Kirchenmusik

Domkantor Zangerle baut in Xanten Mädchenchor auf

Chorprobe in der Michaelskapelle: Domkantor Matthias Zangerle am Klavier mit Merrit, Victoria, Maria und Stella-Marie (von links).

Foto: Olaf Ostermann

Chorprobe in der Michaelskapelle: Domkantor Matthias Zangerle am Klavier mit Merrit, Victoria, Maria und Stella-Marie (von links). Foto: Olaf Ostermann

Xanten.   Domkantor Matthias Zangerle, der Gesang studiert hat, will die musikalische Bandbreite in der Gemeinde erweitern - mit einem Mädchenchor.

Singe, wem Gesang gegeben: „S-S-S, f-s-sch“ hört man es aus der obersten Etage im Haus Michael am Dom. Mädchen stehen in der Michaelskapelle, am Klavier sitzt Matthias Zangerle und schlägt Akkorde an. Die Mädchen sind acht bis zehn Jahre jung, haben Spaß am Singen und treffen sich jeden Dienstag von 17.15 bis 18 Uhr mit Domkantor Zangerle zur Chorprobe in der Michaelskapelle.

„Gerade stehen, mit dem Kehlkopf ein Geräusch machen: k-k-k. Und hinten den Akzent setzen“: Matthias Zangerle, der selber Gesang in Köln studiert hat und Barriton singt, freut sich, dass Meret, Victoria, Maria, Stella-Marie und Charlotte auch nach den Sommerferien dabei geblieben sind. „Vor den Ferien waren es noch zwölf Mädchen“, sagt der Domkantor, der einen neuen Mädchenchor aufbauen möchte und hofft, dass noch mehr an Gesang und Gemeinschaft interessierte Mädchen und junge Frauen im Alter von acht bis 18 Jahren Lust haben, in dem Chor zu singen.

Stimmbildung mit Musikerin aus Kleve

Mit Mirjam Hardenberg hat er eine Musikerin und Cellistin aus Kleve dazu geholt, die mit den Mädchen in einem anderen Raum Stimmbildung macht, einzeln. Als erste ist Charlotte an der Reihe, deren Oma im Domchor singt, wie sie stolz erzählt. „Stell’ dich mal ganz sicher hin, Hände an die Hüften“, bittet Mirjam Hardenberg und singt in sauberstem Sopran vor: „Dui-Dui-Dui-Dui-Dui“. Die Neunjährige zögert kurz, dann legt sie los. „Versuch’ mal, den Mund noch mehr zu öffnen, dann hast du mehr Klang“, rät die Stimmbildnerin und übt mit Charlotte, wie man im Sitzen singt und in den Bauch atmet. „Ning-ning-ning“, animiert sie das Mädchen (und nach ihm auch die vier anderen), jetzt mal wie eine Sirene zu singen.

Derweil stellen sich oben in der Michaelskapelle Meret, Victoria, Maria und Stella-Marie auf die Zehenspitzen, strecken sich, reihen die fünf Vokale aneinander, zurückhaltend zunächst, dann lauter und klarer. Matthias Zangerle verteilt Notenblätter, die Mädchen singen zur Klavierbegleitung. Alle können Noten lesen, alle spielen auch ein Instrument. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten will der Domkantor mit den Mädchen ein Repertoire einstudieren, das einen Bogen spannt vom niveauvollen Neuen Geistlichen Lied und Spiritual bis hin zur klassischen Motette und Messvertonung. „Ein eigenständiger Mädchenchor“, so sagt er, „bereichert die Chorszene am Xantener Dom.“

Noch mehr Mädchen begeistern

Diese besteht zur Zeit aus dem Domchor, dem Chor Ad Sanctos, der Schola Cantorum und dem Vokalquartett. Zangerles Ziel ist es, den Mädchenchor in der Liturgie mitsingen zu lassen und ab Jahresende Aufgaben in Konzerten zu übernehmen. Um noch mehr Mädchen für seine Idee zu begeistern, will er jetzt mit der Marienschule eine Kooperation auf die Beine stellen und auch in der Grundschule für seinen Chor werben. „Mit 20 Stimmen kann man mehr machen“, hofft der Domkantor.

Wer neugierig geworden ist, ist herzlich willkommen dienstags von 17.15 bis 18 Uhr in der Michaelskapelle im Haus Michael am Dom. (jas)

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