Arbeitsmarkt

Erwerbstätigenzahl in der Umgebung von Rheinberg gestiegen

Trotz der Erhöhung der Beschäftigtenzahlen gibt es immer noch Menschen ohne Arbeit.

Trotz der Erhöhung der Beschäftigtenzahlen gibt es immer noch Menschen ohne Arbeit.

Foto: Julian Stratenschulte

Alpen/Sonsbeck/Rheinberg/Xanten.   In den Kommunen Alpen, Sonsbeck und Xanten gehen mehr Menschen einer Beschäftigung nach. Nur Rheinberg unterliegt starken Schwankungen.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent gestiegen. Dies meldet das IT NRW, das Statistische Landesamt. Damit liegt die Zahl der Beschäftigten „nach vorläufigen Berechnungen im Jahresdurchschnitt 2018 bei rund 9,54 Millionen“, heißt es in einer Pressemeldung des Amtes. Ein Trend, der auch seit in einigen Städten und Gemeinden des Kreises Wesel beobachtet wird: „Im Kreis Wesel hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Zeitraum vom 30. Juni 2013 bis zum 30. Juni 2018 von 125.466 auf 136.027 Personen zugenommen“, so Sabine Hanzen-Paprotta, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Wesel.

Auch in den Gemeinden Alpen und Sonsbeck sowie in der Stadt Xanten entsprechen die Zahlen zur Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten innerhalb der letzten fünf Jahren diesem Bild: Waren es in Alpen zum Stichtag 30. Juni 2013 noch 3455 Beschäftigte, so waren es zum 30. Juni 2018 bereits 4033, ebenso in Sonsbeck wo es 2013 noch 2020 im Vergleich zu 2846 im vergangenen Sommer waren und auch in der Stadt Xanten mit 4052 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zu 4800 am 30. Juni 2018.

Nur die Stadt Rheinberg zeichnet hier einen gegenläufigen Trend: Waren es am 30. Juni 2013 hier noch 9679 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, so waren es am 30. Juni 2018 nur noch 8754.

„Dies kann zum Teil sicher auch aus kleineren Entlassungen herrühren, die sich summieren“, vermutet Sabine Hanzen-Paprotta. Die Hintergründe zu diesem Rückgang der Beschäftigtenzahlen in der Stadt kann auch Rheinbergs Wirtschaftsförderer, Thomas Bajorat, zunächst nicht erklären: „Es haben keine größeren Betriebe in Rheinberg im vergangenen Jahr geschlossen“, sagt er. „Aber es ist auch ein bisschen spekulativ, hier jetzt Ursachen zu suchen.“ Zum Einen gebe es das normale Auf und Ab in der Wirtschaft, das immer Schwankungen der Beschäftigtenzahlen mit sich bringe. Zum Anderen „hatten wir seit der Ansiedlung von großen Logistikunternehmen ab 2011 eine schlagartige Erhöhung der Beschäftigtenzahlen. Dann gab es eine Stagnation, weil der Bedarf ausgeschöpft ist. Wenn dann auch ein kleinerer Betrieb oder einzelne Bereiche eines Unternehmens schließen, sind die Zahlen sofort wieder rückläufig“, so der Wirtschaftsförderer.

Einen stetigen Anstieg der Erwerbstätigen könne man generell nicht garantieren, so Bajorat. Aber andererseits „kann ich die Zahlen so auch nicht bestätigen. Laut der mir vorliegenden letzten Kreisstatistik Wesel mit Stand vom 31. Dezember 2017 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten damals bei 9676.“ Dies bedeutet dann allerdings einen Rückgang der Beschäftigten von rund 1000 innerhalb von nur einem halben Jahr. In der Logistikbranche, in der auch zahlreiche Leiharbeiter je nach Saison – und beispielsweise auch im Weihnachtsgeschäft vermehrt – beschäftigt sind, „die natürlich auch in die Zahlen einfließen“, wie Sabine Hanzen-Paprotta bestätigt, ist ein so drastischer Beschäftigungsrückgang in so kurzer Zeit daher also durchaus möglich. „Ich denke, dass es einfach die normalen wirtschaftlichen Schwankungen sind, die sich in diesen Zahlen ausdrücken“, meint Thomas Bajorat. Denn durch die Ansiedlungen von großen Logistikunternehmen und Zustellfirmen sowie dem Autohof in Rheinberg in den vergangenen Jahren, „sollte die Entwicklung eigentlich einen Aufwärtstrend zeigen“, meint der Wirtschaftsförderer. Einen Trend zu einem allgemeinen Rückgang der Beschäftigtenzahlen sieht er für Rheinberg keinesfalls.

Aktuell sind im Kreis Wesel die meisten Menschen in folgenden Wirtschaftszweigen beschäftigt: Gesundheits- und Sozialwesen (26.373 Beschäftigte); Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz (24.006); Verarbeitendes Gewerbe (23.871); Wirtschaftliche Dienstleistungen (14.096); Baugewerbe (8954); Verkehr und Lagerei (7391); Öffentliche Verwaltung (7220); Erziehung und Unterricht (3767); Gastgewerbe (3497); Zeitarbeit (3098); Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (2690); Information und Kommunikation (2209); Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (979).

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