Kultur

Dreigiebelhaus Xanten: 65 Künstler – 65 Blicke auf den Rhein

Thomas Koester (hinten) und Thomas Schiela stellen auch aus..

Thomas Koester (hinten) und Thomas Schiela stellen auch aus..

Foto: oo

Xanten.  Im Dreigiebelhaus in Xanten stellen jetzt 65 Künstler aus. Mit ihren Werken präsentieren sie ihre Sicht auf den Rhein.

Harmonische Farbtupfer auf der Leinwand tauchen den Rhein in ein romantisches Licht. Im krassen Kontrast zu dem Ölgemälde steht ein Bild mit dem Schriftzug „Gevatter Rhein“ – eine düstere Anspielung auf das Märchen „Gevatter Tod“. Einen anderen Blick auf den Fluss zeigt das Bild eines Krefelder Künstlers. Er hat die Aussicht aus seinem Atelier eingefangen, die weniger vom Rhein und mehr vom umliegenden Industriegebiet dominiert wird.

Solche Eindrücke vom Rhein kann man im Dreigiebelhaus entdecken. Gestern wurde die Ausstellung „Rheinblick“ eröffnet, die der Kunstverein Xanten in Kooperation mit dem Düsseldorfer Galeristen Peter Tedden auf die Beine gestellt hat. „65 Künstler, 65 unterschiedliche Blicke auf den Rhein“, sagt Waltraud Schmidt-Jungnitsch vom Kunstverein und fasst zusammen, was die Besucher im obersten Stock des Dreigiebelhauses erwartet. Eine Ausstellung in der Größenordnung sei für den Kunstverein einmalig.

Die knapp 100 Werke seien „eine kunterbunte und in den Disziplinen übergreifende Mischung“, so Tedden. Die Idee für die Ausstellung verkündete er dem Kunstverein vor einem Jahr. Zu Beginn habe die Frage „Warum ist der Rhein so schön?“ und damit ein Lebensgefühl vieler Rheinländer im Fokus gestanden. „Das hat bei vielen den Nerv getroffen, wir haben direkt viele Rückmeldungen von Künstlern bekommen, die mitmachen wollten.“ Doch es zeigte sich, dass unter den insgesamt 65 Perspektiven auch kritische zu finden waren. Trotzdem können Besucher, die eine Leidenschaft für den Rhein haben, ihre Antwort auf die Frage aufschreiben – und damit ihren Blickwinkel preisgeben. Ausgewählte Antworten werden im Rahmen einer Performance in die Ausstellung aufgenommen.

Künstler aus Düsseldorf und Xanten

Die Künstler kommen größtenteils aus Düsseldorf und Xanten, aber teilweise auch aus ganz anderen Ecken Deutschlands. Ihre Kunstwerke haben sie teilweise extra für die Ausstellung angefertigt, manche greifen aber auch auf ihr bereits bestehendes Repertoire zurück. So auch ein Künstler aus dem Schwarzwald, auf den Tedden aufmerksam geworden ist, weil im Fernsehen über ihn berichtet wurde. „Er hat sich über Wochen hinweg ans Rheinufer gestellt und jeden Tag ein Ölgemälde gemalt“, erinnert sich Tedden. „Das hat mich fasziniert.“

Auch Tedden fühlt sich immer wieder vom Rhein angezogen: Jedes Mal, wenn er von Düsseldorf nach Xanten fahre, komme er kurz vor dem Ziel an zwei Rheinarmen vorbei. „Das ist für mich so ein Ort, an dem ich mir irgendwann mal einen Bauwagen hinstellen möchte, wo ich in Ruhe angeln und Urlaub machen kann.“ Wie für viele der ausstellenden Künstler sei der Rhein für ihn ein Sehnsuchtsort. Seine Fahrten nach Xanten sind auch Inspirationsquelle für den Ausstellungsnamen: Auf der Suche nach etwas, das all die unterschiedlichen Werke vereint, sei ihm bei der Fahrt durch Moers das Schild eines Cafés ins Auge gesprungen – es heißt „Rheinblick“.

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