Bezirksausschuss

Bürger in Birten sind gegen Umlaufschranke

5. Mai 2017: Ein 80-jähriger Pkw-Fahrer stirbt in seinem Auto, als das an dem Bahnübergang Römerstraße von einem Zug der Nordwestbahn erfasst und mitgeschleift wird. Einer von mehreren Unfällen, die die Diskussion anheizen.

Foto: ast

5. Mai 2017: Ein 80-jähriger Pkw-Fahrer stirbt in seinem Auto, als das an dem Bahnübergang Römerstraße von einem Zug der Nordwestbahn erfasst und mitgeschleift wird. Einer von mehreren Unfällen, die die Diskussion anheizen. Foto: ast

Der Bezirksausschuss Birten verbannte alle Vorschläge der Verwaltung zur Sicherung des Bahnübergangs Römerstraße in die Schublade.

Xanten-Birten. Außer Spesen nichts gewesen. Nach schweren Unfällen und Diskussionen über die Sicherheit an der Bahnstrecke ist das Thema Bahnübergang Römerstraße nun in der Politik angekommen. Eine dreiviertel Stunde lang klagten Birtener Einwohner im Bezirksausschuss über den Vorschlag der Stadt, den Übergang mit einer Umlaufschranke auszustatten. Für Kraftfahrzeuge soll der Übergang mit dem Heesweg verbunden werden. In der anschließenden Diskussion untereinander verbannten die Lokalpolitiker diesen Vorschlag wie auch die anderen beiden Möglichkeiten zunächst einmal in die Schublade. Statt dessen erhielt die Stadt den Auftrag, Alternativen zu prüfen und darüber hinaus offene Fragen zum Beispiel beim Brandschutz zu klären. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Anwohner allerdings schon gegangen, was bei Olaf Finke (SPD) auf Unverständnis stieß. Drei Möglichkeiten standen zur Diskussion. Das waren neben der Kombination Umlaufschranke/Umgehungsstraße die Installation einer Straßenschranke oder einer Umlaufschranke. Diese kann jedoch nur von Fußgängern und Radfahrern passiert werden.

Akustisches Signal ist Ärgernis

Gegen eine Straßenschranke spricht nach Ansicht der Stadt, dass dieses Vorhaben erst in drei bis sechs Jahren realisierbar und sehr aufwendig wäre. Die Kosten schätzt die Verwaltung auf rund 760.000 Euro, von denen die Stadt ein Drittel zu tragen hätte plus nicht ermittelte weitere Investitionen. Und dies auch nur, wenn sich alle Beteiligten – Stadt, Bahn und Bund – auf diese Maßnahme einigen würden. Ein Ärgernis für die Anwohner ist das akustische Signal der Lok, wenn sich der Zug dem Bahnübergang näherte. Dies könne bei einer Umlaufschranke entfallen, verwies Bürgermeister Thomas Görtz auf eine Aussage des Bahnvertreters bei einem Vor-Ort-Termin. Der Birtener Hans-Peter Feldmann bezweifelt dies. „Er muss ein Signal geben. Das ist Vorschrift“, sagte er. Feldmann schlug auch vor, den Straßenverlauf vor dem Bahnübergang so zu verändern, dass Fahrzeuge dort keine 90-Grad-Abbiegung mehr hätten. Die wäre auch nicht erlaubt.

Politische Diskussion

Auf Kritik der Birtener stieß zudem, dass die Stadt ihre Vorschläge aufgetischt hatte, ohne sie zuvor in einer Bürgerversammlung vorzustellen. „Das hat es früher bei solch massiven Einschnitten nicht gegeben“, meinte zum Beispiel das frühere CDU-Kreistagsmitglied Ulrike Theußen.

Berthold Theußen bezeichnete die Sperrung des Übergangs durch eine Umlaufschranke als „völlig unsinnig. Dafür habe ich nicht ansatzweise Verständnis.“ In der politischen Diskussion unterstrich Hermann Janßen (CDU), wie wichtig die durchgängig befahrbare Römerstraße für die Dorfentwicklung sei. Für Bäckerei, Gastronomie oder Kindertagesstätte sei sie eine wichtige Verbindung. „Wenn wir hier abbinden, wird der Verkehr am Dorf vorbeifahren“, befürchtete er. „Unser Dorf würde noch sterben. Das kann nicht in unserem Sinne sein.“

Sozialdemokrat Olaf Finke setzte auf die Proteste, die sich aus der Bürgerschaft gegen die Bahn richteten. Der jahrelange Zeitraum bis Bau einer Schranke könne sich möglicherweise verkürzen: „Wie ich die Birtener kenne, wird sich die Bahn ihren Protesten sicherlich nicht entziehen können.“ Er schlug vor, eine Entscheidung über eine favorisierte Variante zurückzustellen. „Wir wissen noch zu wenig.

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