Digitalisierung

Der Ausbau des schnellen Internets in Alpen stockt

ARCHIV - 05.03.2019, Bayern, Halsbach: Ein Leerrohr für Glasfaser wurde auf einem Acker verlegt, aus dem es noch herausragt. (zu dpa Glasfaserausbau: Behörde bewilligt Joint Venture von Telekom und EWE) Foto: Sina Schuldt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

ARCHIV - 05.03.2019, Bayern, Halsbach: Ein Leerrohr für Glasfaser wurde auf einem Acker verlegt, aus dem es noch herausragt. (zu dpa Glasfaserausbau: Behörde bewilligt Joint Venture von Telekom und EWE) Foto: Sina Schuldt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Foto: Sina Schuldt / dpa

Alpen. Bis in Alpen Daten nahezu in Lichtschwindigkeit bis an die abgelegenste Milchkanne rasen, kann’s noch ein wenig dauern. Der vom Bund geförderte Glasfaserausbau im ländlichen Außenbereich steckt im Bürokratie-Dschungel fest. Der beantragte Zuschuss aus Berlin, mündlich längst zugesagt, muss vom Breitbandbüro des Bundes noch bewilligt werden.

Darauf wartet auch die bereits mit dem Netzausbau beauftragte Firma, die sich vor Vertragsunterzeichnung noch im Wartestand befinde, sagte Thomas Janßen, der den Bau der Datenautobahn in Alpen federführend betreibt. Er rechnet damit, das frühestens im Herbst der Spatenstich zum Anschluss der knapp 600 Häuser erfolgen wird. „Wahrscheinlich geht’s erst nächsten Jahr los.“

Das Projekt wird für Alpen mit insgesamt fünf Millionen Euro beziffert. Zehn Prozent davon, also eine halbe Million Euro, muss die Gemeinde stemmen. Der Rat hat bereits den Eigenanteil beschlossen und damit eine Voraussetzung für die Förderung erfüllt.

Unterdessen laufen Gespräche mit den Bewerbern auf die zu besetzende Koordinatorenstelle. Der Koordinator soll den ordnungsgemäßen Ausbau des Netzes überwachen, koordinieren und prüfen, ebenfalls eine Forderung des Zuschussgebers. Alpen ist mit Sonsbeck im Gespräch, ob die Koordinatorenstelle interkommunal ausgestaltet werden könne, um Kosten zu sparen.

Die anfängliche Euphorie ist inzwischen nüchternem Realitätssinn gewichen. Alpen hat vor zwei Jahren als eine der ersten Kommunen im Kreis Wesel Fördermittel für eine Markterkundung beantragt. Mit Erfolg. Janßen und Bürgermeister Thomas Ahls hatten den Bewilligungsbescheid über 50.000 Euro seinerzeit persönlich in Berlin abgeholt. Inzwischen sind die „weißen Flecken“ auf der digitalen Gemeindekarte ermittelt. All die Haushalte, in denen unter 30 Megabit pro Sekunde (Mbit) ankommen oder ins weltweite Netz gesendet werden, sind darauf und sollen mit Höchstgeschwindigkeit angesteuert werden. Ironie des Schicksals: Die Alpener Haushalte, die im Zuge des Glasfaserausbaus in den Kernbereichen nicht ans schnelle Netz angeschlossen wurden, weil sie bei der Bedarfsabfrage unter 40 Prozent der Haushalte geblieben waren oder keinen Anschluss wollten – eben schneller als die 30 Mbits unterwegs sind, bleiben auf längere Sicht im digitalen Schatten.

Neben Alpen und Sonsbeck sitzt bei der Beschleunigung des ländlichen Außenbereiches linksrheinisch auch Xanten mit im Boot, rechtsrheinisch Wesel, Dinslaken und Voerde.

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