Brauchtum

Der Schnee blieb aus beim Rheinberger Weihnachtssingen

Traditionell: das „Singen unterm Tannenbaum“ unter dem Vordach des Stadthauses

Traditionell: das „Singen unterm Tannenbaum“ unter dem Vordach des Stadthauses

Foto: Peter Bußmann

Rheinberg.   Dabei wurde er beim traditionellen „Singen unterm Tannenbaum“, dem Weihnachtskonzert am Rheinberger Stadthaus, musikalisch herbeibeschworen.

„Leise rieselt der Schnee“ klang es aus Trompeten, Klarinetten, der Tuba und anderen Blasinstrumenten lautstark unter dem Vordach des Rheinberger Stadthauses. Doch der blieb hoch oben in den Wolken. Nichts rieselte herunter. Wäre sicher auch zu schön gewesen, hätte sich das bewahrheitet, was das Blasorchester Lohmühle unter dem Dach des Stadthauses Heiligabend intonierte und das auch einige Zuschauer mitsangen.

Eine liebe Tradition ist es. Alljährlich, wenn das Krippenspiel in der ehrwürdigen St.-Peter-Kirche beendet ist, spielt das Blasorchester, das einst aus dem Fanfarenzug entstand, weihnachtliche Lieder zum Mitsingen. „Unter dem Tannenbaum vor dem Stadthaus“ hieß es, doch um den scharrten sich nur wenig Besucher. Voll wurde es dagegen vor der Kirche, aus der noch eine halbe Stunde nach Ende des Krippenspiels Besucher kamen. Aber auch Rheinberger, die nicht die Kirche besuchten, waren schon früh unter das Glasdach des Stadthauses gekommen. Einige hatten sogar eigene Getränke mitgebracht.

„Für uns ist das eine liebe Tradition“, sagte Wilma Schlösser, eine Rheinbergerin. „Das Konzert läutet bei uns seit vielen Jahren den Heiligen Abend und die Weihnacht ein.“ Erstmals hatte das 17-köpfige Blasorchester, das Udo Henning dirigierte und bereits vor vielen Jahren von seinem Vierbaumer Vater übernahm, einen Sänger dabei, der die Blechbläser stimmlich unterstütze. Da der rieselnde Schnee ausblieb, musste er die Lücke füllen. „I’m dreaming of a white christmas“, sang er das, was manche dachten.

„Es geht los“, hatte Henning seinem Orchester zu gerufen, als sich die Kirchentür öffnete. Swingend flott legte das los, mit „Jingle Bells“ ein wenig Big-Band-Atmosphäre verbreitend. Die forschen Klänge lockten so manchen von der Kirche zum Stadthaus. Alte traditionelle Weihnachtslieder gab es wie „Tochter Zion“ oder „Süßer die Glocken nie klingen“, aber mit der „Weihnachtsbäckerei“ auch Neueres für die Kinder.

Meist haperte es ein wenig mit dem Singen. Insbesondere die Älteren kamen kaum über die erste Strophe hinaus. Was ist ein weihnachtliches Konzert ohne „O du fröhliche“? Da klappte es dann doch besser mit dem Text. So swingend flott wie es begann, endete das „Singen unterm Tannenbaum“ mit „Lasst uns froh und munter sein.“ Derweil stand die Tanne ein wenig stiefmütterlich links vor dem Stadthaus, sah sogar recht kümmerlich aus, da zünftiger Weihnachtsschmuck fehlte. Ein paar fröhlich bunte Kugeln hätten da Heiligabend sicher die Herzen erfreut. Das jedenfalls taten die Lohmühler Bläser. Sich gesanglich zu verstärken, war eine gute Idee.

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