Jubiläum

Eisern in Millingen: Torwart und Verkäuferin

Annemie und Walter Weyhofen haben acht Kinder, hinzu kommen 18 Enkel und sagenhafte 20 Urenkel.

Annemie und Walter Weyhofen haben acht Kinder, hinzu kommen 18 Enkel und sagenhafte 20 Urenkel.

Millingen.Bei manchen Menschen ist ein gemeinsamer Weg durchs Leben vorbestimmt. Bei Annemie und Walter Weyhofen zum Beispiel. Schon in der alten Dorfschule – in der Millinger „Stadthalle“ an der Alpener Straße – saßen die beiden ab 1941 vom ersten Schultag an in einer Klasse.

Und waren quasi auch zu Hause Nachbarskinder: Walter lebte an der Alpener Straße, Annemie nur einen Steinwurf weiter an der Römerstraße. „Wir kennen uns unser ganzes Leben“, sagen die beiden. Als Teenager besuchten sie den Tanzkurs – im „Bienenhaus“. Danach, es war wohl 1953 beim Tanz in den Mai, ist es dann passiert: Die ersten verliebten Blicke, der erste Kuss, Annemie und Walter waren ein Paar.

Maschinenführer bei Underberg Und sind es bis heute geblieben. 1954 gaben sie sich das Ja-Wort. Das ist 65 Jahre her, jetzt feierten sie die Eiserne Hochzeit. Was für ein Fest! „Alle waren da“, freut sich die heute 83-jährige Jubilarin. Ihr um ein Jahr älterer Mann ergänzt: „Wir hatten 110 Gäste.“

Ein echter Vereinsmensch

Und zwar im eigenen Haus an der Saalhoffer Straße. Das haben die Weyhofens 1959 gebaut. Was das Paar besonders freut: Die komplette Familie feierte mit. Das will bei den Millingern schon was heißen: Annemie und Walter Weyhofen haben acht Kinder, hinzu kommen 18 Enkel und sagenhafte 20 Urenkel. Wenn man die Partner der Kinder und Enkel noch einrechnet, kommt da eine ordentliche Truppe zusammen. Sie alle sind zur Freude der Senioren nicht aus der Welt, wohnen in der näheren Umgebung und kommen gerne zu Besuch.

Walter Weyhofen hat früher als Maschinenführer bei Underberg gearbeitet. In seiner Freizeit war er ein echter Vereinsmensch. War im Tambourcorps, in der St.-Ulrich-Bruderschaft und bei den Millinger Bürgerschützen. „Beim BSV war ich zwei Mal König“, erinnert sich der 84-Jährige. Besonders lag und liegt ihm der SV Millingen am Herzen. Er war Fußballer – Torwart. In rund 500 Spielen stand er für die Millinger zwischen den Pfosten. „Und“, so fügt seine Angetraute hinzu, „er war mehr als 30 Jahre lang Platzwart, und hat sich um wirklich alles gekümmert.“

Auch Annemie war immer mit dabei, gemeinsam haben die beiden auch 18 Jahre Kinder- und Jugendfreizeiten für das Ferienhilfswerk St. Ulrich Alpen begleitet. „Wunderschön“ sei das gewesen, schwärmen die beiden. Die 83-Jährige ist gelernte Verkäuferin. Schon als Kind half sie im Lebensmittelgeschäft ihrer Eltern an der Römerstraße. Mit dem Fahrrad lieferte sie als Kind von Solvay-Arbeitern bestellte Waren ins Werk. Auch in der Gaststätte Gödeke am Bahnhof, von den Großeltern betrieben, packte sie lange mit an.

Heute lassen es Annemie und Walter Weyhofens ruhiger angehen. Sie freuen sich des Lebens, sitzen gerne im eigenen Garten und hoffen, noch mal eine schöne Schiffstour machen zu können, wenn sich die eiserne Braut von einer Operation wieder erholt hat.

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