Kiesabbau

Die CDU in Alpen schickt einen Hilferuf in Sachen Kies

Fraktionsvorsitzende und Anwohner wehren sich gegen den Kiesabbau in Alpen-Bönninghardt.In einem Offenen Brief hat sich die CDU Alpen nun an die Landesregierung gewandt.

Fraktionsvorsitzende und Anwohner wehren sich gegen den Kiesabbau in Alpen-Bönninghardt.In einem Offenen Brief hat sich die CDU Alpen nun an die Landesregierung gewandt.

Foto: Mareike Kluck

Alpen/Sonsbeck.   In einem offenen Brief hat sich Sascha van Beek an die Landesregierung gewandt. Schon lange wehren sich Anwohner und Politik gegen den Abbau.

In einem offenen Brief hat sich die CDU Alpen, insbesondere ihr Vorsitzender Sascha van Beek, in Sachen Kiesabbau an die Landesregierung gewandt. So heißt es an Ministerpräsident Armin Laschet gerichtet: „Was für das Ruhrgebiet die Steinkohle war und für das Rheinische Revier die Braunkohle ist, das ist für den Niederrhein der Kies.“

Die CDU in Nordrhein-Westfalen zeige aktuell mit dem „Kohle-Kompromiss“, dass sie zukunftsfähige Lösungen und Strategien auf den Weg bringen könne. „Diese benötigen wir jetzt auch für den Kiesabbau am Niederrhein“, heißt es weiter in dem Schreiben.

Auch Anwohner kämpfen

Schon lange kämpfen Anwohner und auch die Fraktionsvorsitzenden der CDU, SPD, FDP und den Grünen in Alpen für die Anwohner. Für die Landschaft in Alpen. Gemeinsam wehren sich die Alpener gegen die Kiesindustrie, die weiter Flächen für den Abbau von Sand und Kies aufkaufen und nutzen möchte. So fordert van Beek in seinem Schreiben weiter: „Die Landesregierung unter Führung der CDU muss eine „Kies- Strategie“ auf den Weg bringen. Bei uns am Niederrhein werden durch den Kiesabbau Flächen weiterhin nachhaltig verändert oder, wie bei der Trockenabgrabung, dauerhaft zerstört.“

Die Akzeptanz der Bevölkerung und insbesondere der Landwirtschaft sinke rapide und sei vielerorts schon in einen aktiven Widerstand übergegangen, so weiter in dem Schreiben an Armin Laschet. „Die Menschen wollen heutzutage nachhaltig Leben. Regionale und ökologische Produkte gewinnen an Popularität. Um diese hochwertigen Produkte konkurrenzfähig produzieren zu können, benötigen die Landwirte am Niederrhein ausreichende Flächen und Entwicklungsmöglichkeiten.“

Auch in Sonsbeck sei es schwierig, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen“, sagt der Sonsbecker Bauamtsleiter Georg Schnitzler. Dennoch sei das Thema Kiesabbau in Sonsbeck nicht ganz so relevant, wie in anderen Kommunen. „Was im Kreisgebiet passiert, sehen wir aber natürlich auch – wir haben in Sonsbeck aber nur kleine Abgrabungen.“ Nichtsdestotrotz, so Schnitzler, sei die große Frage: Was wird wohin exportiert, wo ist welcher Bedarf? „Die Antwort bleibt die Industrie meist schuldig“, so Schnitzler.

So geht es der Gemeinde Sonsbeck, die durch rund 75 Prozent Landwirtschaft geprägt ist, nicht anders, als den Kollegen in Alpen. „Hochwertige Produkte mit regionalem Bezug schaffen die Perspektive einer selbstbestimmten, subventionsunabhängigen landwirtschaftlichen Wertschöpfung am Niederrhein“, heißt es in dem Offenen Brief der CDU Alpen weiter. „Um in diesen Prozess eintreten zu können, bedarf es für die landwirtschaftlichen Betriebe am Niederrhein Planungssicherheit. Die Landwirtschaft ist prägender Bestandteil – Menschen und Kultur haben den Niederrhein zu einer wunderschönen Region gemacht. Unsere Landwirte versorgen seit Jahrzehnten die Region und nahen Ballungszentren.“ Darüber hinaus möchten es die Alpener Christdemokraten nicht akzeptieren, dass die niederrheinische Heimat, Natur und landwirtschaftlichen Nutzflächen weiterhin, ohne erkennbares Maß oder Ende, zu Gunsten der Kiesgewinnung zerstört werde. „Regionale und ökologische Produkte gewinnen an Popularität. Um diese hochwertigen Produkte konkurrenzfähig produzieren zu können, benötigen die Landwirte am Niederrhein ausreichende Flächen und Entwicklungsmöglichkeiten“, sagt der Alpener CDU-Parteichef Sascha van Beek. „Ich bin schon davon überzeugt, dass sich Armin Laschet bezüglich des Offenen Briefes melden wird. Meine Hoffnung ist, dass wir uns wirklich mal zusammensetzen und über die Dinge diskutieren können.“ Den Druck der Menschen bei der „Kiesfrage“ erlebe man als CDU vor Ort mittlerweile sehr deutlich.

Ein dickes Kompliment erhält der Alpener CDU-Vorsitzende Sascha van Beek vom SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider für seinen Brief an den NRW-Ministerpräsidenten. „Es gehört Mut dazu, die Probleme beim Kiesabbau so konkret zu benennen und dabei auch die eigene schwarz-gelbe Landesregierung nicht zu schonen. Ich bin froh, dass die Konfliktlinie nun klar benannt ist und das Schattenboxen gegen vermeintliche andere Gegner ein Ende hat“, lobt Schneider den offenen Brief.

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