Gesundheit

Einblicke in die moderne Psychiatrie in Rheinberg

Maria Kreutz, stellvertretende Pflegedirektorin, Ralf Nennhaus, St.-Josef-Geschäftsführer, Dorothee Müller, Chefärztin, Ines Leuchtenberg, Psychiatriekoordinatorin des Kreises Wesel und Bürgermeister Frank Tatzel öffneten die Türen der Psychiatrie in Rheinberg.

Maria Kreutz, stellvertretende Pflegedirektorin, Ralf Nennhaus, St.-Josef-Geschäftsführer, Dorothee Müller, Chefärztin, Ines Leuchtenberg, Psychiatriekoordinatorin des Kreises Wesel und Bürgermeister Frank Tatzel öffneten die Türen der Psychiatrie in Rheinberg.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Rheinberg.  Das St. Nikolaus Hospital Rheinberg lud zum Tag der offenen Tür. Die Abteilungen zeigten die medizinischen und die kreativen Therapiemöglichkeit.

Rund 17,8 Millionen Menschen in Deutschland sind in diesem Jahr von einer psychischen Erkrankung betroffen. Jeder vierte Erwachsene leidet unter seelischen Problemen. Zu den häufigsten Diagnosen zählen Depressionen und Angststörungen. Oft wird als Therapiemöglichkeit eine Behandlung in einer Psychiatrie empfohlen. „Die Skepsis gegenüber der Psychiatrie ist heute immer noch spürbar“, erklärte Dorothee Müller, Chefärztin des St. Nikolaus Hospitals Rheinberg. Um diese und andere Vorurteile rund um das Krankheitsbild aus dem Weg zu räumen, organisierte das Bündnis gegen Depressionen erstmals die Woche der seelischen Gesundheit.

Aus der Tabuzone holen

Unter anderem öffnete die Rheinberger Psychiatrie ihre Türen für die breite Öffentlichkeit und gab Einblicke in die moderne Psychiatrie. 86 stationäre und 23 teilstationäre Plätze bietet die Rheinberger Einrichtung. „Wir möchten es mit diesem Tag schaffen, die Angst vor der Psychiatrie zu nehmen und diese Erkrankungen aus der Tabuzone holen, denn sie können jeden treffen“, so Müller.

Dazu gab es Fachvorträge. Chefärztin Müller sprach zum Beispiel über Depressionen und wie Betroffene und Angehörige damit umgehen können. Britta Eulgem, Fachkrankenschwester für psychiatrische Pflege, stellte das Entspannungsverfahren „Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen“ mit praktischen Übungen vor.

Auch Bürgermeister Frank Tatzel nahm sich nicht die Gelegenheit, sich persönlich ein Bild von der Einrichtung zu machen. „Für die Betroffenen oder auch für die Angehörigen kann es durchaus ein Trost sein, wenn sie wissen, dass es hier eine kompetente Anlaufstelle gibt“, sagte er.

Die Behandlung im Hospital umfasst aber nicht nur eine medizinische Versorgung. Ein großer Schwerpunkt ist die Kreativtherapie in der eigenen Keramikwerkstatt. Christa Ziegler, Arbeits- und Beschäftigungstherapeutin, töpferte auch am Tag der offenen Tür mit ihren Patientinnen. Es herrschte eine lockere Atmosphäre in der Werkstatt.

„Die Arbeit mit Ton hilft bei der Heilung, weil die Patienten schnell ein Erfolgserlebnis verspüren. Ton geht auch nicht kaputt und die Patienten kommen miteinander ins Gespräch und bauen wieder Kontakt zu Mitmenschen auf“, erklärte Ziegler. Einen Tag der offenen Tür gab es schon lange nicht mehr im St. Nikolaus Hospital. Umso mehr freuten sich die einzelnen Abteilungen, ihre Arbeit und Angebote zu präsentieren.

Bettina Schilling von der Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle informierte über Behandlungsmöglichkeiten bei psychischen Erkrankungen im höheren Alter. „Das ist eine tolle Möglichkeit, um mit alten Vorurteilen aufzuräumen. Hier wird niemand sediert oder ähnliches. Es gibt moderne Zimmer und moderne Therapien.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben