Immobilienprojekt

Das Schloss Lüttingen erweckt zu neuem Leben

Heinz-Gerd Schlootz und seine Tochter Christine werden die Immobilie sanieren

Foto: arfi

Heinz-Gerd Schlootz und seine Tochter Christine werden die Immobilie sanieren Foto: arfi

Heinz-Gerd Schlootz und seine Tochter Christine wollen das Schloss Lüttingen aus dem Dornröschenschlaf erwecken – und 14,5 Millionen Euro investieren.

Xanten-Lüttingen. Heinz-Gerd Schlootz kann so schnell nichts umhauen oder aus der Fassung bringen. Aber das Schloss hinterm Deich, das hat es dem Geschäftsführer der Firma TectoRent mit Sitz in Viersen gleich nach dem Anruf eines langjährigen Bekannten aus Osnabrück angetan. Der, so erzählte er gestern bei der Vorstellung seiner Pläne für die Immobilie, sei am Niederrhein ’rum- und die Allee hinterm Deich entlang gefahren, vor dem ehemaligen Scholtenhof ausgekommen, an dem der Zahn inzwischen ordentlich genagt hat. Heinz-Gerd Schlootz fuhr ebenfalls nach Lüttingen, sah das Anwesen – und siegte für die Firma TectoRent vor dem Amtsgericht in Rheinberg, wo das alte Hofgut im November vergangenen Jahres zwangsversteigert wurde – inklusive der vorhandenen Baugenehmigung für 27 Wohnungen.

14,5 Millionen Euro will die Firma TectoRent in das an vielen Stellen marode Schloss investieren; in den L-förmig hinter dem Gebäude liegenden Wirtschaftsgebäuden sollen elf großzügige, über drei Etagen gehende, „höchstwertig ausgestattete Wohn-Dependancen mit einmaligen Komfort in bester Qualität“ gebaut und dann verkauft werden. Zum Quadratmeterpreis von 3500 bis 4000 Euro. Keine Wohnung werde der anderen gleichen, alle bekommen eine große Terrasse, sind rollstuhl- und behindertengerecht, jede Wohnung, jedes Haus verfügt über einen Aufzug und die Möglichkeit, einen offenen Kamin zu planen. Die Wohnungen sind über einen L-förmigen Säulengang erreichbar. Baubeginn, so Heinz-Gerd Schlootz, soll Anfang des zweiten Quartales 2018 sein; 14 bis 16 Monate später sollen die großen Wohnungen (Haus-in-Haus-Konzept) bezugsfertig sein. „Wenn wir anfangen zu bauen, sind alle Wohnungen bereits verkauft.“

Dort, wo früher Tennisplätze waren, sind 34 Stellplätze geplant; zu jeder Wohnung gehört ein Elektro-Kart, das an einer Station auf dem Stellplatz aufgeladen werden kann und eine Straßenzulassung besitzt. Heißt: Die Eigentümer können damit auch in die Stadt fahren. Und: Für den Anschluss an die schnelle Datenautobahn sorgt der Bauherr selbst, lässt Glasfaser bis in die Wohnungen legen. Die Stallungen sollen als Neben- und Abstellräume, für Heizung, Fahrräder und Rollstühle genutzt werden.

Die sechs Ferienwohnungen in Privatbesitz, die hinter dem Schloss liegen, hat die Firma TectoRent alle gekauft. Drei von ihnen fallen weg, die Ferienwohnungen sollen in normale Wohnungen umgewandelt werden. Im Schloss selbst möchte der Investor nur in den Obergeschossen maximal zwei Wohnungen errichten.

Wohnen, leben und genießen nicht nur in den eigenen vier Wänden: Alle Räume im Schloss gehören der Gemeinschaft der künftigen Hausbesitzer/Mieter, „dienen nur dem Wohlbefinden der Bewohner und bieten jederzeit Gelegenheit für Begegnungen, wenn man danach verlangt“, so das Konzept. Ein von der Schloss-Gemeinschaft getragenes privates Kultur-Forum, der „SLX-Salon“, soll das Kultur-Angebot der Stadt Xanten durch wechselnde Ausstellungen, musikalische Ereignisse und literarische Begegnungen bereichern. Kurator wird der Xantener Tim Michalak sein.

Auch der technische Dezernent der Stadt, Niklas Franke, war gestern im Schloss von der visualisierten Darstellung des Konzeptes angetan. Vater und Tochter Schlootz freuen sich sehr auf das Projekt. „Ich bin in Kevelaer aufgewachsen und freue mich immer, wenn ich mal in der Heimat bin. Für mich schließt sich jetzt der Kreis in meinem Arbeitsleben“, so Heinz-Gerd Schlootz, dessen Firma seit 30 Jahren denkmalgeschützte Häuser entwickelt und umbaut. Er habe in der Zeit „superschöne Projekte gemacht, aber das Schloss Lüttingen ist für mich das schönste“, so Schlootz. Und auch sein letztes, denn danach übergeben. In den Ruhestand wird er dann aber wohl kaum gehen.

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