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Der Weihnachtsmann kommt in Ossenberg im August

Carsten Kämmerer ist die treibende Kraft hinter dem Ossenberger Wochenmarkt. Er kümmert sich darum, dass samstags immer wieder neue Händler kommen.

Carsten Kämmerer ist die treibende Kraft hinter dem Ossenberger Wochenmarkt. Er kümmert sich darum, dass samstags immer wieder neue Händler kommen.

Foto: arfi

Rheinberg - Ossenberg.  Das Team des Ossenberger Wochenmarktes lässt sich nicht unterkriegen. Für dieses Jahr sind wieder viele Sonderaktionen geplant.

Karneval nachfeiern mit einem Rosenmontagszug im Mai? Hat es schon gegeben. Jetzt kommt die Ossenberger Marktgemeinschaft um Marktleiter Carsten Kämmerer mit einer mindestens ebenso verrückten Idee um die Ecke: Der aufgrund der Corona-Pandemie abgesagte Weihnachtswochenmarkt soll nachgeholt werden. Mitten im Hochsommer. Am 14. August. Mit Schneekanone, Tannenbäumen, einem sechs Meter hohen Weihnachtsmann, Glühweinstand & Co. Alle Händler sind mit dabei. „Die Chancen stehen gut, dass wir das bei 35 Grad machen“, frohlockt Kämmerer, der betont: „Wir feiern in diesem Jahr zwei Mal das Fest der Liebe – der reguläre Weihnachtsmarkt findet am 18. Dezember statt.“

Der im wahrsten Wortsinn zeitlich „verrückte“ Wochenmarkt markiert zudem den Auftakt der Aktion „Bewegen hilft“ von Volksbank-Chef Guido Lohmann. Wie das Event ausgestaltet werde, sei noch in der Planung. „Vielleicht gibt es Eisstockschießen oder Schneeballweitwurf – da werden wir kreativ sein“, ist der Ossenberger überzeugt. Außerdem gilt es, Sponsoren für die bekannte Benefiz-Aktion zu akquirieren.

Von dem Erfolg des vergangenen Jahres möchte die Ossenberger Marktgemeinschaft an Kunden und Besucher etwas zurückgeben. Deshalb hat Kämmerer in Zusammenarbeit mit den Beschickern auch für dieses Jahr tolle Wochenmarkt-Events geplant. So, als gäbe es Corona nicht. Die jeweiligen Rahmenbedingungen können der Pandemie-Entwicklung kurzfristig angepasst werden beziehungsweise ein Markt kann auch abgesagt werden. Aber ein Event kurzfristig auf die Beine zu stellen, sei nur schwer möglich.

"Ein Eintopf für jeden"

Den Anfang macht am 16. Januar (geplant auch für den 20. November) der Wochenmarkt mit der Aktion „Ein Eintopf für jeden“. Bedürftige und Obdachlose können unter drei Eintöpfen – Grünkohl, Erbsensuppe und ein Rinderhackfleischtopf – ein Gericht zum Mitnehmen wählen. Die Volksbank ist Sponsor der Aktion, tatkräftig unterstützt von Bürgermeister Dietmar Heyde.

Der Karnevalsmarkt im Februar musste Corona-bedingt abgesagt werden. Ein neues Highlight ist der etste Abendmarkt am 13. März, auf dem die Kunden von 15 bis 20 Uhr einkaufen können. „Das soll in entspannter, gemütlicher Atmosphäre stattfinden, der Dorfplatz wird stimmungsvoll illuminiert“, so Kämmerer. Am 3. April heißt es „Der Osterhase besucht den Wochenmarkt“ und beschenkt Groß und Klein. Die Kinder sind zum Eierfärben eingeladen.

Unter dem Motto „Es summt und brummt in Ossenberg“ steht der Markt am 29. Mai: An diesem Samstag dreht sich in Kooperation mit der Imkerei Heuvel und dem Naturschutzbund (Nabu) alles um die fleißigen Bienen und Bienenprodukte. Gratis-Eis für alle Kinder bis zehn Jahre gibt’s am 12. Juni.

Der 3. Juli ist „Tag der Gesundheit“ – Einrichtungen, Selbsthilfegruppen, Pflege-und Therapiezentren aus der Region stellen sich auf dem Wochenmarkt vor. Mit internationalen Spezialitäten lädt der Ossenberger Markt am 4. September zu einer kulinarischen Weltreise ein. Mit buntem Programm für Kinder und einem ökumenischen Gottesdienst wird am 2. Oktober Erntedank-Wochenmarkt gefeiert; am 13. November sind Kinder zum Martinsmarkt geladen, ihren Laternen zu präsentieren. Am 4. Dezember ist der Nikolaus zu Gast und kommt sicher nicht mit leeren Händen.

Vielleicht liege es aber auch am Konzept: Weg vom klassischen Wochenmarkt, hin zum Markt mit Eventcharakter. Und das kommt an. Der Ostermarkt an Karsamstag zählte knapp 1000 Besucher, freut sich Kämmerer. Und die kommen nicht mehr nur aus Ossenberg oder den Rheinberger Ortsteilen, sondern auch aus Kamp-Lintfort, Moers, Geldern und Kevelaer.

Der Wochenmarkt als Pandemie-Gewinner

Die Entwicklung: Noch vor einem Jahr stand der Wochenmarkt in Ossenberg mit nur noch zwei Händlern auf der Kippe. Mittlerweile sind es bis zu 14 Beschicker, die samstags von 8 bis 13 Uhr auf dem Dorfplatz ihre Stände aufbauen. Bei Events sind es sogar bis zu 20 Händler. „Darüber hinaus gibt es so viel Nachfragen von weiteren Beschickern, dass es für einen zweiten Markt reichen würde“, freut sich Carsten Kämmerer, vom Verein Herrlichkeit installierter Marktmeister. Vielleicht sei der Wochenmarkt ein Pandemiegewinner, überlegt Kämmerer. Schließlich können die Menschen hier nicht nur ihren Einkauf erledigen, sondern auch an der frischen Luft und mit Abstand Nachbarn und Freunde treffen.

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