Kultur

Ein Lacher jagt den nächsten beim Theater in Rheinberg

Die gemeindeeigene Theatergruppe "Hermann's Bühne" bringt das nächste Stück auf die Bühne: "Ein Mann spielt verrückt"

Die gemeindeeigene Theatergruppe "Hermann's Bühne" bringt das nächste Stück auf die Bühne: "Ein Mann spielt verrückt"

Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Rheinberg.  Vorhang auf heißt es nun im St.-Anna-Pfarrheim für die Komödie „Ein Mann spielt verrückt“ von Winnie Abel. Insgesamt werden rund 750 Besucher zu den fünf Aufführungen erwartet.

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Eine lange Schlange vor dem St.-Anna-Pfarrheim machte deutlich, wie sehr das treue Stammpublikum der Premiere des neuen Stücks von Hermann‘s Bühne entgegen fieberte. Rainer Kehrmann hatte schließlich ein Einsehen und öffnete die Türen früher als geplant. Insgesamt werden rund 750 Besucher zu den fünf Aufführungen erwartet, die natürlich schon lange ausverkauft sind. Darüber freut sich nicht nur das Ensemble. „Wir spenden unsere Überschüsse an einen guten Zweck. Im letzten Jahr waren das 3000 Euro, die je zur Hälfte an die Opfer der Flutkatastrophe in Mosambik und das Friedensdorf Oberhausen gingen“, erklärte Regisseurin und Souffleuse Monika Kehrmann zu Beginn.

Dann hieß es: Vorhang auf für die Komödie „Ein Mann spielt verrückt“ von Winnie Abel. Im Mittelpunkt steht der korrupte und von Werner Dufhaus ausgezeichnet in Szene gesetzte Bauamtsleiter Karl-Heinz von Meseberg. Der sieht eigentlich einem entspannten Urlaub entgegen, als ein Anruf des Bürgermeisters ihn aus allen Träumen reißt. Die entgegen genommene Schmiergeldzahlung für den Bau eines Bordells am Stadtrand ist ans Tageslicht gekommen.

Herrlich schräge Figuren

Das bringt von Meseberg ganz gehörig ins Schwitzen und setzt ein Stück in Gang, in dem eine Pointe die nächste jagen sollte.

Das Erfolgsrezept dafür sind herrlich schräge Figuren wie etwa die esoterisch verstrahlte Tochter Charlotte (Melanie Kaczmarek).

Die „ganzheitliche Energieberaterin“ stellt dann auch gleich treffend fest, dass im Wohnzimmer der von Mesebergs einfach zu viele negative Energien wabern. Mutter Gerthilde (Anja Wienhold) ist das egal, die Lebefrau ist voll und ganz damit ausgelastet, ihr Image im Golfklub zu wahren.

Da es darum als Gattin eines korrupten Bauamtsleiters schlecht bestellt sein dürfte, macht sie sich kurzerhand an den Arzt der Familie, Dr. Richard Schmeichel (Heinz Wandel), ran.

Ein echter Gentleman

Der soll nicht nur den gesellschaftlichen Stellenwert sichern, sondern sei auch ein echter Gentleman. Konter des Gatten: „Heutzutage sind Männer schon Gentleman, wenn sie beim Küssen die Zigarette aus dem Mund nehmen.“

Als kurz darauf Journalistin Klara Kleber (Ursula Koczet) eine fette Schlagzeile wittert, wird es eng für den Bauamtsleiter. Zumal die von Ulla Elsner hervorragend dargestellte Prostituierte Mandy ihn auch noch als Freier wiedererkennt. Es ist zum Verrücktwerden, denkt sich von Meseberg und setzt diese Idee sogleich auf höchst anschauliche Weise um, in dem er ausgelassen auf der Couch rumhüpft und wirres Zeug von sich gibt.

Während der eingeweihte Freund und Hausarzt Schmeichel ein schweres Trauma diagnostiziert, liegt für Tochter Charlotte die Ursache ganz woanders: „Sein Wurzel-Chakra ist total verstopft.“ Nicht minder durchgeknallt ist der von Frank Maaß gut dargestellte Versicherungsvertreter „Herr Akte“. Markenzeichen des stocksteifen Anzugträgers sind mächtig gestelzte Sprüche wie: „Ich bin an einem raumübergreifenden Großgrün vorbeigekommen, oder wie der Volksmund sagt: an einem Baum.“

Starkes Finale

Der braucht dringend Entspannung, denkt sich Mandy und zerrt ihn auf das im Stück reichlich frequentierte Sofa. Hat aber keinen Zweck, denn Herr Akte vertraut seine Chakras längst der Tochter des Hauses an. Dann sind da noch Marta Münch (Maria Becker) und Sohn Rudi (Thomas Kaczmarek), die ein Finale in Gang setzen, bei dem kein Auge trocken bleibt.

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