Freizeit

Ein gelungener Tag in Fairtradetown Xanten

Der Menschenkicker kam bei den Besuchern besonders gut an. Hier spielen die IGX und die Weltauswahl gegeneinander.

Der Menschenkicker kam bei den Besuchern besonders gut an. Hier spielen die IGX und die Weltauswahl gegeneinander.

Foto: Lukas Hübinger

Xanten.   Viele Bürger kamen zum Fairmilienfest zusammen. Im Mittelpunkt standen fair gehandelte Sachen wie zum Beispiel Fußbälle.

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Im Sport wird viel Wert auf Fairness gelegt – das würde wohl jeder sofort unterschreiben. Anders sieht es bei der Sportkleidung aus: Funktionsshirts angesagter Marken sehen vielleicht cool aus, sind aber in den meisten Fällen alles andere als fair produziert. „Deshalb haben wir das Fairmilienfest ins Leben gerufen“, erklärt Organisator Klaus Wolfertz. „Wir möchten für fair gehandelte Sachen werben und es mit einem Event für die ganze Familie verbinden.“

Am Sonntagmittag waren verschiedene Stände und Stationen am Xantener Hafen aufgebaut. Kooperationspartner dieser Veranstaltung war das Freizeitzentrum. Zum einen wurde über Fairtrade-Produkte informiert, zum anderen gab es Spiel und Spaß für die Besucher. „Unser Anliegen ist es, auch die Xantener Vereine mit einzubinden“, so Wolfertz. Da war zum Beispiel die „Spiderwebwand“, die mit einer Klettoberfläche versehen war: Anlauf nehmen, abspringen und dank eines speziellen Klettanzugs kleben bleiben.

Direkt daneben stand die „Super-Jurte“ der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg. Hier warteten direkt mehrere Attraktionen auf die Gäste beziehungsweise auf die Kinder.

Wie wäre es etwa mit selbstgemachtem Popcorn? Bei den Pfadfindern konnte man es über dem offenen Feuer frisch zubereiten. „Die Kinder trauen es sich alleine nicht so richtig, deshalb helfen wir ihnen“, berichtete Angela Weniger, Roverleiterin. „Ich betreue normalerweise nur die älteste Gruppe der 17- bis 20-Jährigen.“

Auch künstlerisch konnten die Kinder bei den Pfadfindern aktiv werden. „Da drüben werden Farben geschmissen“, erklärte Weniger. Ein alter Waschmaschinenmotor trieb eine Platte an, auf der ein Bild positioniert wurde. Auf das drehende Bild wurden dann unterschiedliche Farben gegeben, die sich durch die Fliehkraft ausbreiteten und vermischten – gelang eigentlich immer. „Daran haben alle unheimliches Interesse“, so Weniger.

Entwickelt hat sich die Idee für dieses Fest aus einem Menschenkicker-Turnier vor zwei Jahren. Einen Menschenkicker gab es auch diesmal, nur Drumherum war mehr los. Insgesamt neun Teams nahmen am Sonntag an den Spielen teil. Der Siegermannschaft winkte eine Fahrt mit einem „Grilldonut-Spaßboot“ im Hafen von Xanten. Die zweitplatzierte Mannschaft konnte sich an der Wasserskianlage beim Strandbad austoben. Auch Flüchtlinge nahmen an dem Spektakel teil. Die internationale Mannschaft „Weltauswahl“ schaffte es sogar in die Endrunde. „In den zehn Minuten Spielzeit kommt man schon ordentlich ins Schwitzen“, berichtete Noah Decker aus dem Rathausteam der Stadt Xanten. Auch Bürgermeister Thomas Goertz mischte mit. „Der ist sehr ehrgeizig“, sagte Teamkollege Daniel Arnolds.

Passend zur Europameisterschaft gab es bei diesem Fest auch einen ganz besonderen Ball: Den Fairtradeball der Stadt Xanten. Produziert von der Firma Derbystar. „Das ist eine Sonderedition – Xanten ist ja schließlich Fairtradetown“, erklärte Wolfertz. Für 30 Euro war der Ball, der auch alle Anforderungen eines normalen Fußballs erfüllt, erhältlich.

Gegen 16 Uhr wurden dann alle Stände langsam abgebaut – zwei Stunden vor dem offiziellen Ende. Eine dunkle Wolkenfront näherte sich bedrohlich. Die christliche Initiative Romero nutzte das am Abend im Plaza del Mar noch angesagte Public Viewing, um Deutschlandfahnen mit dem Spruch „Refugees welcome“ zu versehen. „Wir möchten uns damit die Fahnen von Pegida, AfD und Co. zurückholen und zeigen, dass diese Menschen nicht das Volk sind“, erläuterte Isabell Ullrich, Referentin für ethnischen Konsum.

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