Soziales

U3-Kinderbetreuung in Sonsbeck: Eine Krümelkiste für Kinder

Am Montag öffnet die Krümelkiste. Jacqueline Evers (r.) und Sara Santori (mit Zwillingen Elisa und Matteo) erfüllen sich damit einen Traum. Labrador Maya hat schon einen festen Platz.

Am Montag öffnet die Krümelkiste. Jacqueline Evers (r.) und Sara Santori (mit Zwillingen Elisa und Matteo) erfüllen sich damit einen Traum. Labrador Maya hat schon einen festen Platz.

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Sonsbeck.  Zwei Frauen erfüllen sich einen Traum und eröffnen in Sonsbeck eine Tagespflege-Einrichtung für die U3-Betreuung.

Es gibt Träume, die werden wahr. So wie der von Jacqueline Evers (25) und Sara Santoro (33). Die beiden Frauen, die eine aus Ginderich, die andere aus Sonsbeck, haben den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und sich ihren Traum erfüllt: eine Großtagespflege-Einrichtung für Kinder unter drei Jahren. „Sonsbecker Krümelkiste“ haben die beiden die Einrichtung getauft. Am heutigen Montag öffnet sich zum ersten Mal die Tür der Tagespflege-Einrichtung.

„Wir sind super stolz, dass wir das hingekriegt haben“, sagt Evers und spricht für sich und ihre Kollegin, mit der sie das Projekt gestemmt hat. Die beiden haben sich vor sieben Jahren im Xantener Placidahaus kennengelernt, als sie eine Ausbildung zur Kinderpflegekraft machten. Evers sattelte noch die Fachkraft für frühkindliche Pädagogik drauf, besuchte dafür ein Jahr eine Fachschule in Krefeld. „Wir haben im Rahmen unserer Ausbildung am Berufskolleg in Xanten auch ein Praktikum absolviert, ich war in einer Großtagespflege in Moers, Sara bei einer Tagesmutter in Sonsbeck“, erzählt sie. „Und wir haben immer gesagt: So was machen wir mal.“ Denn Kinder unter drei Jahren betreuen, das ist für sie der Traumjob. „Wickeln, Fläschchen geben, kuscheln, spielen: Das ist total schön“, schwärmt Evers, die nach der Ausbildung vier Jahre in Krefeld in der U3-Betreung gearbeitet hat, bevor der Entschluss reifte, sich selbstständig zu machen.

Der Traum wird schrittweise zur Wirklichkeit

Im Herbst letzten Jahres haben die Frauen angefangen, ihren Traum Schritt für Schritt zu realisieren. Sie stellten beim Kreisjugendamt ihre Pläne vor, klärten den Bedarf ab, stellten Anträge beim Land auf finanzielle Unterstützung. Durch Zufall erfuhren sie, dass im Gewerbegebiet in Sonsbeck eine Wohnung frei ist, zu der auch ein eingezäunter Außenbereich gehört, der genügend Platz für ein Klettergerüst, einen großen Sandkasten, ein Holzspielhaus bietet. Im Mai unterschrieben Santori, übrigens Mutter der Zwillinge Elisa und Matteo, und Evers den Mietvertrag mit Werner Köhlitz. Dann ging es Schlag auf Schlag: Die Maler wurden durchgejagt, eine Küche eingerichtet, Spielzeug und Möbel für die kleinen Gäste gekauft. Und neun Kinderbettchen, die in einem gemütlichen Schlafraum stehen. „Der Plan ist, dass die Kinder gegen 11 oder 11.30 Uhr schlafen. Oder sich zumindest ausruhen“, sagt Evers. Mitte Januar wird noch ein Spielpodest aus Holz geliefert, mit einer Höhle drin.

Die neun Tagespflegeplätze sind schon lange ausgebucht. Ab sieben Uhr können die Mütter und Väter ihre Kinder zur Krümelkiste bringen, spätestens um 16 Uhr müssen sie abgeholt werden. Im Eingangsflur hat jedes Kind sein eigenes Fach für Schuhe und Kleidung. Am großen Tisch mit den neun kleinen Stühlen im Gruppenraum wird um 9 Uhr zusammen gefrühstückt, das Frühstück bereiten die Tagesmütter gemeinsam mit den Kindern vor.

Es gibt viele positive Rückmeldungen

Das Mittagessen wird jeden Tag von „Catering für Kids“ aus Rheinberg geliefert. „Wir haben vier Wochen Probe gegessen, das Essen ist echt lecker.“ Ihren Vermieter haben die beiden von Anfang an ins Herz geschlossen. „Der Herr Köhlitz, der ist super, der hat uns viel geholfen, ist immer für uns da, wenn wir Hilfe brauchen“. Unterstützung bekommen sie auch von Annika Uebel aus Winnekendonk, die mit ihnen das Berufskolleg besucht hatte. Sie ist einmal in der Woche für vier Stunden da. Und sie vertritt bei Bedarf die eine oder andere Tagesmutter. Ach ja, und dann ist da auch noch Maya, sieben Jahre alt. Die Labradorhündin von Jacqueline Evers hat schon ihren festen Platz unter der Treppe.

„Wir haben so viele positive Feedbacks bekommen“, freut sich Evers. „Und wir sind zuversichtlich, dass wir das schaffen.“

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