Baustelle

Die Einsturzgefahr am Rheintor in Rheinberg ist gebannt

Auf der Baustelle Rheinstraße/Innenwall hat sich seit Wochen nichts getan. Bald sollen die Kellerwände ganz vorsichtig entfernt werden.

Auf der Baustelle Rheinstraße/Innenwall hat sich seit Wochen nichts getan. Bald sollen die Kellerwände ganz vorsichtig entfernt werden.

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Rheinberg.  Auf der Baustelle des abgerissenen Hotels soll es bald weitergehen. Es musste zunächst sichergestellt werden, dass die Straße nicht absackt.

Im Juli dieses Jahres rückte der Abrissbagger an und machte das Hotel Rheintor an der Rheinstraße in wenigen Wochen dem Erdboden gleich. Schon lange vorher war das Gebäude leergeräumt und „schlachtreif“ gemacht worden. Tagtäglich wurde dann gearbeitet, bis nur noch ein großer Schuttberg übrig war. Doch in den vergangenen Wochen tat sich nichts mehr an der Ecke Innenwall/Rheinstraße. Stillstand.

In der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses erkundigte sich jetzt SPD-Mann Jochen Schmitz nach dem Stand der Dinge. „Wie geht es dort weiter? Die Baustelle steht ja gefühlt seit drei Monaten still“, sagte Schmitz und fragte ergänzend: „Können wir eigentlich die Pläne des Investors mal sehen?“

Nein, die könne er dem Bau- und Planungsausschuss nicht vorlegen, sagte der Technische Beigeordnete Dieter Paus in der Sitzung. „Der Investor will sie nicht zeigen.“ Der Investor, das ist der Rheinberger Unternehmer Gerardus Aaldering, dem das Hotel Rheintor gehörte und der auch Eigentümer der Fläche ist. Seine Pläne für das gut 3000 Quadratmeter große Areal hatte er bereits im März 2018 im Bauausschuss vorgestellt, wo das Bauvorhaben grundsätzlich positiv bewertet wurde.

Neun von 29 Wohnungen barrierefrei

Von 29 Wohnungen, zwischen 63 und 130 Quadratmetern groß und immerhin neun davon barrierefrei, war damals die Rede. Diese Wohnungen sollen sich auf acht verschiedene, unterschiedlich gestaltete und aufeinander abgestimmte Baukörper verteilen. Sehr markant sind zwei turmähnliche Gebäude zur Rheinstraße hin. Der gesamte Komplex soll sich U-förmig von der Rheinstraße in den Innenwall und in den ehemaligen Garagenhof hineinziehen. Zwischenzeitlich sind die Pläne geringfügig verändert worden.

Aaldering habe keinen Grund genannt, warum er die Pläne nicht vorlegen will, so Dieter Paus. Ein Grund für die zeitliche Verzögerung der Baustelle sei, dass man sie zunächst statisch in den Griff bekommen musste. Der Beigeordnete erklärte das so: „Die alten Kellermauern des Hotels sind gleichzeitig die Stützwände für die Rheinstraße. Würde man die Kellerwände entfernen, drohte die Straße wegzubrechen.“

Gerardus Aaldering habe dies untersuchen lassen. Seit Dienstag sei klar, dass die Baugrube teilweise aufgefüllt werden solle, um einen Gegendruck zu erreichen; danach könne man die Kellerwände abschnittsweise abbrechen. Wann damit zu rechnen sei, könne er nicht sagen, so Paus.

Jan Zocher von der Aaldering-Unternehmensgruppe bestätigte die Ausführungen am Donnerstag grundsätzlich. „Dass wir die Pläne noch nicht öffentlich vorstellen, liegt daran, dass wir noch nicht mit der Vermarktung der Wohnungen begonnen haben“, so der Generalbevollmächtigte. „Das möchten wir gerne synchron betreiben, und das kann noch bis zum Frühjahr 2020 dauern.“

Wände vorsichtig abtragen

Zudem gebe es noch technische Abstimmungen, die erledigt werden müssten. Geplant sei, das vorsichtige Abtragen der Kellerwände bis zum Jahresende zu bewerkstelligen. Man hoffe, dass das beauftragte Bauunternehmen dies zügig angehe. Ein weiterer Hemmschuh sei eine archäologische Untersuchung des Grundstücks. Bisher habe die Untere Denkmalbehörde beim Kreis Wesel noch keine Grabungserlaubnis erteilt.

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