Bauschäden

Doppelte Pleite in Sonsbeck

Georg Tigler nimmt die Schäden in Augenschein.

Foto: arfi

Georg Tigler nimmt die Schäden in Augenschein.

Eine unendliche Geschichte: Es tauchen immer neue Mängel am erst sieben Jahre alten Gerätehaus der Feuerwehr in Sonsbeck-Labbeck auf.

Sonsbeck. Erst meldet der Generalunternehmer Konkurs an, dann geht auch noch der Dachdecker pleite: Die Feuerwehr Labbeck hat keine große Freude an ihrem Gerätehaus, das gerade mal sieben Jahre alt ist und schon eine bewegte Geschichte hat – was die Mängel angeht. Die sind bis heute teilweise immer noch nicht behoben.

Auf Anfrage der CDU-Fraktion berichtete Fachbereichsleiter Georg Tigler jetzt im Bauausschuss von der unendlichen Geschichte eines Hauses, das die Firma TriTec aus Xanten gebaut und bei dem sich bei der Bauabnahme Ende Oktober 2010 „erhebliche Mängel“ gezeigt hatten. Zum Beispiel waren die Türen noch nicht drin, an vielen Stellen wurden Kratzer sichtbar, das Objekt war nicht gereinigt.

Feuchtigkeit im Schulungsraum

TriTec besserte nach. Gut zwei Monate später, im Januar 2011, stellte Verwaltungsmitarbeiter Torsten Kröll, der immer wieder in Labbeck war, im neuen Feuerwehrgerätehaus Wasserschäden an verschiedenen Stellen im Schulungsraum fest. TriTec besserte erneut nach. Am 23. Januar 2011 war endlich Einweihung und Übergabe an die Löschgruppe Labbeck. Schon ein halbes Jahr später löste sich der Fliesenspiegel in der Herren-Toilette, und die Fassade bröckelte an verschiedenen Stellen.

Dezember 2011: Wieder Feuchtigkeit im Schulungsraum, Wasserschäden an der Decke. Den Dachdecker konnte TriTec nicht mehr dingfest machen: Der hatte zwischenzeitlich Konkurs angemeldet.

Immer wieder habe man den Generalunternehmer gemahnt, die Mängel zu beseitigen, so Georg Tigler vom Bauamt. Und solange die Firma existierte, schickte die auch immer wieder Handwerker zum Nachbessern nach Labbeck. Mitte 2014 meldete dann auch das Unternehmen Insolvenz an.

Die Mängel-Geschichte nahm kein Ende. Das Flachdach wieder feucht, Fliesen-Schäden auf dem Herren-WC, Wasser drang durch die Terrassentür in den an vielen Stellen erneut feuchten Schulungsraum. „Da kamen immer wieder neue Mängel zutage“, so Tigler.

Der Techniker im Rathaus sieht schwarz: Unter Umständen müsse das ganze Dach neu gemacht werden. Da nützt es der Gemeinde wenig, dass sie eine Bürgschaft von TriTec über 27 900 Euro in der Schublade hat: „Bei einem insolventen Unternehmen Geld einzufordern dürfte schwierig werden“, so Tigler über den „für uns, aber auch für die Feuerwehr unbefriedigenden Zustand“. Hier müssten „endlich Nägel mit Köpfen“ gemacht werden.

Schimmel oder feuchte Flecken immer wieder einfach überpinseln, das reiche nicht aus. „Da muss mal ein Sachverständiger ’rauskommen“, forderte CDU-Sprecherin Agnes Quinders ein. Der, so Tigler, sei ja im Januar da gewesen. Auch Architekt Christian Mummert, dem kein Vorwurf zu machen sei, und ein neuer Dachdecker waren beim Ortstermin dabei.

Sobald es die Witterung zulasse, werde man das Dach an verschiedenen Stellen aufmachen. Tigler und auch der Gutachter vermuten Mängel an den Verschraubungen der Trapezbleche des Flachdaches.

Aber ob das tatsächlich der Fall ist und das Dilemma dann endgültig behoben werden kann, sei offen. „Wir suchen die Stecknadel im Heuhaufen. Möglicherweise ist es nur eine klitzekleine Kleinigkeit, die Ursache für die immer wieder an den gleichen Stellen auftretenden feuchten Stellen ist“, stellt der Bauamtsleiter achselzuckend fest. Noch ist kein Ende in Sicht.

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