Garten

Blühende Vielfalt macht Freude

Annegret Banemann investiert viel Zeit und Mühe für einen farbenfrohen Garten.

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Annegret Banemann investiert viel Zeit und Mühe für einen farbenfrohen Garten.

Im naturnahen Garten bei Annegret Banemann in Alpen ist mächtig was los. Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und Co. haben gut zu tun.

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Alpen. Momentan blühen Rhododendren und erste Rosen. Die Johannisbeeren machen sich gut. Die Zucchini haben bereits die Blüte angesetzt. In kleinen Töpfen hat die Alpenerin Annegret Banemann aus Sämereien die Rote Melde, ein Spinatersatz, vorgezogen. Das Hochbeet ist schon für den Salat vorbereitet.

Auf die Ernte von elf verschiedenen historischen Tomatensorten freut sie sich. „Die schmecken noch richtig nach Tomate“, sagt die Gartenfreundin. Hingucker ist momentan der gelb-orange leuchtende Rhododendron, der mit seinen Blütenständen die Insekten magisch anzieht. Er duftet sogar und erinnert ein bisschen an Zimt, beinahe weihnachtlich. Von der Terrasse aus lässt sich das Naturschauspiel gut beobachten. An der Hauswand ist zudem ein Insektenhotel angebracht, Marienkäfer ziehen noch als Untermieter ein. Auch Fledermäuse haben dort ihr Quartier.

Ecke in Mädchenfarben gestaltet

Von den verschiedenen Reisen haben Annegret Banemann und ihr Mann Sämereien mitgebracht. Im Garten wird nämlich durchgeblüht. Viele Pflanzen stammen von Tauschbörsen und haben im Alpener Garten den neuen Standort gut angenommen. Eine Ecke ist in sogenannten „Mädchenfarben“ gestaltet. Rosa Pfingstrosen, lila Flieder und andere farblich passende Pflanzen sorgen für Freude. „Manche Gartenbesitzer haben zu wenig Geduld“, sagt die Alpenerin, die Waffen aus der Natur, beispielsweise bei Pilzbefall und Schädlingen wie Blattläusen, einsetzt. Der Schachtelhalmsud stärkt zugleich die Pflanzen. Ähnlich begeistert ist sie von der düngenden Wirkung, die Kaffeesatz und Schalen von Biobananen haben. „Ich gebe sie an die Rosen zusammen mit Komposterde“, schwärmt die Gartenfreundin. In den Beeten blühen knapp über dem Boden Lungenkraut und Waldmeister, sie decken die Beete zu. Unkraut hat so keine Chance. Rund eine Stunde täglich braucht sie für die Beete. „Den Rest vom Tag genieße ich. Bei uns gibt es sehr viel zu beobachten“, erzählt sie mit Blick auf den Teich, über den gerade eine Libelle fliegt. Ähnlich reich blühend mit Zwiebelgewächsen, Goldlack und Akelei präsentiert sich bienenfreundlich der Vorgarten. Sogar der örtliche Nabu hat seine Freude an der ökologischen Vielfalt.

Völlig unverständlich ist für Annegret Banemann die Entscheidung manches Gartenbesitzers, einen lebendigen Gartenbereich vor dem Haus in einen öden Stein- und Schottergarten zu verwandeln. Vom Bienenfriedhof spricht sie, vom Verlust der Artenvielfalt. Fachleute bezeichneten den aktuellen wie polarisierenden Trend als „gärtnerische Unworte“ und „aktive Verunstaltung des öffentlichen Raums“. Vlies- oder Folienabdeckungen lassen das Bodenleben verarmen.

Von Arbeitserleichterung und Zeitersparnis ist keine Rede. Im Gegenteil, denn durch Samenflug wachsen Wildkräuter. Algen, Moose und Flechten siedeln sich an. Notwendiges Reinigen und Jäten werden mühsam. Bei einer thermischen Bekämpfung nimmt die Folie Schaden. Hauswände und Steine heizen sich im Sommer auf. Dadurch erwärmt sich das Umfeld. „Was soll an solchen monotonen Vorgärten noch schön, nützlich oder pflegeleicht sein“, so die Frage der Naturfreundin.

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