Interview

Die Macht des Marketings und die Schwäche für Küchengeräte

Kabarettist Philipp Weber spielt am Freitag, 12. April, sein aktuelles Programm Weber N°5 in der Rheinberger Stadthalle.

Kabarettist Philipp Weber spielt am Freitag, 12. April, sein aktuelles Programm Weber N°5 in der Rheinberger Stadthalle.

Foto: Veranstalter

Rheinberg.   Philipp Weber gastiert am Freitag in Rheinberg. Im NRZ-Gespräch erzählt er von seinem Auftrag als Kabarettist und einer persönlichen Schwäche

Wie heißt es so schön: Der Mensch kauft Dinge, die er nicht braucht, um Leute zu beeindrucken, die er nicht mag. Kabarettist Philipp Weber hat sich in seinem neuem Programm mit genau dieser These beschäftigt. Am Freitag, 12. April, präsentiert er es um 20 Uhr in der Rheinberger Stadthalle. Im Gespräch mit Jasmin Ohneszeit verrät er, worauf das Publikum in Rheinberg gefasst sein sollte.

Ihr neues Programm heißt „Weber N°5: Ich liebe ihn!“. Was erwartet die Besucher an diesem Abend?

Philipp Weber: In meinem Programm geht es thematisch um Marketing und Manipulation. Die alte Frage: Warum kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, von Geld, was wir nicht haben? Warum wählen wir Politiker, die uns nicht helfen, Probleme zu lösen, die wir ohne sie oft nicht hätten?

Außerdem soll das Publikum für ein paar Stunden seine Sorgen vergessen und herzhaft lachen. Und zwar vielleicht gerade über Dinge, die ihnen zur Zeit eher Magengrimmen verursachen. Denn natürlich werde ich auch heitere und bissige Kommentare zur aktuellen Lage der Landes und der Welt abfeuern. Das ist mein Auftrag als Kabarettist.

Woher nehmen Sie die Inspiration für Ihr Programm?

Tatsächlich aus Büchern. Ich lese viel. Aber wie könnte es anders sein: Die lustigsten, schönsten, gruseligsten und lehrreichsten Geschichten schreibt natürlich das Leben!

Waren Sie denn schon ‘mal in Rheinberg zu Gast – und wenn ja, wie sind die Rheinberger so?

Meines Wissen sogar schon zweimal. Das letzte Mal hatte ich Claus von Wagner und Mathias Tretter mit dabei. Damals noch als das erste Deutsche Zwangsensemble. Ach, man wird ganz nostalgisch. Es ist bekannt, dass den Niederrheinern und Niederrheinerinnen der Humor im Blut liegt und der Frohsinn fest in ihren Genen verankert ist. Deswegen erwarte ich als Kabarettist und Unterhaltungskünstler wenig Widerstand und für alle Beteiligten einen herrlichen Abend.

Sie sprechen über Marketing und darüber, dass Marketing den Verstand des Menschen vernebelt. Seien sie ehrlich: Sind Sie selbst schon auf Marketingstrategien reingefallen?

Natürlich. Mein Schwachpunkt sind Küchengeräte. Ich liebe Küchengeräte. Ich habe alles: Von der Kartoffelpresse bis zur Soßenpipette. Vom Marinade-Injektor bis zum Ofen-Barometer. Ich habe ein 54-teiliges Klingenset. Mit zwei verschiedenen Lardier-Messern! Damit könnte ich lardieren, wenn ich wüsste, was lardieren eigentlich ist. Ich habe einen Sandwich-Maker. Muffin-Maker. Einen Shake-Maker. Ich habe festgestellt, allein mit meinem Mayonnaise-Maker kann ich 53 Partygäste gleichzeitig mit Salmonellen infizieren! Ich habe eine elektrische Salatschleuder. 800 Watt. Ein Knopfdruck und mein Feldsalat ist ein Smoothie. Bei Küchengeräte bin ich ein vollkommenes Marketing-Opfer! Wie das passieren kann? Der Mensch trifft die meisten Entscheidungen seines Lebens emotional und nicht rational. Und Gefühle sind sehr leicht zu manipulieren.

Haben Sie auch ein paar Tipps, wie man sich nichts andrehen lässt?

Manipulationsversuche finden immer unterbewusst statt. Das ist ja der Trick: Wir merken ja gar nicht, dass wir zu bestimmten Entscheidungen gedrängt werden. Das Bewusstmachen allein vereitelt schon jeden Versuch schädlicher Einflussnahme. Doch es gibt leider viele miese Methoden. Um das zu erschöpfend zu erläutern, braucht man schon einen ganzen Abend. Also, an alle in Rheinberg und Umland Lebenden: Strömt in Scharen! Nach diesem Abend werden Sie nicht nur gerüstet sein für ein mündiges Leben, sondern auch durch ordentliches Lachen einmal kräftig durchgeschüttelt!

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