdorn aber offenbar nur in Polen gibt, werden die Gewerke diesmal separat ausgeschrieben. „Dadurch hoffen wir, dass auch Betriebe aus der Umgebung ein Angebot abgeben“, so die Stadtplanerin.

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