Engagement

Die Alpener Kleiderstube zieht Menschen an

Gerlinde Bruckhaus (links) und Susanne Bresant (rechts) helfen ehrenamtlich in der Kleiderkammer. Hier geben sie Kleidung an Ali Otman Tark aus Syrien und Gabriele Verhülsdonk aus. 

Foto: arfi

Gerlinde Bruckhaus (links) und Susanne Bresant (rechts) helfen ehrenamtlich in der Kleiderkammer. Hier geben sie Kleidung an Ali Otman Tark aus Syrien und Gabriele Verhülsdonk aus.  Foto: arfi

Alpen.   Die Kleiderstube der Gemeinde ist eine feste Adresse für Menschen mit anerkannt schmalem Budget. Kleidung kaufen sie hier zum Kilopreis.

Kleine Geste, große Wirkung – so lässt sich das Prinzip der Kleiderstube im evangelischen Gemeindehaus in Alpen beschreiben. „Wir bekommen gute Sachen, die wir dann nach Größen vorsortieren“, erzählen die beiden Ehrenamtlerinnen Gerlinde Bruckhaus und Susanne Besant.

Gestern öffneten sie wie gewohnt die Kleiderstube. „Wir haben oft Menschenschlangen vor der Tür stehen“, sagt Bruckhaus. Sie kennt ihre Kunden, die sich entsprechend ausweisen können und den eigenen Kleiderschrank und den ihrer Familie mit schicken Kleidungsstücken aus zweiter Hand auffüllen wollen. Über die Tafel liegen die entsprechenden Sozialdaten vor und die Berechtigung, sich für kleines Geld ein paar flotte Sachen zu leisten. „Wir rechnen im Kilopreis ab“, erläutert Susanne Besant das System. Zwei Euro muss der Kunde dafür zahlen. Aktuell liegt bei der Kleiderstube sommerleichte Kleidung für Erwachsene und Kinder auf den Tischen aus.

Groß war die Freude einer älteren Besucherin, passendes Schwimmzeug gefunden zu haben. Die Kleiderschränke bergen ebenfalls so manches textile Schätzchen. „Angefangen von Shorts über T-Shirts, Schuhen und Bettwäsche bis zu verpackter Neuware können wir alles anbieten“, sagt Besant. Im Schnitt besuchen bis zu 30 Kunden die Kleiderstube im Gemeindehaus bereits am Vormittag. Hinzu kommt der Nachmittagstermin ab 14.30 Uhr. In der Vergangenheit erhielten so Menschen mit Flüchtlingshintergrund eine komplette, und vor allem passende Grundausstattung. Der Andrang hat deutlich nachgelassen, so dass sich die Kleiderstube vermehrt um „Stammkunden“ kümmert.

Zu dieser Besuchergruppe gehören auch die Älteren, die aus den Städten Kamp-Lintfort, Rheinberg oder Sonsbeck anreisen. Keine der Gruppen wird vernachlässigt. „Wir haben uns in den 25 Jahren an die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden angepasst“, sagt dazu Manfred Küppers. Auch die Kleiderstube unterliegt dem Wandel. Der Küster ist mit dabei, betreut und berät. Wenn der Ausgabetag ansteht, haben bis zu sieben der Ehrenamtlerinnen bereits ihre Arbeit getan. Montag Morgen wird vorsortiert, die Fächer wieder aufgefüllt. Dagmar Eberl gehört mit zum Helferteam. „Seit etwa zwei Jahren helfe ich mit. Mir macht es Spaß, andere zu unterstützen“, so die Ehrenamtlerin. Ein Teil der Kleider stammt aus dem Bethel-Container direkt vor der Tür – mit dem Einverständnis, dass zunächst die Kleiderstube sichten und ausgeben darf. Kleidung, die keine Verwendung findet, geht dann an Bethel. In einem zweiten Container befinden sich Kleiderspenden auf dem direktem Weg nach Bielefeld. Mancher stellte in der Vergangenheit Kleidersäcke oder gefüllte Wäschekörbe vor die Tür. „Uns hilft das Containersystem sehr“, sagt Küppers. Aber die direkte Abgabe ist weiterhin geblieben, ein paar nette Worte gehören dazu. „Vielen ist es einfach wichtig, die oftmals kaum getragene Kleidung persönlich abzugeben. Sie wünschen sich, dass ihre Kleidung in gute Hände kommt“, so Susanne Besant.

Die Kleiderstube ist zugleich Garant dafür, dass Kleidung dahin kommt, wo sie gebraucht wird. „Für viele Kleiderspender ist es ein gutes Gefühl, anderen zu helfen.“ Der nächste Termin der Kleiderausgabe, An der Vorburg 3, ist am Montag, 9. Juli, von 10.30 bis 12 Uhr und 14.30 bis 16.30 Uhr. Gesucht werden noch Helfer. Infos bei Manfred Küppers unter 0162/ 8579504.

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