Verkehr

Der Zebrastreifen für die Römerstraße in Rheinberg kommt

Dank einer Ausnahmeregelung darf jetzt an der Römerstraße doch ein Zebrastreifen eingerichtet werden.

Dank einer Ausnahmeregelung darf jetzt an der Römerstraße doch ein Zebrastreifen eingerichtet werden.

Foto: (Archiv) Wolfgang Krause

Rheinberg.   Ein Ausnahmeregelung, die der Stadt erst jetzt bekannt wurde, macht’s möglich: Die Straßenüberquerung für Fußgänger kann sicher gestaltet werden.

Jetzt also doch! Der lange von Rheinbergern und auch Politikern geforderte, aber von der Stadtverwaltung immer wieder mit Verweis auf die rechtliche Unmöglichkeit abgelehnte Zebrastreifen auf der Römerstraße in Höhe von Apotheke- und Ärztehaus ist möglich. Im Grunde erfuhr die Verwaltung per Zufall davon, wie aus der Vorlage für den Tagesordnungspunkt „Anlegung eines Fußgängerüberwegs auf der Römerstraße – Bereich Annaberg“ für den Haupt- und Finanzausschuss hervorgeht.

„Bei einer Bereisung mit Vertretern des Ministeriums und der Bezirksregierung Arnsberg anlässlich der Bewerbung der Stadt Rheinberg zur Aufnahme in den Arbeitskreis fußgänger- bzw. fahrradfreundlicher Städte hat die Straßenverkehrsbehörde erstmals von Ausnahmeregelungen zur Anordnung von Fußgängerüberwegen (FGÜ) erfahren. Bisher war lediglich die Richtlinie für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen (R-FGÜ 2001) bekannt.“ Manchmal machen eben ein paar Zeichen mehr den Unterschied darüber aus, ob etwas sein darf oder nicht.

Die Verwaltung führte Gespräche, Ermittlungen und stieß schließlich auf einen Erlass des Landesverkehrsministeriums von vor 16 Jahren und eine Empfehlung aus dem selben Jahr, in der eine Handhabe zum Einsatz und zur Gestaltung von Fußgängerüberwegen steckte. Dieser Erlass regelt, dass die Fahrzeugbelastung und die Zahl der die Straße überquerenden Fußgänger weniger bedeutsam ist, als man bislang angenommen hatte. Deswegen könnten in Ausnahmefällen Zebrastreifen auch dann zum Einsatz kommen, wenn die Zahlen für Autos und Fußgänger unter den eigentlich notwendigen lägen.

Ein solcher Ausnahmefall kommt jetzt, so die Anregung der Verwaltung, nach Beteiligung der Polizei zum Tragen. Aber dieser Zebrastreifen soll beileibe nicht der einzige neue in Rheinberg bleiben. Die Straßenverkehrsbehörde wird in Abstimmung mit dem Baudezernat Kriterien für die Ausnahmeregelung erarbeiten und prüfen, ob auch an anderen Stellen im Stadtgebiet solche Fußgängerüberwege möglich sind. Das Ergebnis wird dann später dem Haupt- und Finanzausschuss mitgeteilt.

Bürgermeister Frank Tatzel war es ein bisschen unangenehm, dass diese bislang unbekannte Regelung erst bei der Bereisung ans Tageslicht kam. „Dafür entschuldige ich mich!“

Der Ausschuss nahm es relativ gelassen zur Kenntnis. Klaus Wittmann (CDU): „Wir freuen uns, dass eine erleichterte Überquerung möglich ist.“ Und er dankte Baudezernent Dieter Paus, dass „er in einigen Sitzungen unsere Anträge verhindert und damit erst die jetzige Situation ermöglicht hat“. Jürgen Bartsch, der Fraktionsvorsitzende der Grünen (sie hatten sich unter anderem mit eigenen Verkehrszählungen für den Zebrastreifen eingesetzt), sagte kurz und knapp: „Geht doch!“ – um dann noch ein „schön, dass die Verwaltung das zur Kenntnis genommen hat“ nachzulegen. Und Herbert Becker (FDP) konstatierte: „Wir waren alle für einen Zebrastreifen. Der Einsatz hat sich gelohnt.“

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