Digitalisierung

Die Stadt Xanten will digitaler werden

Xanten. Die Stadt Xanten will ihren Bürgern mehr Dienste digital anbieten. Einwohner sollen zum Beispiel die Möglichkeit bekommen, Anträge jederzeit und überall online zu stellen. Dafür sollen sie nicht mehr persönlich ins Rathaus kommen müssen. Für welche Aufgaben das möglich sein wird, soll ein Digitalisierungsbeauftragter prüfen. Die Verwaltung will diese Funktion neu einführen. Das schlägt sie dem Stadtrat vor.

Die CDU-Fraktion hat bereits ihre Zustimmung signalisiert – für die Verwaltung ist das ein wichtiges Signal: In der Vergangenheit war es vor allem die CDU gewesen, die darauf drängte, dass die Mitarbeiterzahl der Verwaltung begrenzt wird.

Xantens Stadtverwaltung wirbt ausführlich für die neue Stelle des Digitalbeauftragten. Im Privatleben seien es die Menschen schon gewohnt, dass sie viele Aufgaben online erledigen könnten, schreibt sie in ihrer Stellungnahme an den Stadtrat. Als Beispiel nennt sie den Online-Handel und das Online-Banking. Die Kommunikation mit den Behörden hinke noch hinterher, dabei erwartete der Bürger, dass er auch mit der Verwaltung jederzeit und überall in Kontakt treten könne. Für ihn werde dadurch vieles einfacher. „Durch neue digitale Technologien wird die Lebensqualität von Bürgerinnen und Bürgern etwa dann verbessert, wenn eine Dienstleistung nicht mehr persönlich beantragt werden muss oder ein Bezahlprozess elektronisch abgewickelt werden kann.“

Einige digitale Dienste bietet Xanten auch schon an, und die Verwaltung sieht sich durch die Erfahrungen damit bestätigt. Zum Beispiel könnten Personenstandsurkunden online bestellt werden, das werde gut angenommen. Die Dokumente könnten zeit- und ortsunabhängig am PC oder am Smartphone bestellt werden und würden meistens noch am gleichen Tag versandt. „Eine Vorsprache ist nicht mehr notwendig.“ Ein zweites Beispiel seien die Briefwahlunterlagen, die in einem Drittel der Fälle online beantragt worden seien. Daher sei damit zu rechnen, dass weitere digitale Angebote von der Bevölkerung auch genutzt würden.

„Die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern für neue Angebote ist vorhanden.“ Es sollten aber nicht einfach nur mehr digitale Dienste geschaffen werden. „Die Stadt Xanten muss ein Digitalisierungskonzept entwickeln, um die Anforderungen an die gesetzlichen Grundlagen zu erfüllen und einen Fahrplan für die Vorgehensweise zu erstellen.“ Darum solle sich der oder die Digitalisierungsbeauftragte kümmern.

Heimarbeitsplätze werden möglich

Davon werde aber nicht nur der Bürger profitieren, sondern auch die Stadt selbst, schreibt die Verwaltung weiter. Die Kommune werde als Arbeitgeber attraktiver, wenn viele Aufgaben digital erledigt werden könnten. Heimarbeitsplätze würden dadurch möglich und damit die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Angesichts eines Fachkräftemangels sei das ein wichtiges Argument im Wettbewerb um Personal.

Außerdem mache sich eine digitale Verwaltung langfristig auch bezahlt, weil „durch die Anpassung der Arbeitsprozesse und den Einsatz technischer Systeme Freiräume geschaffen werden“ – und diese Freiräume ermöglichten, dass die Verwaltung die „nachweisliche Mehrbelastung durch zunehmende Aufgaben“ eher ohne weiteres Personal erfüllen könne.

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