Soziales

„Die neue Post ist die größte Stolperfalle“

Roy Glisson/WAZ FotoPool

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Foto: WAZ FotoPool

Rheinberg. Seit 2005 ist Monika Echstenkämper die Behindertenbeauftragte der Stadt Rheinberg.

Frau Echstenkämper, was waren die größten Erfolge Ihrer bisherigen Arbeit?

Monika Echstenkämper: Es gab viele Erfolge. Wenn Sie mich nach konkreten Projekten fragen, denke ich zum Beispiel an die vielen neuen Behindertenparkplätze, an das Haus der Frühförderung, das früher wahnsinnig hohe Treppenabsätze hatte und mittlerweile barrierefrei ist, oder daran, dass das Solvay-Hallenbad komplett behindertengerecht umgebaut wurde. Große Teile meiner Arbeit sind aber auch grauer Alltag wie die Begleitung von Baumaßnahmen oder die Hilfe bei Anträgen auf Behindertenausweise.

Was ist derzeit die größte Stolperfalle in Rheinberg?

Eindeutig die neue Post an der Orsoyer Straße. Denn sie hat weder einen behindertengerechten Eingang noch Behindertenparkplätze. So etwas kann nicht sein heutzutage, aber in Rheinberg wird noch immer häufig zuerst an die nichtbehinderten Menschen gedacht. Dass es auf dem Markt noch immer keinen zweiten Behindertenparkplatz gibt, finde ich ebenfalls schlimm.

Wo sehen Sie die künftigen Herausforderungen Ihrer Arbeit?

Abgesehen davon, dass sich bezüglich der Post und des zweiten Parkplatzes am Markt etwas tun muss, arbeiten wir derzeit an einer Auszeichnung für behindertengerechte Gebäude. Generell ist es problematisch, dass vieles immer am Geld scheitert. Es hat sich einiges getan in den letzten Jahren, aber es wird noch dauern, bis die Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung wirklich in den Köpfen ankommt.

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