Flüchtlingshilfe

Sommerfest verbindet Geflüchtete, Ehrenamtler und Nachbarn

Alpen - Flüchtlingsfest - Diese syrische Familie ist vor dem Krieg in Syrien geflohen und zuerst in einem der Container in Alpe eingezogen Ekbal Hamrousho - rechts - mit Ihrem Mann Ahmad und den Kindern Mohamed , Bayan und Aya - die älteste zwischen den Eltern

Alpen - Flüchtlingsfest - Diese syrische Familie ist vor dem Krieg in Syrien geflohen und zuerst in einem der Container in Alpe eingezogen Ekbal Hamrousho - rechts - mit Ihrem Mann Ahmad und den Kindern Mohamed , Bayan und Aya - die älteste zwischen den Eltern

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Alpen.  Zum fünften Mal lud die Flüchtlingshilfe Alpen zum Sommerfest. Das Fest zeigt jedes Jahr, wie aus Flüchtlingen und Helfern Freunde geworden sind.

Für Ahmad Hamrousho und seine Familie ist Alpen in guter Erinnerung geblieben. Im Juli 2015 kam er in der Gemeinde an. „Da haben wir zu Anfang in einem kleinen Zimmer gelebt“, sagt der dreifache Vater und zeigt auf ein Gebäude, das in der Nähe der neu errichteten Unterkunft am Passweg liegt. Heute, vier Jahre später, hat sich das Leben am Niederrhein für ihn normalisiert.

Sommerfest mit Freunden

Die Familie hat die Anerkennung, Ahmad zudem die Berufsanerkennung. Mit seiner Frau Ekbal und den Kindern Aya, Buyan und Mohamed lebt er in Moers. Beide Elternteile arbeiten. Ekbal ist als ausgebildete Krankenschwester in einem Seniorenheim beschäftigt. Ahmad arbeitet als examinierter Anästhesiepfleger im Krankenhaus. „Zum Sommerfest kommen wir wegen der vielen Freunde und weil wir viel Gutes erlebt haben“, so Ahmad.

Das Sommerfest ist mittlerweile eine Institution, das Geflüchtete, Ehrenamtler und Nachbarn verbindet. Am Passweg leben derzeit 40 bis 50 Menschen mit Flüchtlingshintergrund, die von Ehrenamtlern bei allen offiziellen Terminen wie Einkäufen begleitet werden. „Da entwickeln sich Freundschaften, Netzwerke werden aufgebaut“, sagt Astrid Kummer, die in der Gemeinde die Hilfe koordiniert. Rund 20 Nationen leben am Passweg.

Einige Asylbewerber sind im Dublin-Verfahren, andere wissen, dass sie in ihr Heimatland zurückkehren müssen. Wiederum andere ziehen nach dem Anerkennungsverfahren an ihren Arbeitsort. Dennoch: Die Bindung an Alpen und die gemeinsame Zeit bleiben. „Unsere Arbeit ist nicht weniger geworden. Sie hat sich nur verändert“, so Astrid Kummer zum klassischen Aufgabengebiet in der Flüchtlingsarbeit: Ankommen, helfen, begleiten.

Positives Feedback vom Jobcenter

In jüngster Zeit hat Alpen vermehrt neue Zuweisungen erhalten. Kummer: „Wir fangen bei Null an.“ Im Hintergrund arbeiten zwischen 80 und 100 Ehrenamtler als eingespieltes Team, helfen beim Erlernen der deutschen Sprache. „Ich glaube, der persönliche Kontakt und der Zusammenhalt vor Ort macht die Situation so besonders und unterscheidet uns“, sagt Melanie Koerfer, zweite Vorsitzende des Vereins Flüchtlingshilfe Alpen.

Die Unterstützung vor Ort sei ungebrochen. Positives Feedback komme oft vom Jobcenter, weil durch die Paten erste Schritte in die bürokratische Welt leichter fallen, und Behörden- und Arztgänge einfacher werden. Der sichere, begleitete Weg in der neuen Heimat spiele dabei eine große Rolle. „Unser Ziel ist, dass die Menschen, die zu uns kommen, später selbstbestimmt leben können. Unsere ehrenamtlichen Helfer werden zu Freunden“, so Koerfer.

Alpen als überschaubare Gemeinde biete die Gelegenheit. Die Siebtklässlerin Aya, die in Moers die Gesamtschule besucht, kommt gerne nach Alpen zurück. In Deutschland fühlt sie sich mittlerweile wie Zuhause. Heimweh bleibt. „Nach den Großeltern und dass die Familie wieder zusammen ist“, verrät sie. Eine Heimkehr nach Syrien ist für ihren Vater Ahmad denkbar. „Vielleicht später. Die Kinder sollen aber selber entscheiden.“

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