Rechtsstreit

Die Hoffnung heißt 5. April

In diesem Chalet wohnt der 84-Jährige.   

Foto: Privat

In diesem Chalet wohnt der 84-Jährige.   

Xanten.   Günter Mollenhauer hofft, vor Gericht doch noch zu seinem Recht zu kommen: Er möchte weiter in seinem Chalet an der Xantener Nordsee wohnen.

Eigentlich hatte Günter Mollenhauer insgeheim schon mit dem Thema abgeschlossen. Dass der 84-jährige Xantener sein kleines Häuschen an der Xantener Nordsee würde räumen müssen, war nach dem Urteil am 23. Juni vergangenen Jahres nur eine Frage der Zeit. Das Amtsgericht Rheinberg hatte der Räumungsklage des Verpächters, der Schomberg Freizeit- und Erholungspark Xanten GmbH, statt gegeben. Zudem hatte der Betreiber des Wohnparks später auch noch eine Zweitklage gegen den Xantener gestellt: Das Gericht solle den Dauercamper dazu verurteilen, die auch in der NRZ veröffentlichte Behauptung zu unterlassen, die Schomberg GmbH habe im Pachtvertrag vom 24. Oktober 2005 ohne Zustimmung von Günter Mollenhauer nachträglich den Absatz mit der Einräumung eines immer wiederholbaren Optionsrecht auf Verlängerung gestrichen.

Doch in der Verhandlung am 11. Januar in Rheinberg gab es die völlig überraschende Wende. Die damalige Schomberg-Sachbearbeiterin gab zu, den Passus nachträglich gestrichen zu haben – also zu dem Zeitpunkt als die Unterschrift von Günter Mollenhauer schon unter dem Pachtvertrag stand. „Das war eine riesige Überraschung“, verriet Günter Mollenhauer. „Damit hätte ich nie gerechnet.“ Gleich am nächsten Tag zog der Rechtsanwalt der Gegenpartei die Unterlassungsklage zurück.

Und damit bekommt die für den 5. April am Landgericht Kleve terminierte Berufungsverhandlung – Günter Mollenhauer hatte nach der ersten Verhandlung sofort Einspruch gegen die Räumungsklage eingelegt – eine ganz neue Fahrtrichtung. „Nun hoffe ich natürlich, dass ich in meinem Haus wohnen bleiben kann.“ Fast 30 Jahre lebt er jetzt dort an der Xantener Nordsee, hat sein knapp 40 Quadratmeter großes Häuschen nach und nach mit viel Eigenkapital ausgebaut.

„Es ist für mich auch eine Altervorsorge, ein Altersruhesitz“, sagt der 84-Jährige. Die Firma Schomberg hatte ihre Räumungsklage damit begründet, einen Spielplatz auf der Parzelle bauen zu wollen. Allerdings gebe es – so Mollenhauer – bereits eine Fläche für einen Spielplatz, die allerdings zugewuchert sei. Ihn wundere es schon ein wenig, dass man ihn von seinem Wohnsitz vertreiben wolle. Schließlich habe er den Verpächter in der Vergangenheit schon mehrfach und nach eigener Recherche auf Missstände hingewiesen – beispielsweise auf Gefahrenquellen für mögliche Überschwemmungen. „Diese Hinweise waren alle gut gemeint“, sagt Mollenhauer heute. Auch deshalb verstehe er nicht, warum man ihm kündigen wolle.

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