Wirtschaft

Die großen Parteien sind sich einig gegen Kiesabbau in Alpen

Kein weiterer Kiesabbau auf der Bönninghardt: Das fordern CDU und SPD gemeinsam.

Foto: Dirk Schuster (Archiv)

Kein weiterer Kiesabbau auf der Bönninghardt: Das fordern CDU und SPD gemeinsam. Foto: Dirk Schuster (Archiv)

Alpen.   CDU und SPD sind dagegen, dass die Kieswirtschaft einen Freibrief für Abbau auf noch mehr Flächen – zum Beispiel auf der Bönnighardt – bekommt.

Man kennt das am Niederrhein: Die Menschen stehen gerne füreinander ein. Und wenn es um große Angelegenheiten geht, gibt es auch schnell Koalitionen über Parteigrenzen hinweg.

Ein Beispiel dafür ist der Kiesabbau. Er soll in dieser Zeit im neuen Landesentwicklungsplan und auch eine Verwaltungsebene tiefer im neuen Regionalplan des Regionalverbands Ruhr geregelt werden. Doch dagegen laufen zum Beispiel die CDU und die SPD Sturm.

Nach Überzeugung der CDU soll es keine neuen Genehmigungen für weitere Abgrabungen im Kreis Wesel geben. Die Menschen, die sich seit Jahren gegen Abgrabungspläne auf der Bönninghardt wehren, können dabei auch in Zukunft auf die Unterstützung der CDU zählen, erklärte die Partei jetzt in einer Pressemitteilung für den Kreis.

Darin werden die Änderungen im Bereich Kiesabbau im Rahmen des Landesentwicklungsplans kritisiert. Sie bedeuteten für die Kieswirtschaft in vielen Bereichen des Kreises freie Bahn: Abbau soll künftig auch außerhalb genau definierter Konzentrationszonen möglich sein, Versorgungszeiträume und damit Abbaumöglichkeiten verlängert, zusätzliche Flächen genehmigt und Reserveflächen ausgewiesen werden. Frank Berger, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion: „Wir lehnen alle diese Ideen in aller Deutlichkeit ab und wollen keinen Freibrief für die Kieswirtschaft. Statt dessen soll die bisherige Regionalplanung weiter gelten.“ Der Kreis Wesel könne nicht noch weiter die Kiesgrube für das Ruhrgebiet, für Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus sein. Erfreulich sei, dass der Kreistag in seiner ganz überwiegenden Mehrheit diese Bedenken teile und auch die SPD den Beschluss mittrage.

Günter Helbig, Fraktionsvorsitzender der CDU im Alpener Rat, hält diese Einigkeit entscheidend für den bislang erfolgreichen Widerstand gegen die Auskiesungspläne: „Nur gemeinsam sind wir stark genug, um uns wehren zu können.“

Der SPD-Landtagsabgeordnete für die Region, René Schneider, hatte für gestern Abend zu einer Informationsveranstaltung in Alpen eingeladen. Im Gespräch mit der NRZ sagte er: „Wir wollen den Anfängen wehren – nicht nur als Partei, sondern alle!“ Schneider verwies darauf, dass man „auch als Bürger bis zum 15. Juli Stellung nehmen kann gegen diese Pläne und Einwendungen gegen die Änderungen des Landesentwicklungsplans einreichen kann. Die Kommunen haben bereits Stellungnahmen abgegeben, aber dass können auch alle Menschen machen“.

Er räumte zwar ein, dass man derzeit zum Beispiel für den Straßenbau Kies und Sand brauche. „Aber diese Materialien kann man auch durch Recycling gewinnen. Und es muss nach Alternativen für den Bau geforscht werden.“

Auch Schneider kritisierte den Wegfall der Konzentrationszonen und die Einführung von Reservegebieten, die „in zehn, 15 oder 20 Jahren vielleicht angegangen werden und die sich dann ein Kiesabbauer sichern könnte“. Und bereits jetzt gebe es Pläne, auch in Gebiete einzugreifen, in denen bislang noch gar kein Abbau stattfinde. So sei ein fast 100 Hektar großes Gebiet im Wickrather Feld bei Kamp-Lintfort im Gespräch.

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