Bestattungskultur

Ein neuer Ort zum Trauern und Verweilen

In Alpen wurde der Memoriam-Garten auf dem Friedhof feierlich eröffnet. 

In Alpen wurde der Memoriam-Garten auf dem Friedhof feierlich eröffnet. 

Foto: Jasmin Ohneszeit / JOH

Alpen.  Auf dem Alpener Friedhof gibt es jetzt einen Memoriam-Garten mit mehreren Bestattungsmöglichkeiten. Die Anlage wird von einer Gärtnerei gepflegt.

Die Bestattungskultur ist im Wandel. Statt großer, aufwendig zu pflegender Gräber, geht der Trend zu kleinen Urnen- oder Gemeinschaftsgrabstätten. Das ist auch in Alpen spürbar. Politik und Verwaltung haben darauf reagiert und den Vorschlag, einen Memoriam-Garten auf dem Friedhof anzulegen, im Frühjahr einstimmig beschlossen. In den letzten Wochen wurde dieses Projekt in Angriff genommen. Aus der Rasenfläche von damals wurde ein parkähnliches Areal mit Wegen und Beeten. Dauerblühende Stauden wurden angepflanzt.

Gestern ist der Garten mit einer kleinen Feierstunde eröffnet worden. Hartmut Becks, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde und Georg Zglinnicki von der katholischen Gemeinde, segneten ihn ein. „Wichtig war es uns, dass das christliche Bestattungswesen unterstrichen wird und der parkähnliche Charakter des Friedhofs erhalten bleibt“, betonte Bürgermeister Thomas Ahls. Beim Memoriam-Garten handelt es sich um ein Grabfeld, das als Gesamtheit gestaltet ist und den Angehörigen die Möglichkeit bietet, beim Besuch der Verstorbenen stets eine gepflegte Anlage vorzufinden.

Harmonische Einheit

Gräber und Bepflanzung bilden eine harmonisch aufeinander abgestimmte Einheit. Mit dem Memoriam-Garten wird nicht nur den Toten eine würdevolle Umgebung für die letzte Ruhe geschaffen, er ist vor allem auch für die Hinterbliebenen ein Ort der Ruhe und Harmonie. Dieses Konzept hat die Friedhofsgärtnerei Petzchen in Zusammenarbeit mit dem Steinmetzbetrieb van Huet und Weber, der Gemeinde und der Rheinischen Treuhandstelle für Dauergrabpflege umgesetzt. Die Bestattungsarten variieren je nach Lage innerhalb des Gartens.

60 Urnen haben zum Beispiel auf dem Gemeinschaftsgrab Platz. Auf Stelen werden die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen eingraviert. „Wir wollten keine namenlosen Bestattungen“, erklärte Bettina Witt von der Friedhofsverwaltung der Gemeinde. Auf einer anderen Fläche sind Sargbestattungen möglich. In der Mitte hängen Kugeln im Baum. Sie sind nicht nur ein Blickfang, sie haben auch eine Bedeutung. „Sie sollen eine Art Seelenfänger der Verstorbenen sein“, erklärte Witt. Rund um diesen Baum gibt es Doppelurnenplätze für Ehepaare.

Schon erste Anfragen

Die Preise für ein Grab inklusive Grabpflege und Dauerbepflanzung, die die hiesige Friedhofsgärtnerei übernimmt, liegt je nach gewünschter Bestattung zwischen 2500 und 7500 Euro. Die ersten Anfragen seien bei Witt schon eingegangen. „Wenn der Memoriam-Garten gut angenommen wird, können wir ihn vergrößern. Genügend Rasenfläche gibt es.“ Die Liegezeit ist auf 25 Jahre ausgelegt.

Der Wunsch nach „Pflegefreiheit“ habe man mit dem Wunsch nach einem festen Ort der Trauerbewältigung in Einklang bringen können, sagte Witt. Damit der Garten auch ein Platz zum Verweilen für die Hinterbliebenen wird, sollen demnächst noch Sitzbänke aufgestellt werden.

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